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Grimmen Gutsgold-Prozess: Zoll wusste Bescheid
Vorpommern Grimmen Gutsgold-Prozess: Zoll wusste Bescheid
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06:16 10.04.2015
Die Produktion in Grimmens Hähnchenschlachterei wurde 2011 gestoppt. Vier Jahre später standen in Rostock zwei Gutsgold-Mitarbeiter vor Gericht. Es ging um Subventionsbetrug.
Die Produktion in Grimmens Hähnchenschlachterei wurde 2011 gestoppt. Vier Jahre später standen in Rostock zwei Gutsgold-Mitarbeiter vor Gericht. Es ging um Subventionsbetrug. Quelle: Raik Mielke
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Grimmen

Es ging um Subventionsbetrug von 4,73 Millionen Euro. Obwohl das Geld zu Unrecht an die einstige Geflügelschlachterei in Grimmen (Vorpommern-Rügen) floss, stellte das Rostocker Landgericht das Verfahren gegen relativ geringe Auflagen ein. Wenn Ex-Betriebsleiter Mario S. bis 31. Mai 25.000 Euro an die Staatskasse zahlt und ein weiterer Mitarbeiter 500 Sozialstunden leistet, gilt das Verfahren als abgeschlossen.

Die OSTSEE-ZEITUNG fragte den Anwalt von Mario S., Prof. Dr. Carsten Wegner (42), ob sein Mandant das Geld zahlen wird und warum das Verfahren einen so milden Abschluss fand.

Anwalt Wegner kritisierte die schlechte Ermittlungsarbeit des Zolls. Er machte zudem deutlich, dass  Behörden in Mecklenburg-Vorpommern die strittigen Messwerte schon seit 2006 kannten. Trotzdem erhielt der französiche Doux-Konzern, zu dem der Grimmener Gutsgold-Betrieb gehörte, noch 2008 und 2009 Exporterstattungen. Durch eine spezielle Technologie beim Abkühlen des Hähnchenfleisches enthielt das Fleisch mehr Wasser, als in der Europäischen Union erlaubt ist. 



Elke Ehlers

10.04.2015
10.04.2015