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Grimmen Hildebrandshagener liebt seine Brieftauben
Vorpommern Grimmen Hildebrandshagener liebt seine Brieftauben
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13:46 26.07.2019
Berthold Zoch mit einer seiner erfolgreichen Brieftauben.
Berthold Zoch mit einer seiner erfolgreichen Brieftauben. Quelle: Almut Jaekel
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Hildebrandshagen

Berthold Zoch ist ein echter Hildebrandshagener. Seine Eltern lebten dort, er und seine Frau Waltraud wohnen gleich neben dem Haus, in dem er aufwuchs. Der 65-Jährige ist Rentner, hilft aber der Tochter, die mit einem Pflegedienst selbstständig ist, ebenso wie seine Frau.

Mit 50 in den Pflegeberuf

Mit 50 Jahren sei für ihn auf dem Bau Schluss gewesen, erzählt er. Zimmerermeister ist Berthold Zoch, doch von Baustelle zu Baustelle ziehen, ging irgendwann nicht mehr. Seine Frau hatte damals ebenfalls einen Pflegedienst – wohl den ersten in der gesamten Region. „Anfangs bin ich nur mitgefahren, habe geholfen“, sagt Berthold Zoch. Doch dann hat er sich für eine Umschulung noch mal auf die Schulbank gesetzt. „Schließlich war ich 13 Jahren in der Pflege unterwegs“, erzählt er. „Auch, wenn ich mir das anfangs nicht hatte vorstellen können. Dazu noch in der Firma der eigenen Frau!“ Heute aber weiß er: „In der Pflege werden Männer gebraucht.“

Früher gab es im langgestreckten Dorf Hildebrandshagen drei Teile. Heute konzentriert sich der Ort um das Gutshaus, dass der Familie Hünnekens gehört. Berthold Zoch ist als Taubenzüchter über die Gemeinde hinaus bekannt.

Neubau Ende der 90er

Waltraud Zoch stammt aus Wittenhagen gleich um die Ecke. „Nach unserer Hochzeit sind wir nach Behnkendorf in den Block gezogen“, erinnert sich Berthold Zoch. Aber als er 1997 das Grundstück neben seinem Elternhaus, in dem heute seine Schwester wohnt, von seinem Vater geschenkt bekam, hielt die Zochs nichts mehr und sie bauten. Mit drei Kindern und einem Büro war das neue Haus schnell gefüllt. „Deshalb habe ich sogar das Dachgeschoss erweitert, ein Kinderzimmer ist dort oben“, sagt er.

Hobby: Brieftauben

Und sein Pokalzimmer. 85 Pokale nennt Berthold Zoch sein eigen. Alle hat er für seine Tauben erhalten, denn der Hildebrandshäger ist sehr erfolgreich mit seinen Brieftauben. „Mit den Urkunden könnte ich das ganze Haus tapezieren“, sagt er.

Schon mit jungen Jahren hätte er mit dem Hobby begonnen, nach der Familiengründung wurden die Tauben allerdings Nebensache. „Doch dann kam mein Taubenvirus wieder“, sagt Zoch. Und stolz berichtet er davon, dass er vor zwei Jahren die zweitbeste Taube bei der Bundesausstellung präsentierte.

Am liebsten steht er auf seinem selbst gebauten Podest am Taubenschlag und „guckt die Tauben ran“, wenn sie ausgeflogen sind. „Das ist das Schönste am Rentnerdasein: Ich habe morgens für so etwas Zeit.“

Früher mehr Gemeinsamkeit

Etwas wehmütig blickt Berthold Zoch zurück, wenn er an die Gemeinsamkeit denkt. „Wir hatten hier immer Dorffeste und jetzt kenne ich leider nicht einmal mehr jeden Namen, wenn mich der Paketbote um Rat fragt“, bedauert er.

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Almut Jaekel