Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Illegales Füttern durch Bürger: Ponys kämpften ums Überleben
Vorpommern Grimmen Illegales Füttern durch Bürger: Ponys kämpften ums Überleben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:07 30.01.2019
Hinweisschilder am Außenzaun des Grimmener Heimattierparks weisen darauf hin, dass die Tiere nicht gefüttert werden dürfen. Quelle: Raik Mielke
Grimmen

 Die beiden Ponys Jonny und Marie aus dem Grimmener Heimattierpark kämpften in den vergangenen Wochen ums Überleben. „Ja so drastisch muss man es leider ausdrücken“, sagt Tierpark-Leiterin Christin Trapp.

Was war passiert? Vor zwei Wochen musste Tierarzt Hans-Eckhard Lüttkemöller in den Zoo der Trebelstadt gerufen werden.

Tierparkleiterin Christin Trapp schaut nach wie es Pony Marie geht. Sie muss immer noch zweimal täglich starkes Schmerzmittel nehmen. Quelle: GRM

Als die Tierpfleger am Morgen zur Arbeit kamen, konnten beide Ponys nicht einen einzigen Schritt laufen. „Die Diagnose war schnell gestellt“, erklärt Christin Trapp und erklärt: „Unsere beiden Tiere habe eine schwere Gelenkentzündung.“ Und diese, so erklärt die Leiterin des Heimattierparks, ist die Folge falscher Fütterung. Leider werden die beiden Ponys immer wieder durch Bürger der Stadt illegal gefüttert. Möhren, Äpfel, Brot und Küchenreste liegen regelmäßig im Gehege. „Wenn unsere Tierpfleger dies sehen, entfernen sie das nicht geeigneten Futter sofort. Jedoch können wir den Bereich ja nicht dauerhaft überwachen, so dass die Ponys immer wieder das fressen, was ihnen nicht gut tut“, beschreibt die leitende Tierpflegerin. Und die Folgen sind schwerwiegend, wie Christin Trapp erläutert: „Die beiden Kleinpferde sind übergewichtig. Zudem leidet Jonny an dem Cushing-Syndrom, welches eine Hormonstörung ist. Wird er falsch ernährt, verschlimmern sich die Symtome. Unsere Tiere werden optimal ernährt. Bekommen sie zusätzlich viel zu energiereiches Futter, entzünden sich die Gelenke der Ponys.“ So erneut geschehen vor zwei Wochen. „Es ist furchtbar mit anzusehen, wie es den Tieren dann geht“, sagt Christin Trapp und betont: „Auch wenn es vielleicht gut gemeint ist, die Leute die Futter über den Zaun werfen, schaden den Tieren enorm.“ Jonny und Marie waren die großen Schmerzen anzusehen. „Es geht dann regelrecht um Leben und Tod und bei Marie sah es wirklich nicht gut aus.“

Was ist das Cushing-Syndrom?

Das Cushing Syndrom ist eine Hormonstörung, die durch eine Überfunktion der Nebennierenrinde ausgelöst wird.

Die Krankheit ist chronisch fortschreitend und kann nicht geheilt, aber erfolgreich behandelt werden.

Wird Cushing nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, treten als Folge häufig auch schwerwiegende Erkrankungen wie Hufrehe oder Infektionen auf.

Im Falle des Grimmener Ponys ist eine richtige Ernährung enorm wichtig.

Seit 14 Tagen sind die beiden tierischen Bewohner des Grimmener Zoos nun unter der Beobachtung des Tierarztes. Zweimal am Tag müssen sie zudem immer noch sehr starkes Schmerzmittel bekommen. „Glücklicherweise sind unsere Ponys inzwischen auf dem Weg der Besserung. Wir haben für beide wärmende Decken bestellt, die sie nun tragen. Diese Wärme ist für den Heilungsprozess sehr wichtig“, beschreibt die Tierpark-Leiterin und berichtet, dass sie bereits Kontakt zum Ordnungsamt aufgenommen hat. „Wir warnen schon seit vielen Monaten am Außenzaun des Geheges mit Bildern der Tierarztbehandlung und Worten der Aufklärung, warum es den Tieren schadet sie zu füttern“, sagt sie. Dies gilt übrigens für alle Tiere des Zoos. „Wir sind sehr dankbar, wenn die Leute zu uns kommen und uns Futter vorbeibringen. Dann können wir es richtig portionieren und den Tieren geben, die es vertragen. Aber auf keinen Fall alleine füttern“, betont sie.

Erneut leiden die Pferde im Grimmener Heimattierpark, weil sie von Bürgern der Stadt illegalerweise gefüttert wurden. Tierarzt Hans-Eckhard Lüttkemöller kümmerte sich um die Tiere. Quelle: Raik Mielke

Desweiteren informiert Christin Trapp das künftig jeder Verstoß sofort zur Anzeige gebracht wird. „Es geht schließlich um das Wohl unserer Tiere“, findet sie.

Raik Mielke

Ein Sattelzug ist am Dienstagmorgen zwischen Steinhagen und Negast von der Straße abgekommen und umgekippt. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Die B 194 wurde zur Bergung halbseitig gesperrt.

29.01.2019
Grimmen „In jedem Menschen steckt ein großes Seelenleben“ - Ein Theaterpädagoge für SOS-Dorf Hohenwieden

Der 41-Jährige möchte die Kommunikation schulen und die Persönlichkeit der gehandicapten Menschen stärken.

29.01.2019
Grimmen Gesichter der Region - Neuigkeiten erfuhr sie zuerst

Gudrun Putzier (66) aus Abtshagen wollte schon als Kind Friseurin werden. Sie erfüllte sich ihren Wunsch. Mittlerweile genießt sie den Ruhestand und engagiert sich bei der Volkssolidarität.

29.01.2019