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Grimmen Initiative fordert Stolpersteine auch in Grimmen
Vorpommern Grimmen Initiative fordert Stolpersteine auch in Grimmen
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07:31 26.03.2019
Rosen, wo längst hätten Stolpersteine sein können. Agnes Roither hatte die Blumen kürzlich an Adressen der vertriebenen Juden in Grimmen niedergelegt. Quelle: Dana Frohbös
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Grimmen

Initiative Stolpersteine auch in Grimmen“ (ISAIG) heißt ein Zusammenschluss von Bürgern, die sich dafür einsetzen, auch in Grimmen mit Stolpersteinen an ehemalige jüdische Einwohner zu erinnern. „Ziel ist es zunächst, eine Genehmigung für drei dieser Stolpersteine von der Stadtverwaltung zu bekommen“, sagte Lutz Wierszbowski bei einer ersten Zusammenkunft der Initiative in der Kreisvolkshochschule in Grimmen. Der entsprechende Antrag wird am Dienstag im Rathaus abgegeben.

Innerhalb des Projektes Stolpersteine des deutschen Künstlers Gunter Demnig sollen drei Stolpersteine vor dem Haus in der Langen Straße 1, der letzten frei gewählten Wohnstätte dreier Jüdinnen in Grimmen, die Steine verlegt werden, heißt es im Antrag. Erinnert werden soll damit an Edith Wolff, Vera Davidson und Bärbel Helena Davidson. „Bei diesen drei konkreten Namen ist die Datenlage eindeutig. Alle drei haben in diesem Haus gewohnt“, informiert Sven Thurow, der sich intensiv mit der Geschichte der Juden in Grimmen beschäftigt hat. „Offiziell hieß es, sie sind geflüchtet, aber alle drei sind am 12. Februar 1940 mit dem Ziel Ghetto Piaski/Lublin deportiert worden. Vera Davidson ist noch im Februar 1940 gestorben, Edith Wolff im September 1941. Und die erst fünfjährige Bärbel Helena Davidson hat nicht einmal den Transport überlebt.

Drei Jüdinnen deportiert

Edith Wolff wurde am 21. November 1925 geboren und am 12. Februar 1940 deportiert. Sie ist im Ghetto Piaski/Lublin, wahrscheinlich im September 1941 umgekommen.

Vera Davidson wurde am 20. Januar 1905 geboren und ebenfalls am 12. Februar 1940 deportiert. Sie ist wahrscheinlich schon im Februar 1940 gestorben.

Bärbel Helena Davidson wurde am 17. Januar 1935 geboren und hat den Transport ab dem 12. Februar 1940 nicht überlebt.

Alle drei wohnten in Grimmen im Haus Lange Straße 1.

Die Stolpersteine seien nicht nur ein Zeichen der Erinnerung, sondern würden darüber hinaus darauf hinweisen, zu welchen Auswüchsen Nationalismus, Rassismus, Fremdenhass und Intoleranz führen können, heißt es in der Begründung zum Antrag. Sie seien sichtbare Zeichen eines Gemeinwesens um Ausgrenzung, Vertreibung und Vernichtung keinen Raum zu bieten.

„Wenn die Verlegung der Steine über Gunther Demnig erfolgt, entstehen der Stadt keine Kosten“, sagt Lutz Wierszbowski. Sie werden vollständig über Spenden und Patenschaften finanziert. Die Steine werden ein Format von 96 mal 96 mal 100 Millimetern haben und eine Messingplatte mit dem Namen, dem Geburts- und Deportationsjahr und -ort tragen. Sie werden vom Künstler Gunther Demnig in das Gehwegpflaster vor dem Haus verlegt. Den Termin würde die Initiativgruppe in Absprache mit dem Bauamt der Stadt und der Stiftung „Spuren- Gunther Demnig“ koordinieren. Die Verlegung würde insgesamt etwa 60 bis 90 Minuten dauern. Allerdings könnten, bis es soweit ist, mindestens ein Dreivierteljahr vergehen, weil der Künstler viele Aufträge dieser Art hat.

Schon 2014 waren Stolpersteine als Erinnerung an Grimmener Juden durch Sven Thurow angeregt worden. „Es folgten mündliche Absprachen, aber nichts tat sich“, sagt er. „Es liegt ein Beschluss der Stadtvertretung vor, an die vertriebenen Juden zu erinnern“, sagt Stadtvertreter Armin Latendorf (Linke) beim Treffen der Initiativgruppe. Aber darin sei offen gehalten, ob es Stolpersteine oder eine Gedenktafel beispielsweise am Alten Friedhof der Stadt sein soll oder, ob der Gedenkstein am ehemaligen jüdischen Friedhof in der Grimmener Karlstraße reicht. Dieser Gedenkstein in der Karlstraße erinnere jedoch an den jüdischen Friedhof und nicht an die Vertreibung jüdischer Grimmener Einwohner, waren sich die Initiatoren einig und fordern deshalb mit ihrer Unterschrift die Genehmigung der Stolpersteine.

Almut Jaekel

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