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Junge Frau aus Grimmen kämpft weiter für ihre Reise nach Spanien

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14:14 14.02.2020
Tamina leidet an einer seltenen Krankheit und sehnt sich nach einer Reise nach Spanien. Doch dieser Wunsch ist schwer zu erfüllen. Quelle: Carolin Riemer
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Grimmen

Es ist ein langer und beschwerlicher Weg, den Tamina Engel und ihre Eltern gehen müssen – ein Weg, der im Sommer in Spanien enden soll. Die 18-Jährige, die an der seltenen Krankheit namens spinale Muskelatrophie leidet, wünscht sich seit Jahren einen Urlaub auf Mallorca (die OZ berichtete). Doch eine Flugreise mit ihrem elektrischen Rollstuhl gestaltet sich für die Fluggesellschaften sehr schwierig, denn für den Transport müssten sie eine komplette Sitzreihe im Flieger ausbauen. Das wäre für die Gesellschaften nur lukrativ, wenn Taminas Eltern fast 40 000 Euro für den Flug bezahlen. Eine utopische Summe.

Nachdem ein Artikel in der OSTSEE-ZEITUNG über das Schicksal der 18-Jährigen berichtete, überwältigte eine Welle der Hilfsbereitschaft die Familie aus Grimmen. Mehrere tausend Euro spendeten sie und ließen Taminas Traum ein großes Stück näherrücken. Der Verein Kinderlachen e.V. organisierte zusätzlich noch eine Ausstellung auf Rügen. Dort stellte die talentierte Abiturientin Bilder aus, die sie mit Hilfe ihrer Computermaus zeichnet. „Ich hatte viele nette Gespräche mit den Besuchern. Es hat mir sehr großen Spaß gemacht“, sagt die junge Frau.

Daumen drücken, damit der Traum wahr wird

Doch jetzt heißt es: Daumen drücken. Taminas Vater, Swen Engel, ist seit Monaten bemüht, die Spanienreise seiner Tochter zu organisieren. Eine Fluggesellschaft erklärte sich bereit, Tamina an Bord zu nehmen. Eine schriftliche Bestätigung gibt es jedoch noch nicht. „Sie könnten uns noch kurz vor dem Start bitten, das Flugzeug zu verlassen. Es ist alles sehr kompliziert und von vielen Faktoren abhängig, auf die wir keinen Einfluss haben“, sagt Swen Engel und die Traurigkeit darüber steht ihm ins Gesicht geschrieben.

Große Probleme bereitet den Fluggesellschaften der Transport des elektrischen Rollstuhls. Familie Engel musste unzählige Fragen zu ihm beantworten und etliche Bilder versenden. Er müsste im Frachtraum reisen und stellte Tamina und ihre Eltern vor ein weiteres Problem. Die Schülerin kann sich ohne die Sitzschale, die fest auf ihren Rollstuhl montiert ist, nicht allein aufrecht halten. Und so muss eine speziell angefertigte transportable Sitzschale angefertigt werden, die zwischen 6000 und 8000 Euro kostet. Diese Summe möchten die Eltern von den Spenden der OZ-Leser bezahlen. Kummer bereitet der Familie jedoch, dass es noch keine endgültige Zusage von der Fluggesellschaft gibt. „Manchmal haben wir das Gefühl, dass noch nie ein kranker Mensch geflogen ist und sie nun vor ein völlig neuartiges Problem stellt“, sagt Swen Engel.

Keine passende Unterkunft auf Mallorca

Die Grimmener würden in Stuttgart starten, damit die Flugzeit so gering wie möglich gehalten wird und Taminas Körper nicht unnötigen Strapazen ausgeliefert wird. Doch auf Mallorca gibt es ein weiteres Problem. Die Hotelzimmer und Bäder sind so klein, dass Tamina dort mit ihrem Rollstuhl nicht wenden könnte. Auch ein dringend benötigtes Pflegebett war nicht zu finden. „Wir haben auf der Insel keine passende Unterkunft gefunden und mussten auf die Hafenstadt Alicante ausweichen.“ Dort fand Swen Engel ein barrierefreies Ferienhaus zu einem moderaten Preis. „Wenn wir gelandet sind, ist also alles gut“, sagt er. In Alicante gebe es sogar ein Pflegeteam, das auch Taminas Eltern ein bisschen Entlastung im langersehnten Urlaub bringen kann.

Im April starten für Tamina erst einmal die schriftlichen Abiturprüfungen. Mit Chemie geht es los. Die junge Frau legte in der Vorprüfung eine glatte Eins ab und sieht dem gelassen entgegen. „Manchmal glaube ich schon gar nicht mehr daran, dass es im Sommer nach Spanien geht“, sagt sie. Dabei möchte sie so gern die Kultur kennenlernen, mit Einheimischen Spanisch sprechen und einfach mal ein Eis am Strand essen. „Wir müssen jetzt alle ganz fest die Daumen drücken, damit unser Wunsch endlich wahr wird“, sagt Swen Engel, der sich zusammen mit seiner Frau vierundzwanzig Stunden am Tag um Tochter Tamina kümmert.

Eins von 10 000 Babys ist betroffen

Die spinale Muskelatrophie, kurz SMA genannt, ist eine seltene, fortschreitende neuromuskuläre Erkrankung, die etwa eines von 10 000 Neugeborenen betrifft. Sie ist die häufigste erbliche Erkrankung mit Todesfolge im Säuglingsalter und wird überwiegend bereits im frühen Kindesalter diagnostiziert. Bei SMA werden Nervenzellen, die Muskelbewegungen steuern geschädigt, was zum fortschreitenden Verlust dieser Zellen führt. Dadurch leiden die Betroffenen unter zunehmender Muskelschwäche, dem Hauptsymptom der SMA, sowie unter Muskelschwund und Lähmungserscheinungen. Die SMA ist mehr als eine Erkrankung motorischer Nervenzellen, das heißt, sie beeinträchtigt auch die Funktion anderer Organe wie Herz und Verdauungstrakt.

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Von Carolin Riemer

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