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Grimmen Kabel-TV-Anbieter Pÿur lässt Kunden in Grimmen hängen
Vorpommern Grimmen Kabel-TV-Anbieter Pÿur lässt Kunden in Grimmen hängen
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13:39 26.06.2019
In der Mozart-, der Bach- und Beethoven-Straße in Grimmen bleibt bei den Anwohnern seit dem 1. Juni der TV-Bildschirm schwarz.
In der Mozart-, der Bach- und Beethoven-Straße in Grimmen bleibt bei den Anwohnern seit dem 1. Juni der TV-Bildschirm schwarz. Quelle: Anja Krüger
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Grimmen

Dirk Ziemann ist stocksauer! Am 4. Juni sollte im Wohngebiet Zweendamm in Grimmen das Kabelfernsehen von analog auf digital umgestellt werden. Seit dem 1. Juni aber schon bleibt der Bildschirm seines TV-Geräts und das weiterer Bewohner der Mozart-, Johann-Sebastian-Bach- und Ludwig-van-Beethoven-Straße schwarz.

Nicht, weil die Geräte der Leute schon etwas älter und für das digitale Zeitalter nicht gerüstet sind. „Zumindest wir haben einen neuen Fernseher“, versichert Dirk Ziemann. Versorger ist das Unternehmen Pÿur TV – einst Primacom. Zwischen dem 1. und dem 12. Juni hat er täglich die Kundenhotline angerufen. Das Ergebnis ist gleich null. „Jedes Mal gab es eine andere Aussage zu dem Grund, manchmal wurde aber auch gesagt, dass überhaupt keine Störung vorliegt“, beschwert sich der Grimmener.

Kaputtes Erdkabel wahrscheinlich schuld

Mehr Vertrauen hat er in die Aussage eines von Pÿur beauftragten Technikers, der tatsächlich am 4. Juni die Umstellung vornehmen sollte. „Er meinte, dass ein Erdkabel wohl bei Arbeiten, die in jüngster Vergangenheit stattgefunden haben, beschädigt wurde“, berichtet Ziemann. Das könne passieren, meint er verständnisvoll. Dass aber nichts gegen die Störung unternommen wird, die Anwohner nicht informiert werden und auch keine vernünftige Aussage bekommen, dafür fehlt ihm das Verständnis gänzlich.

Pÿur: „Uns ist keine Störung bekannt.“

Auch gegenüber der OZ schweigt sich das Unternehmen zunächst aus. Eine erste E-Mail mit der Bitte um Stellungnahme bleibt unbeantwortet. Auf telefonische Nachfrage, warum dies so sei, wird sich entschuldigt und versichert, sich schnellstmöglich darum zu kümmern. Wieder passiert erst mal nichts. Und dann – einige Tage später – teilt Pÿur-Pressesprecher Mario Gongolsky mit: „Tatsächlich ist uns in Grimmen insgesamt und im Gebiet Zweendamm keine Störung bekannt. Unser Kundenservice hat alle lokalen Servicekontakte daraufhin untersucht und auch keine Störungsmeldung ausfindig machen können.“

Einzig am 6. Juni sei für Grimmen eine TV-Störung gemeldet worden. Grund sei ein nicht durch Pÿur verursachter Signalzuführungsfehler gewesen, der dazu führte, dass einige TV-Programme vorübergehend nicht empfangbar gewesen seien. „Diese Störung wurde aber zeitnah behoben“, teilt Gongolsky mit. Bei Pÿur gehe man davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handele oder nach der Störung am 6. Juni einfach ein Sendersuchlauf gestartet werden müsse. Eine erneute Nachfrage bei Pÿur ist bis Mittwoch unbeantwortet geblieben.

Anwohner rüsten auf Satellitenschüssel um

Ziemann reagiert fassungslos. „Diese Art, mit Kunden umzugehen, ist ...“ Er vermag es nicht mal in Worte zu fassen. „Wie bitte soll ich das tun, wenn der Fernseher nicht mal ein Signal empfängt“, fragt er. So viel zumindest „sagt“ nämlich sein Fernseher noch: „Kein Signal, bitte Kabel prüfen.“

Und er weiß mit Bestimmtheit, dass es nicht nur ihm so geht. Einige Anwohner der drei Straßen hätten sich mittlerweile Satellitenschüsseln gekauft und anbringen lassen, erzählt er. Er aber wolle das nicht – weder die Schüssel am Haus, noch im Haus Kabelkanäle ziehen. Er überlegt nun, einen Anwalt einzuschalten.

Anja Krüger

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