Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Krätzemilben auf dem Vormarsch
Vorpommern Grimmen Krätzemilben auf dem Vormarsch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:37 22.12.2018
Eine Krätzemilbe vergrößert dargestellt. Quelle: OZ-Achiv
Anzeige
Grimmen

Krätze: Schon der Name dieser Krankheit, medizinisch als Skabies bezeichnet, lässt die Menschen erschrecken. Die Vorstellung, dass kleine Milben unter der Haut Gänge schaffen und ihre Eier und Kot ablegen, ruft regelrecht Ekel hervor. Und nun sind die gerade mal 0,3 bis 0,5 Millimeter großen Tierchen wieder auf dem Vormarsch – auch in Grimmen. Dabei galten sie schon schon fast als ausgestorben. Aber unterschwellig seien sie immer da gewesen, wie Flöhe, Wanzen und Läuse auch, meint Olaf Manzke, Pressesprecher des Landkreises Vorpommern-Rügen. „In den vergangenen Jahren sind die Erkrankungszahlen signifikant angestiegen“, berichtet er.

So stieg die Anzahl der jährlich Erkrankten in Mecklenburg-Vorpommern von 2016 bis Anfang Dezember dieses Jahres auf über das Neunfache an. 599 Fälle wurden bis zur 49. Kalenderwoche in diesem Jahr in M-V registriert, 166 davon im Landkreis Vorpommern-Rügen. „Im Landkreis stieg die Zahl der Erkrankten in diesem Jahr von 30 im ersten Quartal auf 79 allein im vierten Quartal“, informiert Manzke. Der Grimmener Raum liege da an zweiter Stelle, was die Häufigkeit betrifft, gefolgt vom Ribnitz-Damgartener und Rügener Bereich. Die meisten Fälle habe es im Großraum Stralsund gegeben.

Einmal mehr Grund, um aufzuklären, wie es zu der Erkrankung kommt, wie sie behandelt wird und wie Ansteckungen vermieden werden können. Die Krätze ist eine Hauterkrankung, die durch die Krätzmilbe verursacht wird. Diese Milben sind für den Laien mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. Die Übertragung findet direkt von Mensch zu Mensch, insbesondere durch enge Körperkontakte, statt. Vom Milbenbefall bis zum Ausbruch der Krankheit dauert es drei bis sechs Wochen. In diesem Zeitraum sind meistens noch keine Symptome des Milbenbefalls zu spüren. Jedoch kann die Krankheit in dieser Zeit bereits weiter verbreitet werden. Bei Erkrankten sind nach den ersten Wochen feine, dunkle und unregelmäßige Linien sowie Hautrötungen, Bläschen und Krusten auf der Haut zu sehen. Geplagt werden sie von starkem Juckreiz – vor allem nachts. Meist entstehen durch das Kratzen dann Entzündungen. Obwohl bereits vor den erkennbaren Anzeichen einer Erkrankung die Milben weitergegeben werden können, besteht bis zur Diagnosestellung durch einen Arzt kein Besuchsverbot in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, Krippen, Horte oder Schulen. Dies gilt erst mit der Diagnose.

„Therapiert werden die Erkrankten mit Salbe oder auch Tabletten“, weiß Olaf Manzke. Schon nach Abschluss der ersten ordnungsgemäßen Behandlung können Kinder wieder in die Schule und Erwachsene wieder zur Arbeit gehen. Folgeuntersuchungen werden vereinbart, um auch sicher zu gehen, dass wirklich alle Milben abgetötet wurden. Neben betroffenen Familienmitgliedern, ist es ganz wichtig, dass enge Kontaktpersonen ebenfalls vom Arzt auf Krätzmilben untersucht werden.

Um andere vor einer Ansteckung zu schützen, sollten Erkrankte vorübergehend den Kontakt zu anderen Menschen einschränken und direkten Hautkontakt meiden. Die Wäsche sollten Erkrankte bei mindestens 60 Grad Celsius waschen. Was nicht in der Waschmaschine gewaschen werden kann, sollte für mindestens drei Tage bei über 21 Grad Celsius in verschlossenen Plastiksäcken trocken gelagert werden. Polstermöbel sollten mit dem Staubsauger gereinigt werden oder für mindestens zwei Tage nicht benutzt werden. „Denn ohne den Menschen als Wirt, haben die Krätzemilben keine Überlebenschance, sterben nach nur wenigen Tagen“, weiß auch Manzke.

Anja Krüger

Einige Exemplare liegen noch in der Fotohandlung zur Abholung bereit.

21.12.2018

Die OZ-Weihnachtsaktion unterstützt in diesem Jahr die Nachwuchsringer des Grimmener Vereins „Athletic Energy“. Fast 60 Kinder und Jugendliche trainieren in dem Verein, der 2017 gegründet wurde.

21.12.2018
Grimmen Gesichter der Region - Grimmenerin liebt Handarbeiten

Hannelore Mattiezik organisierte jahrelang im Wasserturmaktiv Veranstaltungen.

21.12.2018