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Grimmen Karlsruher Studenten untersuchen Motorik
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07:00 23.03.2019
Leni Mollenhauer (5) nimm schon zum zweiten Mal an der Studie teil. Gefragt waren Geschicklichkeit, Ausdauer und eine gute Gesundheit. Quelle: Raik Mielke
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Nehringen

Auf immer dünner werdenden Balken balancieren, beim heißen Draht möglichst wenige Fehler machen und anschließend auf dem Hometrainer nochmals zur Höchstleistung auflaufen. Diese und weitere Übungen absolvierten rund 30 Probanden in dieser Woche im Nehringer Jugendgästehaus „Graureiher“.

Pia Frank (20), studierende Sportwissenschaftlerin an der Universität Karlsruhe: "Wir haben uns die motorischen Fähigkeiten von Menschen aus der Region angesehen." Quelle: Raik Mielke

Eingeladen von studierenden Sportwissenschaftlern und Lehramtsstudenten der Karlsruher Universität, nahmen Leute im Alter von vier bis 30 Jahren an der Studie teil. „Wir belegen an der Universität ein Motorik-Modul und dies ist ein praktischer Teil unseres Studiums“, erklärt Studentin Pia Frank. Die 20-Jährige und zwei weitere Studenten hatten die Aufgabe durch verschiedene Tests, Werte zu erheben. „Wir werten diese nicht aus, sondern dokumentieren diese nur. In der Folge werden sich Professoren der Universität den Werten annehmen und sie detailliert auswerten“, beschreibt die angehende Sportwissenschaftlerin. Konkret ging es an den verschiedensten Stationen um die Motorik der Probanden. „Wir sind in ganz Deutschland unterwegs und jetzt eben auch in dieser Region. Das Jugendgästehaus in Nehringen bietet optimale Bedingungen, weil wir in den Räumlichkeiten die verschiedensten Stationen aufbauen können“, erklärt Pia Frank und beschreibt: „Der Test dauert ungefähr zwei Stunden und beginnt mit einer Fragerunde.“

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Hierbei geht es um das soziale Umfeld der getesteten Person und deren alltägliche Aktivität. „Wir wollen hiermit einfach herausfinden, wie das soziale Umfeld die Motorik eines Menschen beeinflusst. Es geht auch darum, um sie in einem Sportverein aktiv sind, wie sie täglich zur Schule kommen oder welche Möglichkeiten der Aktivität es in ihrem Wohnumfeld gibt“, zählt die 20-jährige Studentin auf.

Ist dieser theoretische Teil geschafft, geht es um den Gesundheitszustand der Testpersonen. „Wir testen einfach, ob sie körperlich und vor allem gesundheitlich in der Lage sind, die sportlichen Aktivitäten durchführen zu können“, bringt es Pia Frank auf den Punkt. So wurden die Vitalwerte im Ruhezustand, aber auch unter Belastung überprüft.

Dann konnte die eigentliche Testphase beginnen. „Durch Messung bei verschiedensten Übungen wollen wir herausfinden, wie beweglich die jungen Leute sind und wie gut der Gleichgewichtssinn ausgebildet ist“, erklärt die studierende Sportwissenschaftlerin. So mussten die Teilnehmer der Motorik-Studie vorwärts und rückwärts über immer dünner werdende Balken balancieren, ihre Kraftausdauer bei Liegestützen unter Beweis stellen und gemessen durch Computertechnik zeigen, wie geschickt und reaktionsschnell sie sind.

Leni Mollenhauer (5) nimm schon zum zweiten Mal an der Studie teil. Gefragt waren Geschicklichkeit, Ausdauer und eine gute Gesundheit. Quelle: Raik Mielke

Eine der jüngsten Teilnehmerinnen war die fünfjährige Leni Mollenhauer aus Grimmen. Sie nimmt bereits zum zweiten Mal an der Motorik-Studie teil und meisterte die Übungen besser als so mancher junger Erwachsene. „Das hat richtig viel Spaß gemacht“, sagte die junge Trebelstädterin. Wie Pia Frank erklärt, gehört Leni zu den Langzeit-Probanden. Diese werden in regelmäßigen Abständen immer wieder diesen Test absolvieren. „Dadurch wollen wir herausfinden, ob eine gute Motorik im Kindesalter einen Einfluss auf die Motorik im jungen Erwachsenen-Alter hat“, erklärt die Studentin aus Karlsruhe und sagt: „Die Studie läuft seit Jahrzehnten kontinuierlich weiter und so werden im Rahmen der Auswertung repräsentative Vergleiche zwischen den einzelnen Altersklassen, aber auch regionale Unterschiede aufgezeigt.“

Während die Teilnehmer durchgeschwitzt, aber gut gelaunt den Test beendeten, zog auch Jugendgästehaus-Leiter Basti Retzlaff ein überaus positives Resümee. „Unser Ziel ist es, ein ganz breites Spektrum an Veranstaltungen bei uns durchzuführen. Ich freue mich sehr, dass unsere Einrichtung für Durchführung der Studie gewählt wurde.“

Raik Mielke

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