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Grimmen Kater Tom in Grammendorf angeschossen: „Der Täter kommt vermutlich aus der Nachbarschaft“
Vorpommern Grimmen Kater Tom in Grammendorf angeschossen: „Der Täter kommt vermutlich aus der Nachbarschaft“
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17:51 25.11.2019
Christine Lehmann und Kater Tom. Er bekommt nach dem Schuss Antibiotika und starke Schmerzmittel. Quelle: Carolin Riemer
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Grammendorf

Kater Tom reizt seine sprichwörtlichen sieben Leben aus. Was dem zweieinhalb Jahren alten Tier am Freitag passierte, geht aber selbst über das Unglück des schwarz-weiß getigerten Pechvogels hinaus. Er wurde angeschossen. Sein Frauchen Christine Lehmann aus Grammendorf bei Grimmen ist nicht nur entsetzt, sondern gleichzeitig traurig, zornig und erbost: „Warum tut ein Mensch einem wehrlosen Tier absichtlich so weh?“, fragt sie ratlos. Viel Schlaf fand die 49-Jährige in den vergangenen Nächten nicht – genauso wenig wie eine Antwort auf die Frage.

Als Tom am Freitagabend nach Hause kommt und nicht wie gewohnt in seinen Katzenkorb auf dem Wohnzimmerschrank springt, sondern das Hundekörbchen von den Doggen Amira und Molpe zum Schlafen bevorzugt, wundert sich Christine Lehmann ein wenig. Doch als Tom am Morgen auch nicht fressen möchte und seine gewohnten Rituale nicht vollzieht, läuten bei der Tierliebhaberin die Alarmglocken.

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Geschoss aus Blei steckte im Bauch des Katers

Sie schnappt sich den Kater und sieht erst jetzt die blutige Wunde an seinem Bauch. „Ich dachte zuerst, dass es ein Hundebiss sei“, sagt sie. Kurzerhand lädt sie ihre geliebte Samtpfote ins Auto und fährt zum Tierarzt nach Bad Sülze. Doch was sie dort erfährt, erschüttert die Verwaltungsfachangestellte bis ins Mark. Er wurde angeschossen.

Ein 4,5 Millimeter großes Rundkopfgeschoss aus Blei steckt im Körper des Katers. Der Schusskanal ist voller Haare. Ob das Tier den Angriff überlebt, ist nicht gewiss. Auf dem Weg in die Greifswalder Tierklinik denkt Christine Lehmann, dass ihr Kater stirbt. „Er wurde plötzlich eiskalt und atmete nur noch ganz flach.“

Aber Tom schafft es und wird in der Klinik versorgt. Dort heißt es, dass die kommenden 14 Tage kritisch werden. Das kommt darauf, an wie die tiefe Wunde heilt. Aber Tom ist ein Kämpfer. Nur Menschen mag er seit Freitag nicht mehr.

Die Polizei ermittelt

Tom ist kein Streuner, hält sich nur in etwa sechs Gärten der unmittelbaren Nachbarschaft auf, und in Grammendorf weiß eigentlich jeder, dass er zu Frau Lehmann gehört. Das macht die Situation für die Frau umso schwieriger. „Ich habe Angst, einem Menschen in die Augen blicken zu müssen, der auf meinen Kater geschossen hat. Der Täter wird ja vermutlich aus der Nachbarschaft kommen.“ Die bislang 250 Euro für die Tierärzte seien für sie nebensächlich. Nicht aber das Leben ihres Haustieres. Sie erstattete Anzeige bei der Polizei.

Am Montag geht es Tom augenscheinlich besser. Vielleicht hat er Glück gehabt. Er frisst und trinkt, reagiert auf seine Umwelt, hält aber nichts vom Foto-Shooting mit der Presse. Tom windet sich im Arm von seinem Frauchen und möchte sich am liebsten verkriechen und nichts mehr mit Menschen zu tun haben. Richtig verschmust sei er zwar nie gewesen, aber nun ist der schüchterne Kater dazu noch sehr schreckhaft geworden.

Tom – der 1500-Euro-Kater

Tom hatte es noch nie leicht. Als Katzenbaby wollte ihm niemand ein Zuhause schenken, bis Christine Lehmann ihn endlich zu sich nahm. Irgendwas hat Tom immer. Christine Lehmann nennt ihn liebevoll ihren „1500-Euro-Kater“, denn so viel musste sie für seine unzähligen Verletzungen schon beim Tierarzt zahlen. „Ich hab immer Angst, dass er überfahren wird, wie so viele Katzen in Grammendorf.“

Christine Lehmann weiß, dass schon einige Katzen in Grammendorf spurlos verschwanden und sie versteht sogar, dass manche Anwohner gereizt sind, da es viele Streuner im Dorf gibt. Aber Tom ist ein Familienmitglied im Hause Lehmann. „Und selbst auf einen Streuner schießt man nicht“, sagt sie nachdrücklich.

Das Projektil liegt der Polizei vor und sie hofft, dass der Täter gefunden wird. Ein normales Luftgewehr könne nicht die Kraft aufbringen, einem Kater den Bauch zu zerschießen. „Und wer auf Tiere schießt, dem ist alles zuzutrauen.“

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Von Carolin Riemer

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