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Grimmen Kaum Interesse am Grimmener Museum
Vorpommern Grimmen Kaum Interesse am Grimmener Museum
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10:23 15.11.2018
Im Grimmener Heimatmuseum geben zahlreiche Ausstellungsstücke aus den vergangenen Jahrhunderten einen detaillierten Einblick in die Stadtgeschichte. Quelle: Raik Mielke
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Grimmen

 Das Grimmener Heimatmuseum wurde am 15. Juni 1987 anlässlich der 700-Jahrfeier der Stadtgründung eröffnet. Jahrelang fanden in den Räumlichkeiten am Mühlentor diverse Veranstaltungen statt und die Exponate der Stadtgeschichte interessierten viele Leute. Inzwischen ist es sehr ruhig geworden im Museum der Stadt. „Viel zu ruhig“, findet auch Leiterin Dr. Sabine Fukarek. Dabei ist die Einrichtung an drei Tagen in der Woche und zweimal im Monat auch am Sonntag geöffnet. Zusätzliche Besichtigungstermine nach Absprache sind zudem möglich. „Ich bin mir auch nicht ganz sicher, warum wir so wenige Besucher haben. Es liegt wahrscheinlich auch am gesellschaftlichen Wandel, aber auch daran, dass wir aus personellen Gründen nicht mehr so viele Veranstaltungen anbieten können, wie noch vor einigen Jahren“, versucht die Leiterin zu erklären. Auch von Schulklassen wird das Heimatmuseum kaum noch angenommen. Dabei ist die Geschichte der Trebelstadt, aber auch der gesamten Region in dem wiekhausähnlichen Anbau und dem ausgebauten Mühlentor eindrucksvoll erlebbar.

Baubeginn des Grimmener Heimatmuseums neben dem Mühlentor im Jahre 1986. Quelle: OZ-Archiv

Nur noch 30 Prozent des Bestandes wurden aufgefunden

Der aktuelle Bestand umfasst Hausrat aus dem 19. und 20. Jahrhundert, darunter einige ältere Stickmustertücher und Haubenschachteln, Textilien, Accessoires und Vereinsfahnen. Die handwerkliche Sammlung beinhaltet landwirtschaftliche Geräte, Repräsentationsstücke der Handwerksinnungen, wie Laden, Schaffhölzer, ein Willkomm-Pokal der Zimmerer Grimmens, Statuten und Innungsrollen und Werkzeug. Das Museum besitzt außerdem eine kleine begonnene Grafik- und Gemäldesammlung mit Landschaftsmotiven der Stadt und der Region. Die Fossilien- und Mineraliensammlung steht in engem Zusammenhang mit der Geschichte der Erdölindustrie und dem Abbau von Liaston in Grimmen. Der Sammlungsteil Frühgeschichte enthält Keramikfunde aus der Altstadt und der näheren Umgebung, Steingeräte und Artefakte. „Diesen Bestand haben wir zum einen aus der ehemaligen Sammlung übernommen“, erklärt Dr. Sabine Fukarek. Denn bereits vor den Weltkriegen gab es in Grimmen ein Heimatmuseum mit einer umfangreichen Sammlung, die seit September 1929 in einer Ausstellung auf dem hierfür hergerichteten Boden des Rathauses der Stadt besichtigt werden konnte. „Man muss davon ausgehen, dass zur damaligen Zeit sehr viel weggekommen ist. Bei der Übernahme des Bestandes zur Eröffnung des jetzigen Museums im Jahre 1987 konnte nur noch rund 30 Prozent des eigentlichen Bestandes aufgefunden werden“, sagt die Museumsleiterin und erklärt: „Der damalige Bürgermeister Grimmens, Otto Waterstradt, war der eigentliche Gründer und Initiator dieser kleinen Einrichtung. Mit Kriegsende gab es keine kontinuierliche Betreuung des Museumsgutes mehr.“ Teilweise waren in den fünfziger Jahren zwar noch Begehungen des Bodens möglich, jedoch oft unbeaufsichtigt, so dass die Sammlung allmählich immer kleiner wurde. „Einige Stücke konnten glücklicherweise in die umliegenden größeren Museen verbracht werden“, sagt sie und ist immer noch auf der Suche nach alten Zeitungsartikeln, die eventuell Aufschluss über größere Besuchergruppen der damaligen Zeit geben.

Handwerkskunst nach dem Zweiten Weltkrieg. Diverse Exponate, wie diese Schuhe, sind im Museum ausgestellt. Ihre Sohlen wurden aus Autoreifen angefertigt. Quelle: Raik Mielke

Dauer- und Wanderausstellungen bringen neue Impulse

„Die Dauerausstellung umfasst Themen aus der Frühgeschichte der Region“, sagt Dr. Sabine Fukarek. So erleben Besucher die Geschichte der Hockergräber von Nehringen, Großsteingräber im Poggendorfer Forst, die Drachenfibel von Nehringen, das Fürstengrab Poggendorf, oder beispielsweise einen Ur-Schädel-Fund vom Ibitzgraben. „Diese Dauerausstellung versucht die Stadtentwicklung Grimmens von der Besiedlung um 1250 bis ins 20. Jahrhundert an Knotenpunkten darzustellen“, erklärt die Museumsleiterin. Einen Eindruck von dem besonderen Charakter der ehemals kleinen typischen Ackerbürgerstadt Grimmen vermittelt die Präsentation einer Vielzahl handwerklicher und ackerwirtschaftlicher Geräte und Arbeitsmittel. „Vierteljährlich haben wir zudem die unterschiedlichsten Wanderausstellungen im Haus“, sagt sie.

Dieser Ur-Schädel-Fund eines ausgestorbenen Auerochsens wurde bei Baggerarbeiten nahe Grimmens im Jahre 1989 gefunden und steht heute im Heimatmuseum. Gelebt hat das Tier im 13. Jahrhundert vor Christus. Quelle: Raik Mielke

Waschtage sollen als Tradition bestehen bleiben

Unweit des Grimmener Heimatmuseum nutzen die Grimmener Bürger damals das angestaute Trebelwasser um ihre Wäsche zu waschen. Seit vielen Jahren können Schüler der Stadt erleben, mit welch einfachen Gerätschaften und welch hohem körperlichen Aufwand ihre Vorfahren die Wäsche reinigten. „Die Waschtage, die vom Museum aus initiiert wurden, möchte ich auch weiterhin anbieten“, sagt Dr. Sabine Fukarek.

Kinder lernen seit Jahr in Grimmen, wie vor 100 Jahren gewaschen wurde. Museumsleiterin Dr. Sabine Fukarek zeigt den Kindern wie es funktioniert. Quelle: Simon Last / OZ-Archiv

Raik Mielke

Emilia Mewes hat große Vorbilder: die Feuerwehrleute aus Abtshagen. Die Zehnjährige ist seit fast drei Jahren in der Jugendwehr aktiv und weiß genau, warum dieses Ehrenamt so wichtig ist.

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