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Grimmen Kinder aus Weißrussland genießen die Ferien in Grimmen
Vorpommern Grimmen Kinder aus Weißrussland genießen die Ferien in Grimmen
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12:30 28.07.2019
Vlada (v.r., 9), Arina (7), Vlad (9) und Ilja (am Montag 11) erzählen, was ihnen in Grimmen besonders gut gefällt. Quelle: Almut Jaekel
Grimmen

„Sport frei“ hieß es beim Sportfest auf dem Gelände der Friedrich-Wilhelm-Wander-Grundschule am Sonnabend für die 36 Mädchen und Jungen aus dem weißrussischen Dobrusch – der Tschernobyl-Reaktorkatastrophen-Region von vor 33 Jahren.

Doch es war warm, und die Mädchen und Jungen erzählten nach dem gemeinsamen Fußballspiel und dem Völkerballmatch lieber, was ihnen in ihrer ersten Woche des zweiwöchigen Aufenthaltes, den der Tschernobyl-Hilfeverein Vorpommern in der Trebelstadt ermöglicht, besonders gefallen hat. Der Besuch bei der Feuerwehr kam bei Ilja – er feiert am Montag seinen elften Geburtstag – und der siebenjährigen Arina besonders gut an. Das Mädchen fand aber auch das kleine Sportfest super, immerhin spielte es zum ersten Mal in ihrem Leben Fußball.

36 Mädchen und Jungen aus Dobrusch in Weißrussland erholen sich zwei Wochen lang sich in Grimmen.

Vlada (10) findet die Ausflüge ins Grimmener Naturschwimmbad toll, übersetzt Dolmetscherin Nina. Aber mindestens genauso gut gefiel ihr und Ilja der Besuch im Kleingartenverein, den die Gärtner gemeinsam mit der Begegnungsstätte „Gemeinsam statt einsam“ und der dortigen Gruppe „Wollmäuse“ organisiert hatten.

„Das war ein richtiges Gartenfest, schwärmen die Kinder. Und auch Heiko Schmidt aus Greifswald, seit Jahren im Tschernobyl-Hilfeverein aktiv, erzählt, dass sie dort sehr herzlich willkommen waren und es viele Geschenke gab. „Wir haben uns gemeinsam die Gärten angesehen und erfahren, dass es dort das tolle Projekt ,Sozialgärten’ gibt, in denen Arbeitslose arbeiten können, aber auch gemeinsam geerntet wird“, sagt Nina. Ein Teil der Erträge gehe wohl auch in den Grimmener Tierpark. Vom Besuch dort, der tollen Führung und der Kaffeetafel können bisher nur die 18 Mädchen schwärmen, die Jungen sind erst in der zweiten Woche Gäste im kleinen Zoo.

Tschernobyl-Hilfe Vorpommern

Seit 1990 engagieren sich die Mitglieder des Vereins und unterstützen vor allem Kinder im Katastrophengebiet bei Tschernobyl.

 Seit vielen Jahren arbeitet der Verein mit einer Schule in Dobrusch zusammen.

 Die Auswirkungen des Reaktorunglücks vor 33 Jahren spüren die Menschen dort heute noch. Schilddrüsenkrebs, Leukämie, Sehschwächen und Konzentrationsstörungen kommen noch immer überdurchschnittlich oft vor.

 Viele Kinder leben in sozial schwachen Familien, sind Halb- oder gar Vollwaisen.

Vlad, der bereits in der vorigen Woche hier in Grimmen seinen neunten Geburtstag feierte, fand diesen Tag besonders schön. „Und das deutsche Essen“, sagt er.

Überhaupt sei fast alles ganz anders als zu Hause, erzählen die Kinder. Es fehle ihnen natürlich ihre Mama. „Aber es ist toll in Grimmen“, sind sie sich einig. Die Spielplätze seien interessanter, es gebe Kopfsteinpflaster, enge Straße und wunderschöne Häuser in der Stadt – so etwas kennen sie nicht. Und es sei alles so viel ruhiger und entspannter. Dass allerdings kann auch daran liegen, dass die Kinder und Betreuer mitten in den Sommerferien in einer Schule untergebracht sind.

Schließlich wird es doch noch einmal sportlich. Die Kinder tanzen und Betreuer Igor Grinjewitsch tritt gegen Heiko Schmidt im Elfmeterschießen an. Aber wie es sich für freundliche Gäste und Gastgeber gehört: Das Match endet 2:2.

Almut Jaekel

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