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Grimmen Kleiner Piks, große Wirkung
Vorpommern Grimmen Kleiner Piks, große Wirkung
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10:21 27.03.2018
Ein kleiner Piks kann lange schützen. Quelle: Kdg Gr
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Zinnowitz/Greifswald/Grimmen/Stralsund/Bergen/Ribnitz-Damgarten

Kinder und Jugendliche in Vorpommern sind gut geschützt. Zumindest vor Krankheiten, bei denen Impfen vorbeugt. „Die so genannten Impfraten bei uns und im gesamten Bundesland sind hoch, damit können wir zufrieden sein“, sagt Jörg Heusler, Fachdienstleiter Gesundheit in der Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen.

Impfen ist in Deutschland keine Pflicht, wohl aber seit Mitte vergangenen Jahres der Nachweis einer Impfberatung, wenn der Piks für den Nachwuchs abgelehnt wird. Rund 97 Prozent aller Schulanfänger waren dennoch in MV im Schuljahr 2015/16 beispielsweise gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung durch Impfung geschützt. Das geht aus Statistiken des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) hervor, die – wie übrigens alle Fakten rund um Infektionskrankheiten und das Impfen – vom Lagus öffentlich zur Verfügung gestellt werden.

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Im Kreis Vorpommern-Rügen waren es zum gleichen Zeitpunkt sogar mehr als 98 Prozent alle Abc-Schützen, in Vorpommern-Greifswald mit etwa 94 Prozent etwas weniger. Ähnlich gute Zahlen gibt es zu fast allen von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Immunisierungen.

„Impfstoffe, die wir einsetzen, verwenden wir seit vielen Jahren und haben sehr gute Erfahrungen damit“, sagt Andreas Michel, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in MV und selbst als Kinderarzt in Greifswald tätig. Michel macht darauf aufmerksam, dass es enorm wichtig sei, sich rechtzeitig impfen zu lassen: „Auch wenn Babys noch sehr klein sind, ist der Schutz wichtig“, betont er. Aber die meisten Eltern seien da sehr akkurat, und in seiner Praxis werde der Impfstatus bei jeder Vorstellung der kleinen Patienten überprüft. Positiver Nebeneffekt: Wenn Eltern mit ihren Kindern in die Praxen kommen, lassen auch sie ihren Impfstatus checken und frischen den Schutz auf.

In anderen Gebieten Deutschlands sei das bei weitem nicht so. Dort würden Impfgegner Kinder gefährden, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können. In Berlin beispielsweise gebe es teilweise massiven Widerstand gegen Masernimpfungen, besonders bei Kleinkindern, und das könne sehr gefährlich werden. Mehr als 1000 Masernfälle hätte es deshalb bundesweit allein 2015 gegeben. Auch in MV würden hin und wieder Masern auftreten – aber das seien oft Touristen, die hier erkrankten, erzählt der Fachgebietsleiter. Auf die hiesige Bevölkerung habe die Krankheit nie durchgeschlagen.

Aber Keuchhustenfälle steigen an, auch in Vorpommern. Landesweit gab es 2017 insgesamt 799 registrierte Keuchhustenfälle, in Vorpommern-Rügen 152, in Vorpommern-Greifswald jedoch nur 62. „Die Dunkelziffer ist wohl wesentlich höher“, sagt Heusler. 2015 waren im gesamten Bundesland lediglich 259 Erkrankungen an Keuchhusten gemeldet worden.

Schutz vor Zecken: Wegen der Zecken braucht man hier keine Impfung, denn sie tragen keine Meningoenzephalitis-Erreger in sich.Nur wer in südliche Gebiete reist, in denen Zecken das FSME-Virus in sich tragen, sollte sich schützen.Infos gibt es auf www.lagus.mv-regierung.deWer zu Hause bleibt und eine Zecke hat, könnte an Borreliose erkranken - sie wird durch Bakterien übertragen.Die Zecke sollte schnell entfernt werden. Bei Ausschlag gehts zum Arzt.

Jaekel Almut

27.03.2018
27.03.2018