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Grimmen Knapp 700 Schlagerfans feiern in Grimmen ihre Stars
Vorpommern Grimmen Knapp 700 Schlagerfans feiern in Grimmen ihre Stars
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16:52 20.10.2019
Stars hautnah: Gabriele Matthaeus (M.) und Ingeborg Wolff freuten sich über das spontane Pläuschchen mit Michael Hirte vor der Show. Quelle: Anja Krüger
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Grimmen

Wenn Moderator und Sänger Sascha Heyna zu seiner Schlager-Hitparade in das Grimmener Kulturhaus „Treffpunkt Europas“ einlädt, bleibt kein Stuhl leer. So auch bei der mittlerweile vierten Auflage, bei der sogar noch kurz vor der Show Stühle nachgestellt werden müssen. Mit knapp 700 Gästen ist dieses Event abermals restlos ausverkauft.

Sascha Heyna, Patrick Lindner, Ireen Sheer, G. G. Anderson, Michael Hirte und Sandro präsentieren rund drei Stunden lang pure Unterhaltung und Musik. Beinahe alle haben jahrzehntelange Bühnenerfahrung. Und bis auf Ireen Sheer haben sie auch alle mindestens einmal schon auf der Kulturhausbühne gestanden. Routine ist für sie der Auftritt in der Trebelstadt dennoch nicht.

13 Uhr: Soundcheck und Vorbereitung auf die Show

Seit rund einer halben Stunde sind die Künstler im Kulturhaus. Bis auf einer. G. G. Anderson lässt sich zum Soundcheck entschuldigen. Vier Stunden lang hat die Crew vorher eine Lkw-Ladung Equipment ins Kulturhaus geschafft, Technik und Bühnenbild aufgebaut. Während seine Musikerkollegen bereits Interviews geben, taucht dann auch G. G. Anderson gegen 14.45 Uhr zum Soundcheck auf. „Wir sind an Rostock vorbei gefahren. Und ich weiß, dass es in Rostock ein Block House gibt. An einem guten Steak, Block House hat die besten, komme ich nicht vorbei“, erklärt er und lacht.

Sascha Heyna, Michael Hirte, Patrick Lindner, Sandro, Ireen Sheer und G. G. Anderson begeistern mit ihrem rund dreistündigen Programm im Grimmener Kulturhaus „Treffpunkt Europas“ knapp 700 Gäste.

Mit dem Soundcheck ist er in wenigen Minuten durch. Er singt einmal kurz, auf Wunsch von Tourleiterin Conny Schwerdt, seinen Titel „Weiße Rosen schenk’ ich dir“ an, lässt sein Mikrofon etwas leiser regeln – fertig. Er freue sich auf seinen Auftritt. „Grimmen ist ein freundliches Städtchen, die Menschen begeisterungsfähig“, sagt er. Trotzdem: Ein wenig aufgeregt sei er dennoch vor seinem sechsten oder siebten Auftritt – ganz genau könne er es nicht sagen – im Grimmener Kulturhaus. Wie vor jedem Auftritt. Deshalb habe er ein Ritual. „Ein Schnäpschen – eigentlich Kümmerling, heute aber ein Bergkräuter – ein Bierchen und ’ne Zigarette“, verrät er.

15 Uhr: Der Saal füllt sich

Michael Hirte spielte Titel seines neues Albums "Unsere schöne Heimat", das ab Mitte November erhältlich ist. Quelle: Anja Krüger

Während sich der Saal des Kulturhauses füllt, ziehen sich die Künstler in ihre Garderoben zurück. Bis auf einen. Michael Hirte streift durch den Saal und das Foyer. „Ich bin immer doll aufgeregt vorher“, erzählt er. Ein wenig merkt man es dem 55-Jährigen auch an. Es lenke ihn ab, durch die Menschenmengen zu streifen und mit den Leuten zu sprechen.

Sehr zur Freude der Gäste. Auch wenn es einige Sekunden braucht, bis Gabriele Matthaeus realisiert, dass sich nicht ihr Mann Günter neben sie gesetzt hat, sondern einer der Stars, wegen der sie gemeinsam mit der 84-jährigen Ingeborg Wolff aus Neu Poppendorf bei Marlow nach Grimmen gekommen sind. Vor allem für Ingeborg Wolff ist dieses spontane Treffen ein Highlight des Nachmittags. „Ich spiele selbst Mundharmonika“, erzählt sie. Michael Hirte holt eine aus seiner Hemdtasche. Immerhin sieben trägt er bei sich, verrät er. Für eine Kostprobe von Ingeborg Wolff gibt er aber keine her.

Honig-Ingwer-Aufguss „ölt“ ihre Stimme

Während Michael Hirte weiter durch den Saal streift, bereiten sich seine Musikerkollegen hinter der Bühne auf die Show vor. Jeder auf seine Art. „Ich lege mich vor einer Show gern noch mal für 20 Minuten hin, um mich zu sammeln. Dann fertigmachen und Gesangsübungen, die sind ganz wichtig“, erzählt Ireen Sheer. Während des Gesprächs nippt sie immer wieder an ihrem heißen Honig-Ingwer-Aufguss. „Das ist gut für die Stimme“, erklärt sie.

Ihr erster Eindruck von der Trebelstadt, in der sie das erste Mal gastiert: „Ehrlich gesagt, habe ich nichts von der Stadt gesehen“, sagt sie. Generell, und das bedauern alle der Künstler, würden sie kaum etwas von den Tourneeorten mitbekommen, sogar froh sein, wenn sie den Namen des Städtchens, in dem sie gerade gastieren, auf dem Schirm haben. Und das ist bei rund 70 Veranstaltungsorten, oftmals an vier aufeinanderfolgenden Tagen, nicht überraschend.

„Ich hätte gern auch Zeit, mir die Orte anzusehen.“

Sandro, der jüngste der diesjährigen Schlager-Hitparade-Familie, begeisterte das Publikum unter anderem mit seinem größten Hit "Sag einfach ja". Quelle: Anja Krüger

Rund 20 000 Kilometer würden bei der Tournee zusammenkommen, meint Sandro Malinowski, der Sohn des Schlagersängers Fredi Malinowski, der zusammen mit Martin Marcell das Schlager-Duo Fantasy bildet. Gemeinsam mit dem Duo sei er auch schon in Grimmen gewesen, so viel weiß er.

„Ich hätte gern auch Zeit, mir die Orte anzusehen. Ich gucke mir zum Beispiel sehr gern Kirchen an“, sagt der 25-Jährige, das „Kücken“ in der Schlager-Hitparade-Familie. Dennoch mache ihm die Tournee total viel Spaß. „Weil die Leute uns überall so gut aufnehmen“, begründet er.

16 Uhr: Die dreistündige Party beginnt

Sascha Heyna, Moderator der Schlager-Hitparade und selbst Sänger, ist zum vierten Mal mit Deutschlands größter Schlagertournee in Grimmen zu Gast gewesen. Quelle: Anja Krüger

Schon an den ersten Reaktionen des Publikums merke man, wie der Abend wird, meint Sascha Heyna vor Showbeginn, trinkt seinen Kaffee und begrüßt schließlich mit „Hallo Grimmen“ seine Gäste. Die zieht er sofort in seinen Bann, stimmt sie auf die kommenden Stunden ein. In Grimmen fällt es schließlich weder ihm noch seinen Künstlerkollegen schwer, das Publikum zu begeistern.

19.30 Uhr: „Es war super, ich komme wieder.“

Dicht gedrängt standen die Leute in der Pause vor dem Tisch, wo Partrick Lindner und Sascha Heyna und Ireen Sheer Autogramme gaben und CDs verkauften. Quelle: Anja Krüger

Bärbel Gerowski (68) aus Greifswald und Heidemarie Treisch (66) aus Loitz sind am Ende der Show total begeistert. „Ich habe im vergangenen Jahr, gleich nach der Hitparade schon die Karten für dieses Jahr gekauft“, erzählt Bärbel Gerowski.

Für sie steht fest: Sie wird auch im kommenden Jahr, am 26. September 2020, dabei sein. Und mit dieser Einstellung ist sie nicht allein. Zwar gibt es noch keine Karten im Kulturhaus, sondern lediglich über den Online-Ticket-Handel, aber bereits jetzt ist die Liste der Vorbestellungen lang.

Von Anja Krüger

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