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Grimmen Interesse an neuem Kunstwerk in Greifswald gering
Vorpommern Grimmen Interesse an neuem Kunstwerk in Greifswald gering
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17:01 26.11.2019
Jugendlicher, weiblicher Akt von Heinrich Zenichowski von 1980 vor der „Kiste“. Nun soll ein weiteres Kunstwerk in Schönwalde II aufgestellt werden Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Für etwa zwei Millionen Euro soll die Einmündung der Makarenkostraße in den Ernst-Thälmann-Ring sicherer und schöner gestaltet werden. 30 000 Euro sind für ein neues Kunstwerk vorgesehen. Die Bürger von Schönwalde II können mitentscheiden, wo es steht und wie es aussehen soll. Eine Mehrheit will ein auffälliges, gegenständliches und einfarbiges Kunstwerk, das auf die Geschichte des Ortsteils Bezug nimmt.

So jedenfalls das Ergebnis einer Abstimmung einer Zusammenkunft in der Aula des Humboldt-Gymnasiums. Dorthin hatten das Kulturamt und die Arbeitsgruppe „Kunst im öffentlichen Raum“ eingeladen. Das Votum zum Aussehen ist deutlich. Es soll nun in die Ausschreibungsunterlagen für das Kunstwerk einfließen. Aus Holz darf es nicht bestehen, so Kulturamtsleiterin Annett Hauswald. Der Pflegeaufwand sei zu hoch.

Ohne Kernkraftwerk ist Schönwalde II nicht denkbar

„Ohne das Kernkraftwerk Nord gebe es den Neubaukomplex nicht“, warb Christoph Goldschmidt für den Bezug auf die Geschichte. Ohne das KKW wäre nicht nur er kein Greifswalder geworden. Vorgeschlagen wurden auch Kunstwerke mit Bezug auf die Schulpatrone Alexander von Humboldt und Erich Weinert oder den Straßenpaten Anton Semjonowitsch Makarenko.

Ein Abstimmungsergebnis Quelle: eob

Insgesamt hielt sich die Begeisterung der Bürger über ein neues Kunstwerk und den Standort bei den rund 20 erschienenen Einwohnern in Grenzen. Als alternativ aus dem Publikum die Aufstellung einer Uhr auf der Fläche zwischen Penny und Schönwalde-Center vorgeschlagen wurde, gab es spontan Beifall. Eine vom Greifswalder Nachrichtenelektronikwerk gestiftete Digitaluhr stand früher in der Lomonossowallee in Schönwalde I vor der Kaufhalle Mitte, also in dem Bereich, wo heute der neue Rewe steht. „Ein wichtiger Hinweis“, kommentierte Kulturamtsleiterin Annett Hauswald. Allerdings gehöre die Fläche der Rewe Group. Laut Tiefbau- und Grünflächenamt müsste die Fläche erst erworben werden. Nur die drei Vorschläge für Standorte seien im Zusammenhang mit der Kreuzungsumgestaltung machbar, so Hauswald.

So wird die Kreuzung aussehen Quelle: OZ/Arno Zill

Zuviel Geld für Kunst am falschen Platz?

Der „Bücherbaum“ in der Makarenkostraße Quelle: eob

„Das sind nur Notlösungen“, meint Christoph Goldschmidt. Wenn der Standort Schönwalde-Center/Penny nicht ginge, könne man es auch sein lassen. Müsse man überhaupt so viel Geld für ein Kunstwerk an dieser Stelle auszugeben, fragt Ursula Darmer. Dem widersprach Jörg Tamm. „Kunst bereichert das Leben. Man kann gar nicht genug davon haben.“ Vorgeschlagen wurde auch die Einbeziehung von Schülern. Ehrenamtlich einbringen würde sich gern die studentische Gemeinschaft Pro Acryl, und zwar insgesamt bei der Ausgestaltung des Stadtteils, versicherte Kunststudent Jürgen Deinlein. Die Gruppe hat in diesem Jahr die Betonbushaltestelle in der Krullstraße in ein Schmuckstück verwandelt.

Wo das neue Kunstwerk in Schönwalde II stehen soll, waren die Meinungen der Bürger geteilt. Der Standort auf der rechten Seite der Makarenkostraße an der Einmündung in den Thälmannring (neun Stimmen) gewann knapp vor dem Grünstreifen vor dem Humboldt-Gymnasium (acht) und dem Grünstreifen neben dem Sportplatz in Höhe der Weinertschule (eine).

Bürger wollen lieber Kreisverkehr als Kreuzung

Claudia Kowalczyk, Susanne Papenfuß, Jörg Tamm und Ruth Bördlein (v. l.) diskutieren Quelle: eob

Mindestens genauso wie neue Kunst interessiert die Bürger die geplante Umgestaltung der Einmündung. Heftig wurde kritisiert, dass es statt eines Kreisverkehrs nur eine Veränderung der Kreuzung geben soll. Der Kreisverkehr war lange Favorit, würde aber den Verlust von etwa 50 Stellplätzen am Thälmannring nach sich ziehen.

Bürger fragten sich ferner, wo die neuen Bäume auf dem geplanten 2,50 Meter breiten Mittelstreifen zur Trennung der Fahrbahnen alle Platz finden sollen. Dass durch die Verbreiterung der Straße die Fahrbahnbreiten nicht reduziert werden müssen, ist nur beim Blick auf Pläne wohl auch nicht so leicht vorstellbar. Positiv aufgenommen wurde hingegen die Wahlmöglichkeit für Radfahrer. Sie können auf der Straße fahren oder den Geh- und Radweg nutzen. Außerdem gilt künftig Tempo 30.

Die Abstimmung im Humboldt-Gymnasium hat nicht das letzte Wort. Die Pläne liegen jetzt im Quartierbüro in der Makarenkostraße 12. Dort könne man zu den Öffnungszeiten oder online rund um die Uhr Hinweise geben, versprach Ruth Bördlein für das Quartiersmanagement. Auch beim Kulturamt ist das möglich.

Heinrich Zenichowskis Fischerbrunnen vor der „Kiste“ Quelle: eob

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