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Grimmen Grimmen: Auf einen Kaffee mit dem Landrat
Vorpommern Grimmen Grimmen: Auf einen Kaffee mit dem Landrat
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19:39 19.11.2019
Viele Männer und Frauen des Sozialverbandes lernten Landrat Dr. Stefan Kerth am Dienstag erstmals persönlich kennen. Quelle: Carolin Riemer
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Grimmen

So viele Frauen kamen wohl selten zum Männerfrühstück des Sozialverbandes nach Grimmen. „Aber nur, weil wir einen so starken Gast für uns gewinnen konnten, dass wir aus dem Männerfrühstück kurzerhand ein gemeinsames Frühstück arrangierten und unsere Damen einluden“, erklärte der Vorsitzende des Sozialverbandes, Jürgen Steffen. Bei dem „starken Gast“ handelte es sich am Dienstagvormittag um Landrat Dr. Stefan Kerth (SPD), der offenbar auch gut bei den Damen ankam. Fast 60 Männer und Frauen nutzten die Chance, gemeinsam mit dem Landrat eine Tasse Kaffee zu trinken.

Viele der Anwesenden sahen den 46-Jährigen zum ersten Mal persönlich. „Sonst lese ich nur in der Zeitung über ihn und bin deshalb auf sein Auftreten gespannt“, sagte beispielsweise Guni Ick, die viele Jahre lang als Krippenleiterin in Grimmen arbeitete.

Optiker, Jurist, Bürgermeister, Landrat

Der Landrat, der nach seiner Ausbildung zum Optiker Jura studierte und elf Jahre lang als Bürgermeister in Barth arbeitete, stellte sich den Fragen und sprach auch kritische Themen an. Stefan Kerth nutzte den baldigen Abriss der Ziegelei beispielsweise dazu, seinen Arbeitsalltag zu verdeutlichen: „Die Bürger möchten, dass der Schandfleck am Ortseingang verschwindet, der Bürgermeister reagiert und besorgt Fördermittel, um den Abriss zu realisieren. Und dann kommt die untere Naturschutzbehörde und berichtet von einer seltenen Fledermausart in der Ruine und der Abriss verzögert sich. Das alles landet dann bei mir auf dem Schreibtisch.“

Noch keinen Tag bereut

Kerth habe zwar noch keinen Tag als Landrat bereut, sprach aber auch davon, dass er in seiner Position moderierend und ausgleichend wirken muss. „Bei diesen Entscheidungen müssen immer die langfristigen Folgen im Blick behalten werden.“

Stefan Kerth nutzte das gemeinsame Frühstück auf Augenhöhe auch dazu, seine Sichtweise auf die Berufs- und Studien-Auswahl zu verdeutlichen. „Ich halte es für ein großes Problem unserer Zeit, dass ein Abschluss an der Regionalschule und eine anschließende Lehrausbildung in vielen Eltern-Augen weniger wert ist als ein Abitur und ein Studienabschluss. Dabei ist ein guter Handwerker Gold wert.“ Aus diesem Grunde werde sehr viel Geld in den neuen Berufsschulcampus in Stralsund investiert. „Den jungen Leuten soll damit signalisiert werden, dass Lehrberufe für unsere Gesellschaft sehr wichtig sind und wir nicht nur in Universitäten investieren.“

Kein Patentrezept gegen das Laden-Sterben

Mit diesen Ausführungen machte Stefan Kerth sich das Publikum schnell zum Freund. Auf die Frage, ob es im Landkreis Probleme mit der Kriminalität von Flüchtlingen gebe, konnte Kerth nur antworten: „Ich erkundige mich sehr genau danach und kann sagen, dass wir keine Zielregion für Flüchtlinge sind und es auch keine Auffälligkeiten in Bezug auf Straftaten gibt.“ Ob Kerth eine Idee habe, wie dem Aussterben der Innenstädte entgegengewirkt werden könne, lautete eine weitere Frage aus den Grimmener Reihen: „Wenn ich dafür ein Patentrezept hätte, würde in Barth nicht ein Geschäft leer stehen“, lautete die ehrliche Antwort des Landrats und ehemaligen Barther Bürgermeisters. Der mächtige Gegner heiße: „Online-Handel“.

Ehrlichkeit kam in Grimmen an

Die ehrlichen Antworten kamen in Grimmen gut an. Guni Ick schwärmte ein bisschen, als sie nach dem Frühstück sagte: „Er geht auf die Menschen zu, ist bürgernah und sehr sympathisch. Ich mag es, wenn junge Politiker so aktiv sind.“ Hartmut Grützmacher aus Kirch Baggendorf sah es genauso: „Er geht auf die Menschen zu. So soll es sein.“ Organisator Jürgen Steffen schloss ebenfalls mit lobenden, aber auch nachdenklichen Worten: „Er hat uns auf wunderbare Weise erklärt, dass moralische Aspekte in unserer Gesellschaft in den Hintergrund treten.“

Von Carolin Riemer

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