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Grimmen Laserstrahl reinigt Gewölbe der Thomaskirche
Vorpommern Grimmen Laserstrahl reinigt Gewölbe der Thomaskirche
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13:38 21.06.2018
Das Gewölbe der Tribseeser Kirche wird saniert.
Das Gewölbe der Tribseeser Kirche wird saniert. Quelle: Harry Lembke
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Tribsees/Stralsund

Die Möglichkeit, in hohen Gebäuden den Gewölben auf Augenhöhe einmal ganz nah zu sein, hat man nur selten. In der Tribseeser Thomaskirche ist das jetzt möglich, denn das Gewölbe wird saniert.

Aus alten Akten geht hervor, dass zum Beispiel in der Tribseeser Kirche an den aus dem 14 . Jahrhundert stammenden und – nach dem großen Stadtbrand – zwischen 1702 und 1735 wieder instand gesetzten Gewölben zuletzt 1860 Ausbesserungsarbeiten ausgeführt worden sind – also vor mehr als 150 Jahren. In diesem langen Zeitraum sind Schäden in Putz- und Mauerwerk entstanden, die nun eine Sanierung der Gewölbe erforderlich machten. Die dazu notwendigen Gerüste im Kirchenschiff wurden bereits im Oktober 2017 aufgebaut. In der erforderlichen Höhe von etwa zwölf Metern entstand eine auf schmalen Leitern erreichbare Zwischendecke, von der aus die Schäden aus der Nähe untersucht werden und die Handwerker auf Augenhöhe mit den Gewölben ihre Arbeiten ausführen können. Für die Restauratoren ist diese Sanierung eine sehr zeitaufwändige, mit großer Sorgfalt auszuführende Aufgabe, denn dabei werden die Gewölbeflächen akribisch Punkt für Punkt mit Lasertechnik vom Schmutz der Zeit gereinigt, Schäden in Putz- und Mauerwerk festgestellt und ausgebessert.

Bei diesem vom Landesamt für Denkmalschutz empfohlenen Vorgehen muss sehr aufmerksam gearbeitet werden, denn dabei kommen alte Farbgestaltungen wieder zum Vorschein und können so teilweise im Original erhalten werden, statt unter neuen Farbschichten für immer zu verschwinden. Besonders interessant ist das Gewölbejoch neben der 1831 eingebauten Buchholzorgel, denn dort werden alte Farbgestaltungen aus verschiedenen Zeitepochen – Mittelalter, Renaissance , Barock und Neugotik – gezeigt werden können.

Parallel zur Gewölbesanierung werden auch die Fenster an der Nordseite restauriert. Dabei werden die alten Scheiben ausgebaut, gereinigt und neu verbleit wieder in die gusseisernen Fensterrahmen eingesetzt. An den Sanierungsarbeiten des 5. Bauabschnittes sind das Ingenieurbüro Klein und Wagner aus Borkow (Objektplanung und Bauleitung), das Atelier für Restaurierung, Schloss Kaufungen, die Baudenkmalpflege Prenzlau, die Glaserei Wickel aus Stavenhagen und die Gerüstfirma Gebano aus Rostock beteiligt.

Die Kosten der Gewölbe- und Fenstersanierung belaufen sich auf 529 000 Euro. „Die Gelder kommen aus Fördermitteln des Leader-Programms der Europäischen Union, von Bundesregierung, Stiftung Denkmalschutz , Patronatsmitteln der Pommerschen Evangelischen Landeskirche und natürlich aus Eigenmitteln unserer Kirchengemeinde“, erklärt Pastor Detlef Huckfeldt. Ende Juli soll die Kirche voraussichtlich wieder für Gottesdienst und Besucher offen sein.

Doch dann sind die mehrjährigen Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten am Tribseeser Gotteshaus noch nicht beendet, denn 2019 schließt sich in einem 6.Bauabschnitt die Turmsanierung an. Dafür werden jetzt Planung und Finanzierung vorbereitet.

Sommer Ines