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Grimmen Mangelndes Bewusstsein für freiwillige Feuerwehren
Vorpommern Grimmen

Mangelndes Bewusstsein für Freiwillige Feuerwehren 

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14:01 21.01.2020
Corinna Polin (Jugendwart Süderholz), Tobias Lembke (Gemeindevertreter Süderholz), Georg Günther (Junge Union Mecklenburg-Vorpommern), Sven Friedrich (Kreisfeuerwehrverband), Ann Christin von Allwörden (Landtagsabgeordnete der CDU-Landtagsfraktion für Sicherheitspolitik) sowie Ingo Trusheim (Leiter der Kreisjugendfeuerwehr Vorpommern-Rügen) schauten sich nach der Gesprächsrunde das Gerätehaus der Feuerwehr in Neuendorf an. Quelle: Raik Mielke
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Neuendorf

Unter dem Motto „Jugend unter Blaulicht“ fand am Montagabend in Neuendorf (Gemeinde Süderholz) eine Gesprächsrunde mit Feuerwehr-Jugendwarten des Landkreises Vorpommern-Rügen und Politikern der Christlich Demokratischen Union (CDU) statt. Konkret ging es um Probleme, mit denen die freiwilligen Feuerwehren in Sachen Nachwuchsarbeit zu kämpfen haben.

Maximal 25 Prozent der Jugendfeuerwehrleute werden in den aktiven Dienst übernommen

In seiner Eröffnungsrede legte Ingo Trusheim, Leiter der Kreisjugendfeuerwehr Vorpommern-Rügen, die Kernprobleme der Jugendarbeit der freiwilligen Feuerwehren des Landkreises dar. „Wir haben 104 Freiwillige Feuerwehren im Landkreis. In diesen gibt es 84 Jugendfeuerwehren und 28 Kindergruppen. Zahlen, die bei der erster Betrachtung überaus positiv klingen“, sagt Trusheim.

Derzeit gibt es im Kreis 936 Jugendfeuerwehrleute. „Diese machen 52 Prozent aller Hilfsorganisationen in Vorpommern-Rügen aus. Daraus ergibt sich, dass wir im Zeitraum von 2013 bis 2018 rund 900 ausgebildete Jugendliche in den aktiven Dienst hätten übernehmen können“, erklärte der Leiter der Kreisjugendfeuerwehr. Doch die Realität sieht deutlich anders aus! Denn in diesem Zeitraum fanden lediglich 247 junge Männer und Frauen den Weg in den aktiven Dienst. „Dies entspricht regional unterschiedlich einer Erfolgsquote von 15 bis 25 Prozent. Anders gesagt: Von 10 Jugendfeuerwehrleuten werden statistisch gesehen nur 1,5 Leute übernommen.“

Als Hauptproblem sieht der Leiter der Kreisjugendfeuerwehr fehlende Strukturen im Landkreis. „In der Regel sind die Jugendlichen dann 16 Jahre alt. Viele zieht es für eine Ausbildung in andere Regionen. Andere wollen sich neben dem Prüfungsstress nicht noch die Ausbildung zum Truppmann (Qualifizierung, um im aktiven Dienst tätig zu sein, d. Red.) antun. Aber auch eine fehlende Akzeptanz von Ausbildungsbetrieben spiegelt sich in der negativen Statistik wider“, zählte Ingo Trusheim auf.

Fehlt in der Bevölkerung das Bewusstsein für den freiwilligen Feuerwehrdienst?

Tobias Lembke, Gemeindevertreter in Süderholz und Organisator der Feuerwehr-Touren der CDU-Landesregierung in Vorpommern-Rügen, fragt, ob in der Bevölkerung das Bewusstsein für den freiwilligen Feuerwehrdienst fehlt „Ich glaube unsere Feuerwehren haben da ein großes Imageproblem. Man muss durch verschiedene Kampagnen zeigen, dass mit Ausnahme von zwei Berufsfeuerwehren im Kreis, alle anderen ehrenamtlich tätig sind. Ich bin mir sicher, dass dies vielen Bürgerinnen und Bürgern so nicht bewusst ist“, sagte Lembke.

Darum ging es in der Gesprächsrunde auch intensiv um das Thema Ehrenamtskarte. „Diese ist beschlossene Sache“, sicherte Ann Christin von Allwörden, Landtagsabgeordnete der CDU-Landtagsfraktion für Sicherheitspolitik, den rund 20 Teilnehmern der Diskussionsrunde zu. Wie die Politikerin einräumte, muss so eine Ehrenamtskarte aber durch die gesamte Bevölkerung mit Leben gefüllt werden. „Es reicht nicht, wenn die Feuerwehrleute im Kreis irgendwelche Museen günstiger besuchen können. Ein tolles Zeichen wäre es, wenn beispielsweise Restaurants oder Modeläden, Partner dieser Aktion werden. Denn nur wenn ehrenamtlich tätige Leute auch in diesen Bereichen eine Akzeptanz erfahren, ist die Ehrenamtskarte ein Erfolg“, meinte Ann Christin von Allwörden.

Imagekampagne „Köpfe gesucht“ wird kritisch gesehen

Einig waren sich die anwesenden Vertreter der Jugendfeuerwehren und der Politik, dass die Imagekampagne „Köpfe gesucht“ des Landes Mecklenburg-Vorpommern inzwischen überholt ist. „Wir sind seit dem letzten Sommer viel mit diesen Gesprächsrunden im Kreis unterwegs“, sagte Tobias Lembke und erklärte: „Bis dato haben mir alle Beteiligten bestätigt, dass sie durch diese Kampagne keine neuen Mitglieder gewinnen konnten.“

Diese finanziellen Mittel sollten nach Auffassung des Gemeindevertreters dafür genutzt werden, regional das Bewusstsein für die ehrenamtliche Tätigkeit zu steigern.

Feuerwehrleute schon zu Schulzeiten ausbilden?

Angeregte Diskussionen gab es zudem bezüglich des Schulfachs Feuerwehr. Im Rahmen der Ganztagsschule engagieren sich bereits zahlreiche Feuerwehren in Arbeitsgemeinschaften. Einen Schritt weiter geht Alexander Benkert, Bürgermeister der Gemeinde Süderholz. „Ich wäre dafür, dass jedes Kind in der Grundschule das System freiwillige Feuerwehr kennenlernt. Dies würde erheblich zur Aufklärung beitragen“, meint er.

Des Weiteren wurde der Vorschlag geäußert, dass in den höheren Jahrgangsstufen die Möglichkeit eingeräumt wird, im Rahmen des Lehrplans die Truppmannausbildung anzubieten. Dies würde, so waren sich die Beteiligten einig, den Übergang in den aktiven Dienst erleichtern.

Von Raik Mielke

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