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Grimmen Mehr Geld für Grimmens ehrenamtlichen Feuerwehrleute
Vorpommern Grimmen Mehr Geld für Grimmens ehrenamtlichen Feuerwehrleute
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13:54 09.11.2019
Freiwillige Feuerwehrleute der Wehr Grimmen und des Löschzuges Süderholz im Einsatz. Rund 800 Ballen Stroh lagerten in der Halle, die am 1. September 2018 in Jessin durch den Brand völlig zerstört wurde. Quelle: Anja Krüger
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Grimmen

Egal zu welcher Uhrzeit es brennt, ein Menschenleben in Gefahr ist oder ein Baum die Straße blockiert: Schlägt der Pieper der Feuerwehrleute Alarm, lassen sie alles stehen und liegen, eilen teilweise mit privatem Pkw zum Gerätehaus, um im Einsatz anderen Menschen zu helfen. Zum größten Teil ehrenamtlich. Geld bekommen sie dafür nicht, lediglich die Erstattung ihrer Auslagen steht ihnen zu.

Einige Kommunen, wie die Stadt Grimmen und die Gemeinde Süderholz zahlen eine Pauschale pro Einsatz. Ab dem kommenden Jahr bekommen die Feuerwehrleute der Stadt Grimmen eine höhere Aufwandsentschädigung – pro Einsatz und planmäßiger Ausbildung. Das haben die Stadtvertreter der Trebelstadt auf ihrer Sitzung am Donnerstagabend beschlossen – einstimmig und ohne Diskussion. Die CDU-Fraktion hat den Antrag eingebracht, der von der Links- und SPD-Fraktion befürwortet worden ist.

Ab 1. Januar 10 Euro pro Einsatz und Ausbildung

„Wir alle wissen, ohne Ehrenamt funktioniert unsere Gesellschaft nicht. Einige der höchst anzuerkennenden ehrenamtlichen Tätigkeiten werden durch die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Grimmen gesichert. Rund um die Uhr halten sie sich einsatzbereit und zögern nicht, unsere Stadt und die Bürger vor Bränden und anderen Gefahren zu schützen“, heißt es in der Begründung des Antrags der CDU-Fraktion. Und der Aufwand, den die ehrenamtlichen Retter dafür haben werde immer höher.

Ein Grund mehr für die Abgeordneten, den Rettern nun pro Einsatz und planmäßiger Ausbildung eine Aufwandsentschädigung von 10 Euro zu zahlen. Doppelt so viel, als noch zum gegenwärtigen Zeitpunkt. „Und auch das kann nicht ersetzen, was die Feuerwehrkameradinnen und Kameraden für die Stadt leisten“, meinte Marco Jahns (CDU). „Es reicht bei den Männern vielleicht gelegentlich für die Rose für die Frau, die sie ihr zum Dank dafür schenken, dass sie nicht selten auf ihren Mann verzichtet“, verdeutlichte er.

Nicht jede Kommune zahlt eine Aufwandsentschädigung

Tobias Lembke, Feuerwehrmann und Mitglied der Jungen Union Quelle: privat

Laut Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetz des Landes (BrSchG) haben die freiwilligen Feuerwehrleute einen Anspruch darauf, dass ihnen Auslagen, wie beispielsweise Benzinkosten, ersetzt werden. Zu zahlen haben dies die Kommunen. Ein großer Aufwand für die Feuerwehrleute, zu belegen, welche Ausgaben sie haben, um ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit nachzugehen. Für die Kommunen ein riesiger Verwaltungsaufwand, weiß Tobias Lembke. Deshalb würden einige Kommunen eine Aufwandsentschädigung zahlen.

„Aber das sind nur etwa 40 Prozent der Kommunen im Land“, sagt er. Der ehrenamtliche Feuerwehrmann in der Gemeinde Süderholz und Mitglied der Jungen Union setzt sich nun mit seinen Parteikollegen für eine einheitliche Pauschale im ganzen Land ein, die im BrSchG festgehalten werden soll. „Um Aufwendungen unter anderem für Kraftstoffe, Kfz-Verschleiß und Reinigung von Privatkleidung auszugleichen“, erklärt er.

„Ein einheitlich definierter Mindestbetrag je Einsatz verringert die Ungleichheiten zwischen den Feuerwehren in verschiedenen Gemeinden sowie Städten und schafft für diese eine einfach zu verwaltenden Möglichkeit, den Regelungen des Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetzes nachzukommen“, ergänzt der in Süderholz lebende Georg Günther als Landesvorsitzender der Jungen Union.

Sundhagener beraten über eine Erhöhung

In der Gemeinde Süderholz, selbst wird seit rund zehn Jahren ein pauschalisierter Auslagenersatz in Höhe von 5 Euro pro geleisteten Einsatz gezahlt. In Grimmen hat die Stadtvertretung bereits Ende 2005 die „Satzung über Aufwandsentschädigungen für den Bereich der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Grimmen“ eingeführt, zahlt seit rund sechs Jahren eine Aufwandsentschädigung nicht nur an Funktionsträger, wie den Wehrführer, sondern an alle ehrenamtlichen Retter, die zum Einsatz ausrücken und auch an den Ausbildungen teilnehmen.

In der Großgemeinde Sundhagen erhalten die Kameradinnen und Kameraden eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 4 Euro für die aktive Teilnahme am Einsatz, wie Bürgermeister Helmut Krüger informiert. „Dieser Betrag ist symbolisch zu sehen“, sagt er.

Für das kommende Jahr gebe es Überlegungen, dieses Betrag zu erhöhen. „Das muss aber erst noch in der Gemeindevertretung besprochen und beschlossen werden“, sagt er. Deshalb wolle das Gemeindeoberhaupt auch noch nicht sagen, über welche Summe diskutiert wird.

Feuerwehrleute im Amt Franzburg-Richtenberg gehen leer aus

„Keine Gemeinde in unserem Amtsbereich zahlt das im Volksmund genannte Stiefelgeld“, berichtet Brigitte Karallus, Hauptamtsleiterin im Amt Franzburg-Richtenberg. „Noch nicht“, fügt sie hinzu. Die „einfachen“ Feuerwehrleute in den Gemeinden Glewitz, Wendisch Baggendorf, Papenhagen und Splietsdorf gehen also leer aus. Brigitte Karallus würde es begrüßen, wenn die Aufwandsentschädigungen vonseiten des Gesetzgebers geregelt werden würden. „Mit Mindest- und Höchstsatz, um den Gemeinden einen Ermessensspielraum zu lassen“, sagt sie.

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