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Grimmen Mehr als 1000 neue Wohnungen in Vorpommern-Rügen
Vorpommern Grimmen Mehr als 1000 neue Wohnungen in Vorpommern-Rügen
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18:40 13.07.2019
Die Baubilanz 2018 für Vorpommern-Rügen: Niveau gehalten, aber laut Gewerkschaft wäre noch mehr drin gewesen (Symbolfoto). Quelle: IG BAU
Stralsund

Baubilanz für Vorpommern-Rügen: In keinem anderen Landkreis in Mecklenburg-Vorpommern sind 2018 mehr Appartements gebaut worden. 1068 Wohnungen wurden fertig, davon 122 in Stralsund, wie das Statistische Landesamt ermittelt hat. Darunter waren 396 Einfamilienhäuser. Fast 120 Millionen Euro haben Investoren ausgegeben. 2017 waren es noch fünf Millionen Euro mehr. Die Gesamtzahl der neuen Wohnungen blieb im Vergleich zum Vorjahr fast gleich, jedoch wurden 2017 deutlich mehr in Stralsund fertiggestellt (283).

Der Bezirksvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Wolfgang Ehlert sieht beim Neubau „deutlich Luft nach oben“. Entscheidend sei, was gebaut werde: „Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen.“ Von den 5400 Wohnungen, die 2018 in MV gebaut wurden, sind lediglich 68 neue Sozialwohnungen. „Das Land bliebt da hinter seinen Möglichkeiten“, schätzt auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg ein.

Gewerkschaft kritisiert Baukindergeld

Der soziale Wohnungsbau benötige eine Förderung von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder – und das kontinuierlich für die nächsten Jahre, fordert Ehlert. In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von Sozialmietwohnungen mit lediglich 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 werden die Mittel sogar auf eine Milliarde abgesenkt. Zudem fielen pro Jahr rund 80 000 Sozialwohnungen aus der befristeten Mietpreisbindung heraus und damit deutlich mehr als in den letzten Jahren neu gebaut wurden, moniert der Gewerkschafter.

Die IG Bau kritisiert auch das von der Bundesregierung neu aufgelegte Baukindergeld. Es schaffe keine nachhaltigen Impulse. Statt in den Neubau fließe die Förderung hier oft in den Kauf von alten Gebäuden. „Es ist fatal, die Wohnungsbaupolitik von Wahl zu Wahl zu planen, statt verlässliche und wirksame Rahmenbedingungen zu schaffen. Immerhin ist der Wohnungsbau bei wachsender Bevölkerung unverzichtbar und ein wichtiger Motor der Binnenkonjunktur – auch im Kreis Vorpommern-Rügen“, sagt Ehlert.

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