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Grimmen Mit Nacktschnecken auf du und du
Vorpommern Grimmen Mit Nacktschnecken auf du und du
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00:00 02.09.2017
Über Wiesen führt der Weg von Hohenwieden bis in den Wald, wo die Kinder ab jetzt betreut werden. Quelle: Fotos: Almut Jaekel
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Hohenwieden

Im SOS-Dorf gibt es seit gestern eine Waldkindergartengruppe. Ganz richtig ist das nicht. Denn direkt im Dorf befindet sich im Haus Nr. 15 nur ein Ausweichquartier für die neue Gruppe des SOS-Kindergartens „Hermann Gmeiner“ in Grimmen, das lediglich bei Sturm und Unwetter genutzt werden soll. Die derzeit 14 Kinder der neuen Gruppe und ihre beiden Erzieherinnen – Platz ist für 15 Mädchen und Jungen – bezogen gestern ihr Quartier im nahen Wald bei Hohenwieden.

Seit gestern gibt es einen Waldkindergarten in Hohenwieden.

SOS-Kita

13 Erzieher und drei Mitarbeiter im Hauswirtschaftsbereich arbeiten in der SOS-Kita in Grimmen. Dazu kommen zwei Erzieherinnen in der Waldgruppe.

18 Plätze bietet die SOS-Kita im Krippenbereich an.

59 Jungen und Mädchen im Kindergartenalter können die Kita besuchen.

15 weitere Plätze gibt es in der neuen Waldkindergartengruppe in Hohenwieden.

„Wenn man ein Kind hat, das bei jedem Wetter durch Gebüsch und Strauch kriecht und nach Nacktschnecken und Regenwürmern sucht, ist dieses Angebot ideal“, sagt Steffen Richardt, dessen Sohn Jo diese besondere Gruppe besucht. Und auch Jo selbst, der erst in zwei Jahren in die Schule kommt und so die Zeit noch ausgiebig genießen kann, ist glücklich im Wald, den die Kinder nach kurzem Fußmarsch erreichen. „Und heute ist am schönsten, dass mein Papa noch dabei ist“, sagt der Vierjährige.

Im Gepäck auf dem Weg in den Wald haben die Kinder vor allem Wasser – im Bollerwagen wird alles transportiert, was vor Ort gebraucht wird. Denn dort fanden Kinder und Gäste gestern Morgen zunächst eine fast leere Schutzhütte vor, die die Kinder ganz offiziell und feierlich mit dem Durchschneiden eines roten Bandes eröffnen durften. „Wir wollen diese Hütte gemeinsam einrichten, und die Kinder bestimmen natürlich mit“, sagte Juana Zierke, neben Birgit Meier eine der beiden Erzieherinnen. Mit in den Wald haben Piet, Aurelio, Tamino, Chris, Jo, Arvid, Frigga und Hannah Luigi genommen – einen Kuscheltier-Drachen, der die Kinder begleiten wird.

Auch der freie Platz direkt vor der Hütte, in die auch noch ein Bollerofen für ganz kalte Tage kommt, soll noch gestaltet werden. „Wir haben Baumstubben, die die Kinder noch etwas schleifen und dann als Hocker verwenden, beispielsweise für den Morgenkreis“, erzählt Juana Zierke. Vielleicht komme noch ein leichter Tisch dazu, den die Jungen und Mädchen selbst tragen können.

„Wir sind Gäste im Wald, das sollen die Kinder lernen“, betont die Erzieherin, die sich zwar schon viel mit der Waldpädagogik beschäftigt hat und selbst sehr naturverbunden ist, aber außerdem eine Fortbildung absolvieren wird. Sie geht davon aus, dass die Kinder schon bald genau solche Rollenspiele wie in anderen Einrichtungen auch spielen, nur eben mit Spielzeug aus dem Wald. Besondere Vorteile sieht sie in der Ruhe und der frischen Luft, die die Minis genießen werden.

Sehr interessiert nahmen die Kinder gleich nach ihrem Eintreffen im Wald das Klo unter die Lupe. „Dort wird auch noch ein Waschbecken angebracht. Das Wasser dafür nehmen wir täglich frisch aus dem Dorf im Bollerwagen mit“, berichtet Kita-Leiterin Katharina Lucht. „Es darf aber auch in den Wald gepullert werden, an ganz bestimmten Stellen“, sagt sie. Wer den gesamten Tag lang in der Natur tobt, lernt und spielt, ist natürlich auch mal müde. Und geschlafen wird selbstverständlich auch vor Ort, sagt Katharina Lucht. „Wir haben Zelte, über die wir zum Schutz noch eine Plane spannen, und es gibt Thermoschlafsäcke.“ Die Kinder seien in zwei Grüppchen unterteilt – je nachdem, wie viel Ruhe sie entsprechend ihrem Alter brauchen, ergänzt Juana Zierke. „Während die Kleinen beispielsweise nach dem Mittagessen, das aus dem Dorf geholt wird, schon ausruhen können, bringen die Großen das schmutzige Geschirr zurück und haben anschließend nur eine verkürzte Ruhephase.“

Ansonsten würden Kinder und Erzieher nach einem beweglichen Tagesplan arbeiten, weil man ja nicht wisse, was Neues geschieht. Juana Zierke: „Wir sind sehr gespannt und lassen uns überraschen.“

Almut Jaekel

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