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Grimmen Neue Kritik an Theater-Plänen des Landes
Vorpommern Grimmen Neue Kritik an Theater-Plänen des Landes
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01:22 16.01.2015
„Der Bettelstudent“, die Operette von Carl Millöcker, ist eine der aktuellen Inszenierungen des Theaters Vorpommern. Am Sonntag wird sie in Stralsund gezeigt. Die Aufführung ist übrigens schon ausverkauft.
„Der Bettelstudent“, die Operette von Carl Millöcker, ist eine der aktuellen Inszenierungen des Theaters Vorpommern. Am Sonntag wird sie in Stralsund gezeigt. Die Aufführung ist übrigens schon ausverkauft. Quelle: MuTphoto
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Ribnitz-Damgarten

Der Kulturausschuss des Landkreises Vorpommern-Rügen hat die Pläne der Landesregierung zur Bildung eines „Staatstheaters Nordost“ kritisiert. „Ich bin eher für eine Kooperation statt einer Fusion“, sagte Maik Hofmann (FDP/BfS) auf der Sitzung am Mittwochabend in Ribnitz-Damgarten. Das sei eine vernünftige Alternative für die künftige Gestaltung der Theaterlandschaft zwischen Stralsund, Greifswald, Neubrandenburg, Neustrelitz und Putbus.

„Ich halte das Vorgehen nicht für schön“, kritisierte Karin Breitenfeldt (Die Linke) den Zeitrahmen. Man rede jetzt im Ausschuss über die Position des Landkreises zur Reform, wieso habe es aber schon im Sommer vergangenen Jahres eine Zielvereinbarung zu diesem Thema gegeben? „Wir wollen Theater in der Region erhalten. Das ist aber ein Vorwegabzug“, schätzt sie die Auswirkungen der Reformpläne ein.

Die Landesregierung will eine Fusion, ein Theater mit perspektivisch 420 Stellen. Das Theater Vorpommern, das mit Stralsund und Putbus aktuell zwei Spielstätten in Vorpommern-Rügen hat, und die Theater und Orchester GmbH in Neubrandenburg und Neustrelitz sollen miteinander verschmelzen und damit 65 Stellen einsparen. Vor allem mit finanziellen Zwängen wird die Theater-Reform begründet, die die Spielstätten erhalten würde, aber mit schmerzhaften Einschnitten verbunden wäre. Vor allem mit finanziellen Zwängen wird die Theater-Reform begründet, die die Spielstätten erhalten würde, aber mit schmerzhaften Einschnitten verbunden wäre.

Eine finale Abstimmung darüber, wie der Kulturausschuss zu den Fusionsplänen steht, wurde allerdings trotz der kritischen Worte vertagt. Für eine endgültige Entscheidung würden noch zu wenig Informationen vorliegen, hieß es. Zum Beispiel fände es Wolfgang Meyer (Die Linke) wichtig: Wenn es denn schon einen Alternativvorschlag der Gewerkschaften gebe, den dann auch auf den Tisch zu packen.

Glücklich ist letztlich keines der Ausschussmitglieder mit den Plänen der Landesregierung. Aber: Bessere Ideen hat auch keiner. Das ist im Landratsamt nicht anders. So fasst Landrats-Vize Manfred Gerth die derzeitige Position der Verwaltung so zusammen: „Wir schlagen das Staatstheater Nordost vor, weil alles andere teurer würde. Wir haben auch keine bessere Idee, was die Ausfinanzierung betrifft.“ Eine Abstimmung zum Thema Theater-Fusion hat der Kulturausschuss auf den 18. Februar vertagt. Dafür soll die Kreisverwaltung nun eine Beschlussvorlage erarbeiten. Höchstwahrscheinlich wird die Theater-Reform dann am 28. Februar auch Thema im Kreistag sein. Dafür soll die Kreisverwaltung nun eine Beschlussvorlage erarbeiten. Höchstwahrscheinlich wird die Theater-Reform dann am 28.

Februar auch Thema im Kreistag sein.

Vor der Theater-Debatte haben die Ausschussmitglieder den Tagungsort besichtigt, die Galerie im Ribnitzer Kloster. Viel Lob gibt es beim Rundgang für Qualität und Vielfalt der gezeigten Arbeiten, zu deren Attraktionen die Kunstwerke von Lyonel Feininger gehören. Vier Ausstellungen vereint die Galerie, erläutert Rolf Günther, Vorsitzender des Kunstvereines. Die Feininger-Arbeiten seien Highlight und Zugpferd, betont er.

Greifswalder Spielstätte kann Jubiläum feiern
Das Staatstheater Nordost soll aus der Fusion des Theaters Vorpommern mit der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg-Neustrelitz gebildet werden.
65 der jetzt 485 Stellen würden gestrichen, damit blieben 420 erhalten. Das Land Mecklenburg-Vorpommern würde bei der neuen Gesellschaft als Mehrheitsgesellschafter einsteigen.
3 Spielstätten hat das Theater Vorpommern, mit Stralsund, Greifswald und Putbus. Geplant ist, dass Greifswald Sitz der Intendanz würde, in Stralsund soll die Oper mit einem Opernorchester zu Hause sein.
Derzeit gehören zum Ensemble am Theater Vorpommern: Leitung, Musiktheater, Schauspiel, Ballett, Dramaturgie, Theaterpädagogik, Philharmonisches Orchester und Opernchor.



Die Spielstätten in der Region — Stralsund, Putbus und Greifswald — haben eine lange Tradition. Das Theater in Putbus ist im 19. Jahrhundert als Sommertheater errichtet worden. Das Theater Stralsund ist, als Stadttheater, 1766 gegründet worden. Die Spielstätte in Greifswald eröffnete 1915.



Die Theater Vorpommern GmbH gibt es seit 1994, 2006 trat der Landkreis Rügen bei, dessen Rechtsnachfolger der Landkreis Vorpommern-Rügen ist.



Peter Schlag