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Grimmen Neue Straße in Elmenhorst nach jahrelangem Kampf eröffnet
Vorpommern Grimmen Neue Straße in Elmenhorst nach jahrelangem Kampf eröffnet
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19:19 25.07.2019
Es ist vollbracht: Minister Harry Glawe, Bürgermeister Rudi Wendorf und Anwohner  Landrat Stefan Kerth nehmen mit dem fünfjährigen Elmenhorster Jan den symbolischen Scherenschnitt vor.
Es ist vollbracht: Minister Harry Glawe, Bürgermeister Rudi Wendorf und Anwohner Landrat Stefan Kerth nehmen mit dem fünfjährigen Elmenhorster Jan den symbolischen Scherenschnitt vor. Quelle: Almut Jaekel
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Elmenhorst

Sechs Jahre lang ist Angelika Krüger nicht mehr Fahrrad gefahren. Auf der neuen, am Donnerstag gegen Abend offiziell eröffneten Plattenstraße in Neu Elmenhorst hat sie es aber wieder gewagt. „Ich war vorher mehrfach gestürzt. Hier war ja ein Loch am anderen. Jetzt werde ich wieder öfter mit dem Rad unterwegs sein und ich freue mich darauf“, sagt sie.

Angelika Krüger: Sechs Jahre habe ich mich nicht auf's Fahrrad getraut, weil die Straße so schlecht war." Quelle: Almut Jaekel

„Ich bin hier in Neu Elmenhorst vor 61 Jahren geboren, und wir hatten zuvor niemals eine vernünftige Straße vor unserer Haustür“, berichtet auch Heinz Wiechmann. Bis Mitte der 70er-Jahre sei nur ein Landweg vor Ort gewesen, dann kamen stückweise Betonfahrspurplatten. Lange hätten die Anwohner um einen befahrbaren Weg gekämpft, mal Unterschriften gesammelt, mal in der Gemeindevertretersitzung vorgesprochen. Endlich hat es geklappt.

Dass das so sei, würden sie in erster Linie ihrem Bürgermeister verdanken – da sind sich die Anwohner sicher. Rudi Wendorf (CDU) habe seit seinem Amtsantritt 2012 für die Straße gestritten.

Das hat nicht nur die Neu Elmenhorster, sondern auch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) beeindruckt, der sich für die Finanzierung starkmachte. Und Vorpommern-Rügens Landrat Stefan Kerth (SPD) sowie seinen Vorgänger Ralf Drescher (CDU). Die haben nämlich ermöglicht, dass der Straßenbau ins sogenannte ELER-Programm – dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums – aufgenommen wurde. „75 Prozent der Kosten werden dadurch übernommen“, sagte Bürgermeister Wendorf den Gästen und Anwohnern beim Straßenfest zur Eröffnung. Die Kofinanzierung, für die sich Minister Glawe einsetzte, kommt mit 15 Prozent vom Innenministerium, fünf Prozent sind Eigenanteil der Gemeinde. Wendorf: „Und eigentlich weitere fünf Prozent der geplanten Gesamtkosten in Höhe von 498000 Euro sollten auf die Anwohner entfallen. „Die Straßenausbaubeitragssatzung gibt es aber nicht mehr, und dieses fehlende Geld wird der Gemeinde zugewiesen“, verkündet Glawe vor Ort.

14 Tage vor dem Termin war die Straße fertig, und ich bin extra hier entlang gefahren, nachdem ich davon in der Zeitung las, um mich davon zu überzeugen.“, sagt Harry Glawe. Müllentsorgung, Busse, Pflegedienste – sie alle hätten jetzt auf der 1600 Meter langen neuen Strecke freie Bahn. „Auch ich kann mich an kein Projekt erinnern, das sowohl vorfristig abgeschlossen wurde und bei dem die Kosten im angegebenen Rahmen blieben“, ergänzt Landrat Kerth.

16 Grundstücke liegen an der Straße, erzählt Wendorf. Und alle Bewohner dieser Grundstücke können sich jetzt gemeinsam mit ihm freuen, dass die Arbeiten so zügig und vorzeitig beendet werden konnten. Erst im April hatten die Bauarbeiter der Firma Badke Baustoffe losgelegt. „Das auch noch die Kosten den Planungen entsprechen, liegt vor allem an der guten Vorarbeit des Planungsbüros Seidlein“, betont Hartmut Badke, der sich bei den Anwohner für die reibungslose Zusammenarbeit bedankt.

Norbert Wiech: Seit 55 Jahren kenne ich jedes Loch auf der alten Straße, weil ich der ehemalige Chef des Agrarunternehmens im Ort bin. Quelle: Almut Jaekel

Einer, der sich am Donnerstag ganz besonders freute ist Norbert Wiech: Seit 55 Jahren kenne ich diese Straße“, sagte der ehemalige Chef des Landwirtschaftsbetriebes, der direkt an der Straße liegt und das in den 80er-Jahren eine Reihe von Betonplatten vor Ort verlegt hatte. Jedes Loch – und davon gab es eins am andren – sei ihm bekannt gewesen.

Almut Jaekel