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Grimmen Neuer Forstamtsleiter mit tierischer Begleitung
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09:00 09.01.2019
Robert-Marc Berger (35) ist neuer Leiter des Forstamtes Poggendorf. Immer an seiner Seite: Anka, die siebenjährige Jagdhündin. Quelle: Anja Krüger
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Poggendorf

Das Forstwesen sei ihm in die Wiege gelegt worden, sagt Robert-Marc Berger. Der 35-Jährige ist Förster in siebter Generation und der neue Leiter des Forstamtes Poggendorf. Seit sieben Wochen ist er im Amt. Immer an seiner Seite: Anka, die siebenjährige Deutsch-Kurzhaar-Hündin.

Aufgewachsen ist der aufgeschlossene junge Mann in der Försterei Kuhlrade bei Marlow. „Meine Eltern waren beide in der Forst tätig. Für mich war es also ganz normal, meine Freizeit im Wald zu verbringen und auch irgendwie immer selbstverständlich, dass ich auch einmal in der Forst tätig sein werde“, sagt er. Mit dem Abitur in der Tasche wurde er an der Technischen Universität Dresden immatrikuliert, studierte Forstwissenschaften. Ausbildungsort: Das ländlich gelegene Thurandt, rund 15 Kilometer von Dresden entfernt. „Damals habe ich mich bewusst für Dresden als Wohnort entschieden. Für mich stand immer fest, dass ich im Ländlichen leben möchte. Aber nicht, ohne wenigstens eine gewisse Zeit das Großstadtleben in vollen Zügen genossen zu haben“, erzählt Berger. „Nach dem Studium hatte ich aber genug davon“, fügt er hinzu. Heute lebt der 35-Jährige wieder in Kuhlrade – mit seiner Partnerin, der neunjährigen Tochter, dem zweijährigen Sohn, Anka und fünf Hühnern – auf einem etwas abgelegenen Gehöft.

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Seine erste berufliche Wirkungsstätte war das damals noch bestehende Forstamt Abtshagen/Rügen, das unter der Leitung von Dr. Thomas Gottlob, seinem Vorgänger auf dem Chefposten in Poggendorf, stand. „Ich habe von 2010 bis 2012 hier mein Referendariat absolviert. Ich habe sehr viel von Dr. Gottlob, der den Posten gewechselt hat und jetzt als Inspektionsbeamter tätig ist, gelernt“, sagt er. Insgesamt sei seine berufliche Laufbahn bisher sehr vielseitig gewesen. Nach dem Referendariat leitete er unter anderem kommissarisch das seit 2013 wieder eigenständige Forstamt Rügen, wechselte danach in die Zentrale der Landesforst in Malchin, wo er im Vorstand tätig war. „Aber vor allem meine Tätigkeit im Forstamt Rügen hat meinen Wunsch bekräftigt, mich um eine Leitungsfunktion zu bemühen“, sagt Berger.

Es hat geklappt. Als Leiter des Poggendorfer Forstamtes konnte er gleich einsteigen, wie er sagt. „Die Kollegen kannte ich ja alle durch mein Referendariat“, erklärt er. Seine erste Amtshandlung war es, eine aktuelle Karte vom Gebiet des Forstamtes mit den einzelnen Revieren in Auftrag zu geben. Die liegt nun vor ihm und zeigt, wie riesig sein Zuständigkeitsbereich ist. „Tatsächlich ist das Forstamt Poggendorf eines der größten und vielfältigsten Ämter im Land“, weiß er. Und nicht nur das begeistert ihn. Dass das Amt auch Technikstützpunkt ist, komme ihm gelegen. „Ich bin sehr technikaffin“, gesteht er. Auf seinem heimischen Gehöft würde eine DDR-Moped-Sammlung mit sechs zugelassenen Fahrzeugen stehen, dazu zwei Traktoren, „mit Rasentraktor drei“, sagt er. Zum Fuhrpark des Forstamtes gehören dagegen weitaus größere Maschinen. Harvester Forwarder und Traktoren sind dort im Einsatz. „Und wir sind eines von zwei Forstämtern im Land, das Rückepferde hat“, erzählt er. Auch der Ruheforst bei Abtshagen sei eine Besonderheit. Begeistert sei er auch von der Lehrausbildung im Amt, für die Forstwirtschaftsmeister Ralf Sodmann zuständig ist. „Er macht, wie alle hier, einen guten Job“, sagt Berger.

Generell sei er in einem gut funktionierenden 50-köpfigen Team aufgenommen worden. „Ich fühle mich auch verantwortlich, dass das gute Verhältnis der Kollegen untereinander bestehen bleibt“, sagt er. Auf seinem Plan für die nächsten Wochen steht unter anderem nun erst mal ein Besuch im Revier Tutow. „Das steht auf meiner To-do-Liste ganz oben, weil es das einzige von den neun zum Amt gehörenden Revieren ist, in dem ich in meiner Funktion als Amtsleiter noch nicht war“, gesteht er. Und seinem Büro will er eine kleine persönliche Note geben. Denn bis auf den Hut am 16er Rothirschgeweih, der aktuellen Karte im Großformat und Hündin Anka sei alles noch von seinem Vorgänger.

Das Forstamt Poggendorf

Das Forstamt Poggendorf betreut und verwaltet rund 20 000 Hektar Wald. Es erstreckt sich von Poggendorf aus nördlich bis Steinhagen, östlich bis zum Strelasund und nahe Greifswald, südlich bis nahe Demmin und westlich bis Tribsees. Es besteht aus neun Revieren.

Bewirtschaftet und bejagt werden rund 7000 Hektar Landeswald und zusätzlich zum Teil Kommunal- und Privatwälder. Der Holzeinschlag pro Jahr liegt bei circa 35 000 m³. Rund 1000 Stück Wild werden jährlich geschossen.

50 Mitarbeiter, darunter sechs Auszubildende, arbeiten im Forstamt Poggendorf.

Die Besonderheiten des Forstamtes:

– Es ist eines der flächenmäßig größten und vielfältigsten Forstämter im Land.

– Es ist eins von zwei Forstämtern im Land mit Rückepferden.

– Es ist Technikstützpunkt.

Anja Krüger

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