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Grimmen Fast eine Million Euro für Weg zwischen Groß Bisdorf und Levenhagen
Vorpommern Grimmen Fast eine Million Euro für Weg zwischen Groß Bisdorf und Levenhagen
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21:51 05.07.2019
Mehr als 100 Süderholzer kamen am späten Freitagnachmittag und zelebrierten in einer langen Reihe gemeinsam den ersten Spatenstich für den Radweg in Richtung Greifswald. Quelle: Carolin Riemer
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Griebenow

25 Jahre ist es her, dass die Gemeinde Süderholz erstmals einen Antrag für den Bau eines Radweges nach Greifswald stellte. Doch die Behörden und das Straßenbauamt ließen sich Zeit. Am Montag beginnen nun endlich die Arbeiten, denn die Anwohner haben langen Atem und großen Kampfgeist bewiesen.

„Kein Minister hat Zeit? Dann machen wir es eben allein.“

Am späten Freitagnachmittag bewiesen die Süderholzer ihren großen Zusammenhalt und auch eine Prise Humor. „Da kein Minister Zeit hatte, um mit uns einen feierlichen ersten Spatenstich zu zelebrieren, machen wir das eben allein“, sagte der Organisator der Aktion, Göran Herrmann. Im Vorfeld forderte der Gemeindevertreter die Anwohner auf, mit einem Spaten an die Kreuzung nach Griebenow zu kommen. Mehr als 100 Menschen folgten der Einladung und bildeten auf einem angrenzenden Feld, auf dem der Radweg entstehen soll, eine lange Reihe, um gemeinsam den symbolischen Akt zu vollziehen.

894 300,95 Euro werden investiert

Der neue Radweg wird in zwei Abschnitten gebaut. Der erste 3,4 Kilometer lange und 2,5 Meter breite Weg verbindet zunächst Groß Bisdorf an der Landesstraße 26 und die Ortsumgehung Levenhagen an der Bundesstraße 109. Autofahrer müssen ab Montag teilweise mit halbseitigen Sperrungen und einer Bauampel rechnen. Anfang Oktober soll der erste 894 300, 95 Euro teure Abschnitt des lang ersehntes Radweges voraussichtlich fertig sein. Finanziert wird er anteilig vom Land Mecklenburg-Vorpommern und dem Bund. Im Bereich der Landesstraße, auf einer Länge von 0,7 Kilometern, wird der Weg aus Mitteln der Europäischen Union gefördert.

Zweiter Bauabschnitt erst im kommenden Jahr

Doch trotz aller Freude verstehen viele Süderholzer nicht, warum mit dem zweiten Bauabschnitt zwischen Levenhagen und Greifswald erst im kommenden Jahr begonnen wird. „Hätten die Verantwortlichen aus den Ämtern das nicht besser koordinieren können?“, fragt beispielsweise Wolfgang Krille aus Griebenow. Die meisten Anwohner stellen sich diese Frage und können die Fertigstellung kaum noch erwarten. Aus gutem Grund.

Auf der Landesstraße, die in die Bundesstraße übergeht, sind die Autos schnell unterwegs. Es ist ein Autobahnzubringer. Und genauso gefährlich wie sich das anhöre, sei die Fahrt dort mit dem Fahrrad, berichten die Anwohner. Nach einem Unfall, den ein Radler aus Kreutzmannshagen fast mit dem Leben bezahlen musste, wurden die Süderholzer in den vergangenen Jahren kreativ und unnachgiebig. Mit zwei Fahrrad-Demos an denen sich 300 Radler beteiligten, legten sie den Verkehr lahm. Eine stille Demonstration führten sie mit einer Plakat-Aktion durch. Erfolgreich. „Es darf nicht nur etwas für unsere Touristen getan werden, sondern auch für unsere Einheimischen“, sagte Göran Herrmann und erntete viel Applaus für diese Worte. Am Dienstag, 9. Juli, forderte er die Anwohner auf, um 10 Uhr zur Bauberatung in die Autobahn-Meisterei zu kommen. „Das kann nicht schaden“, sagte er und bekam Unterstützung von Bürgermeister Alexander Benkert (CDU), der selbst Rennrad-Fahrer ist, und dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Wotan Drescher.

410 Alleebäume werden gepflanzt

Gemeindevertreter Tobias Lembke machte noch einmal deutlich, warum der Radweg so wichtig sei: „Wir haben mit dem Reit- und Schlossverein und der Jugendfeuerwehr viele Mitglieder aus Heilgeisthof und Levenhagen. Es ist unglaublich gefährlich, diese Strecke mit dem Rad auf der Straße zurückzulegen. Das hat die Vergangenheit uns ja bewiesen.“ Anwohnerin Gudrun Nockemann (85) ist ebenfalls leidenschaftliche Radfahrerin. Bis nach Greifswald sei es mit dem Rad nur ein „Katzensprung“. Die Dame ist es leid, auf der Landstraße über Petershagen in Richtung der Hansestadt zu radeln. „Ich hoffe, sie beeilen sich mit dem Bau, damit ich auch noch etwas davon habe.“

Eine positive Botschaft gibt es neben dem neuen Radweg aber noch: Beidseitig der L26 beziehungsweise der B109 werden 410 Alleebäume gepflanzt. Auch entlang des Feldweges von Wüsteney nach Barkow sind Pflanzungen geplant.

Carolin Riemer

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