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Nordvorpommern Fledermäuse verbinden Tribsees und Trabitz
Vorpommern Grimmen Nordvorpommern Fledermäuse verbinden Tribsees und Trabitz
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00:00 23.08.2013
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Tribsees

In Tribsees besteht die einzige aktive Jugendgruppe (Naju) des Naturschutzbundes (Nabu), in ganz Vorpommern.

Als sie letztes Jahr nach Bremen fuhr, wo sich 12 ausgewählte Naju-Gruppen zur Jugendkampagne „nature´s12“ trafen, ging es um Natur erleben, verstehen und darum, sich über neue Medien zu vernetzen.

Dort trafen die Tribseeser unter anderem auch die Naju-Gruppe aus Trabitz in Bayern. Weil sich beide sofort verstanden und die Fledermäuse ein Schwerpunkt in beider Naturschutzarbeit darstellen, blieb die Vernetzung nicht nur virtuell.

Margit Schneider, Vorsitzende des Nabu Tribsees und Günter Klein, Vorsitzender in Trabitz, vereinbarten nämlich einen Jugendaustausch. Und dieser wurde nun mit Leben erfüllt.

Fünf Tage lang waren die Tribseeser in Trabitz in der Oberpfalz. Zu dem Ort gehören 19 Ortschaften, 1400 Einwohner leben dort. Untergebracht waren die Gäste im Sportheim, wo sie nicht nur versorgt, sondern verwöhnt wurden. Das Tagesprogramm war straff: Es begann gleich nach Ankunft mit einer nächtlichen Fledermauswanderung. Tags darauf wurde die Fränkische Jura besucht, welche für naturbelassene Höhlen bekannt ist, die sehr gute Winterquartiere für Fledermäuse darstellen.

Einen ganzen Tag lang leisteten die Vorpommern dann ehrenamtliche Tätigkeit, indem sie Fledermäuse in 80 Kästen im dortigen Wald kartierten. Darüber hinaus besuchten sie Regensburg und die in Deutschland einzige Kolonie der Großen Hufeisennase, einer vom Aussterben bedrohten Fledermausart. Dank EU-Fördermitteln dürfen sie einen eigenen Häuserkomplex im Ort Hohenburg bewohnen.

Was für ein Aufwand für Fledermäuse, mag man denken. Aber wenn man sich vergegenwärtigt, dass ein einziges Tier etwa 1000 Mücken pro Nacht vertilgt, wünschten sich viele Hausbesitzer solch ein Fledermausquartier im eigenen Stall oder Keller. Nicht nur die Fledermäuse verbanden die Jugendlichen untereinander. Bei den allabendlichen Zusammenkünften wurde beiderseits festgestellt, dass sowohl Oberpfälzer wie auch Vorpommern als stur und wortkarg gelten. Wiederum war man sich einig, dass dieser Ruf sich aber nicht bestätigte.

Beeindruckt waren die Tribseeser davon, dass es in Trabitz 105 aktive Nabu-Mitglieder gibt mit drei Kinder- bzw. Jugendgruppen: Es sind die „Eisvögel“ für die 5- bis 10-Jährige), die „Kleinen Störche“ (Zehn- bis Dreizehnjährige) und „Aquila“ für die Teenager. Auch auf die Vernetzung der örtlichen Vereine untereinander schauten die Tribseeser bewundernd.

Im Sommer 2014 kommen nun die „Aquilas“ aus Trabitz nach Tribsees. Die Messlatte der Gastfreundschaft hängt hoch, weshalb man sich um weitere Partner und Mitstreiter in Tribsees bemühen wird. „Wir können so viel von den Trabitzern lernen, sowohl Jugendliche für die Erhaltung der Natur zu motivieren, wie auch der Verzahnung der Aktiven untereinander. Auf der anderen Seite haben wir sehr viel zu bieten: Kleine übersichtliche Strukturen und viel einzigartigen Naturraum in und um Tribsees“, sagt Daniel Triebel, der Fledermausexperte des Nabu in Tribsees.

Batnight am 31. August
Der Nabu Tribsees lädt alle Interessierten zur Batnight am 31. August ein. An diesem europaweit stattfindenden Tag, besser Nacht, dreht sich alles um die Fledermäuse. In Tribsees wird Daniel Triebel ab 19.30 Uhr am Binsenteich (Busbahnhof/Wendeschleife) mit allen Interessierten auf Fledermaussuche gehen und Fragen beantworten, vor allem wie man die Lebensräume für diese insektenvertilgenden Tiere verbessern kann.

Kontakt: Margit Schneider ☎ 038320/ 442 oder Daniel Triebel 0173/ 201 95 90, www.nabu-naju-tribsees.de

OZ

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