Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Nordvorpommern Grimmens Radfahrer ohne Winterruhe
Vorpommern Grimmen Nordvorpommern Grimmens Radfahrer ohne Winterruhe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
00:00 18.11.2017
Anzeige
Grimmen

Die elfte Radfahr-Saison in Grimmen ist beendet. Die gut 20 radsportbegeisterten Senioren um Rüdiger Stromeyer gingen offiziell zum letzten Mal in diesem Jahr auf Tour – es ging nach Negast. „Das ist eine unserer Lieblingsstrecken“, sagt Organisator Rüdiger Stromeyer. Sie führt über Lehmhagen und Stoltenhagen in den Norden mit Stopp zum Kaffeetrinken. „Wir meiden die Bundesstraßen, fahren lieber kleine Umwege über die Dörfer“, erzählt der Grimmener. Beliebte Strecken seien aber auch nach Richtenberg, wo regelmäßig auf dem Marktplatz eingekehrt werde, nach Tribsees oder ins Griebenower Barockschloss. Weite Touren führen nach Niederhof oder Neuhof. „Aber weiter als gut 50 Kilometer fahren wir nicht mehr an einem Nachmittag“, betont Stromeyer. Denn schließlich sei er mit seinen 67 Jahren der Jüngste der Truppe. Viele seien zehn Jahre älter.

In keinem Jahr zuvor hätten die Radfahrer so mit dem Wetter zu kämpfen gehabt wie 2017, erzählt der begeisterte Radfahrer weiter. So wurde geplant, Pläne wurden umgestoßen, improvisiert und oft unterwegs gegen Sturm und Regen gekämpft. Dabei legen die Grimmener Radler ihre Touren extra in die Zeit ab Mitte April bis Mitte November, um das beste Wetter abzupassen. Auch während der dunkleren und kälteren Wintermonate gebe es einige Enthusiasten, die einmal in der Woche gemeinsam aufs Fahrrad steigen. „Das ist dann aber eher spontan in kleiner Runde, auch ein organisiertes Ziel mit Verpflegung gebe es nicht.

Anzeige

„Bei uns ist alles freiwillig. Wir sind kein Verein, es gibt keine Mitgliedsbeiträge und kein Muss“, sagt Stromeyer. Seit Jahren dabei ist Ursula Bineck-Küster. Und sie ist unter den Radfahrern etwas besonders – ist die 79-Jährige doch stets mit ihrem alten Minifahrrad unterwegs und hält trotzdem mit den „Großen“ mit. Sie kann sich auf ihr Fahrrad verlassen, wie die meisten. „Und wenn es doch mal eine kleine Panne gibt, dann helfen alle, damit es schnell weitergeht“, berichtet Rüdiger Stromeyer.

Er organisiert diese Ausfahrten seit elf Jahren. „Mittlerweile gibt es auch andere, die dabei helfen, die Unterstützung klappt“, freut er sich. Stromeyer findet es wichtig, dass auch andere ihre Ideen und Wünsche einbringen. Denn einfach sei es nicht, immer wieder neue Ziele zu finden. Schließlich gebe es im ländlichen Bereich viele Begegnungsstätten nicht mehr, die einst Ziele der Radfahrer waren, wie beispielsweise in Rodde. „Deshalb müssen wir uns jetzt im Winter Gedanken machen, welche Ziele wir 2018 anpeilen“, meint Stromeyer. Schön sei es beispielsweise, wenn die Radler sich beim Zwischenstopp etwas anschauen könnten. Auch eine Tagesfahrt sei möglich. Deshalb soll es 2018 erstmals am 13. April eine Radsaison-Eröffnungsveranstaltung geben, bei der Ziele und Vorhaben zusammengetragen werden.

Almut Jaekel