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Nordvorpommern Note 1,0 für das Jessiner Haus Sonnenschein
Vorpommern Grimmen Nordvorpommern Note 1,0 für das Jessiner Haus Sonnenschein
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00:00 04.05.2017
Mitglieder zweier städtischer Fachausschüsse besichtigten das Pflegeheim Haus Sonnenschein am Dienstagabend und überzeugten sich von den guten Bedingungen. FOTOS (3): ALMUT JAEKEL
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Jessin

Eine sehr gute Nachricht konnte Heiderose Krabbe, die Leiterin des Pflegeheims Haus Sonnenschein, den Mitgliedern zweier städtischer Ausschüsse am Dienstagabend übermitteln: Das Haus schnitt bei einer Qualitätsprüfung in diesem Jahr ausgezeichnet mit der Gesamtnote 1,0 ab. Geprüft wurden vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK) die Pflege (1,1), der Umgang mit Demenzkranken, die Betreuung und die Hauswirtschaft (jeweils 1,0).„Dieses Ergebnis macht uns sehr stolz“, sagte Heiderose Krabbe, die seit 27 Jahren in der Jessiner Einrichtung tätig ist.

Heiderose Krabbe
„Das Essen ist hier im Haus Spitzenklasse. Ich habe schon ordentlich zugenommen. Hier gehe ich nicht mehr weg. Wolfgang Beyer (67) Bewohner

Derzeit leben 40 Männer und Frauen, die allein zu Hause nicht mehr zurecht kommen würden, im Haus Sonnenschein, einem ehemaligen Gutshaus, mit einem beeindruckenden Treppenhaus, einem ehrwürdigen Speisesaal und sogar einem Gewölbe-Wein-Keller. Die Zimmer der Bewohner sind allerdings sehr modern ausgestattet, erfuhren die Mitglieder der Ausschüsse für Jugend, Senioren und Soziales sowie für Schulen, Sport und Kultur. Bei einem Rundgang konnten sie sich davon überzeugen.

Viele Umbauten und Sanierungen hätte das unter Denkmalschutz stehende Heim, das am 3. August 1946 als solches eröffnet wurde, erfahren. Anfang der 90er-Jahre mussten die Bewohner und Pfleger deshalb sogar für ein halbes Jahr nach Stahlbrode ausweichen. Dafür hatten sie nach dem Rückzug endlich einen Fahrstuhl im Haus, aus den Mehrbettzimmern waren Zweibettzimmer geworden, und jedes Zimmer sei mit einer modernen Nasszelle ausgestattet. 2003 folgte ein Anbau, unter anderem für den Beschäftigungsraum. „Der reicht aber mittlerweile gar nicht mehr“, berichtete die Leiterin. Denn das Klientel habe sich verändert. „Die Menschen hier werden immer älter, und es werden immer mehr Demenzkranke“, berichtete sie von den Veränderungen. „Wir versuchen, ihre Fähigkeiten zu erhalten, bieten Beschäftigungen mehrmals am Tag an“, erzählte sie weiter.

Nicht nur Positives hatte Heiderose Krabbe zu berichten: Im Haus gibt es Möglichkeiten, 46 Menschen zu betreuen und die Nachfrage sei groß. Aber da in den vergangenen Monaten zwei Fachkräfte fehlten, konnte das Haus nicht ausgelastet werden. „Jetzt können die Stellen wieder besetzt werden“, freut sich Heiderose Krabbe. Der Pflegeberuf sei ein anstrengender, versuchte sie den Personalmangel zu erklären. Dabei hätten sie bei ihrem Arbeitgeber, den Boddenkliniken, bei denen der Landkreis Vorpommern-Rügen hundertprozentiger Gesellschafter sei und sie deshalb nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt werden, gute Bedingungen. 31 Mitarbeiter sind im Haus tätig, 17 von ihnen in der Pflege.

„Das Essen hier ist Spitzenklasse, ich habe in den fast zwei Jahren, in denen ich hier bin, schon ordentlich zugenommen“, sagte gestern Bewohner Wolfgang Beyer. Der 67-Jährige fühlt sich sichtlich wohl in seinem neuen Heim: „Hier gehe ich nicht mehr weg.“ Er lobt den großen hellen Wohnraum und die hilfsbereiten Mitarbeiter. Und der Ausblick in den alten Park sei auch Klasse.

Zum Haus gehört eine eigene Küche. Auch eigenes Reinigungspersonal und eine Wäscherei sind möglich, „weil das Haus nicht zu groß und alles sehr familiär ist“, erklärt die Chefin. Und einmal in der Woche gibt es sogar einen „Konsum“. Dann können die Bewohner mit dem Fahrstuhl in den Keller fahren und eine mobile Anbieterin verkauft ihnen dort Kleinigkeiten.

Pflegeheim seit fast 71 Jahren

Das Herrenhaus Jessin wurde um 1916 in seiner heutigen Form errichtet.

Seit 70 Jahren ist es ein Pflegeheim.

Im Inneren des zweigeschossigen Putzbaus beeindrucken unter anderem die Eingangshalle mit Holztäfelungen, die Holztreppe und eine Galerie, ein Sandsteinkamin und ornamentale Glasmalereien und ein Gewölbekeller.

Heute betreibt die Bodden-Kliniken Ribnitz-Damgarten GmbH das Pflegeheim Haus Sonnenschein.

Es bietet: 46 Heimplätze verteilt auf 3 Wohnebenen, aufgeteilt in 23 Doppelzimmer, ein Pflegebad, zwei Gemeinschaftsräume, ein Fest- und Speisesaal, eine Rollstuhlrampe, eine Terrasse und Balkone, einen Raum für Betreuungsangebote sowie eine hauseigene Küche und die hauseigene Wäscherei.

Almut Jaekel

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