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Nordvorpommern Straßensanierung: Das wollen wir nicht bezahlen
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00:00 10.11.2017
Die Betonspurbahn von Neuendorf in Richtung Wüsteney soll saniert werden. Quelle: Foto: Anja Krüger
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Neuendorf

In der Gemeinde Süderholz regt sich Widerstand gegen die seit Jahren geplante Sanierung der Straße „Lehmberg“ im Ortsteil Neuendorf. Während einige der Anlieger die Sanierung begrüßen, sehen andere diese als unnütz an. Vor allem weil sie nicht bereit sind, die dann fällige finanzielle Beteiligung zu leisten.

Der 1340 Meter lange Teil des Lehmbergs, bestehend aus zwei Betonspuren, soll erneuert und auch verbreitert werden. 550000 Euro soll diese Maßnahme insgesamt kosten. Geplant ist, die jetzt noch liegenden Betonplatten zu entfernen und die zukünftige Trasse vom Ortskern aus weiter nach links werden. „Die Spuren, die dann gegossen werden, sollen auch um 20 Zentimeter verbreitert werden“, informiert Renate Glawe vom Süderholzer Bauamt. Grund für die geplante Sanierung sei der hohe Pflegeaufwand wegen einer dicht angrenzenden Hecke sowie der schlechte Zustand der Betonspuren.

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Das sehen beispielsweise Iris und Martin Perrey, die an der Straße ihr Grundstück haben, ganz anders. „Andere Straßen sind wesentlich schlechter dran. Und die Hecke wird ja auch weiter gepflegt werden müssen“, meint Martin Perrey. Solange es hieß, dass keine Kosten für die Anwohner anfallen, sei das Paar mit der Sanierung einverstanden gewesen. Aber das – ohne weitere Informationsrunde – an den Plänen festgehalten wird, obwohl sie nun zur Kasse gebeten werden sollen, ärgere sie sehr. „Wenn es um unser Geld geht, sollten wir auch gefragt werden“, fordert Iris Perrey. Schließlich würden Tausende Euro anfallen.

Bereits seit 2013 beschäftigt sich die Kommune mit der Sanierung. „Auf Wunsch von Anwohnern“, informiert der Süderholzer Bürgermeister Alexander Benkert (CDU). Auf einer von der Gemeindevertretung verfassten Prioritätenliste habe die Straße damals noch ziemlich weit unten gestanden. „Anwohner kamen dann aber auf uns mit der Bitte zu, zu prüfen, ob die Straße in der Liste nicht höher angesetzt werden könne“, erinnert sich das Gemeindeoberhaupt.

Auf eine Informationsrunde mit den Anwohnern folgte schließlich Ende des Jahres 2014 der mehrheitliche Beschluss im Bauausschuss und schließlich auch in der Gemeindevertretung für die Sanierung.

„Unter der Prämisse, dass wir eine 65-prozentige Förderung vom Landkreis über das Iler-Förderprogramm bekommen und auch die Kofinanzierung des Landes“, berichtet das Gemeindeoberhaupt. Grund der Bedingungen war, dass die Anwohner eben nicht zur Kasse gebeten werden müssen. „Und dann änderten sich die Bedingungen im Iler-Programm. Fördergelder wurden für den ländlichen Wegebau nur noch zugesichert, wenn die Bürger beteiligt werden“, sagt Benkert.

Aber der Stein war ins Rollen gebracht worden. Also seien alle Grundstückseigentümer und auch Pächter von Flächen an der Straße über die Änderung per Schreiben informiert, auch, dass zwei Sanierungsvarianten geprüft werden. Diese beiden Varianten seien schließlich im August 2015 im Bauausschuss diskutiert worden. „Mit Beteiligung von Anwohnern. Denn wir hatten per Veröffentlichung im Süderholzer Blatt dazu eingeladen“, sagt Benkert. Nachdem die beantragte Kofinanzierung damals abgelehnt worden war, wartet die Gemeinde derzeit wieder auf eine Antwort. Die Entscheidung soll im kommenden Februar fallen.

Um mehr Klarheit in die Angelegenheit zu bringen, wolle die Gemeinde nun nochmal alle Anwohner anschreiben. „Und eventuell wird es auch noch einmal eine Info-Runde geben“, sagt Benkert.

Anja Krüger

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