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Grimmen Politiker: Erdölmuseum ist Gold wert
Vorpommern Grimmen Politiker: Erdölmuseum ist Gold wert
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00:00 30.07.2014
Klaus Waldmüller, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion (l.), und Dietmar Eifler, verkehrspolitischer Sprecher (3.v.l.), im Gespräch mit Vetretern des Vereinsvorstandes Erdöl und Heimat gestern in Reinkenhagen. 2.v.l.: Vereinschef Dieter Landes Quelle: Fotos: Reinhard Amler
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Reinkenhagen

Keine 1000 Besucher kommen pro Jahr ins Erdölmuseum nach Reinkenhagen. „Das muss sich ändern“, waren sich gestern sowohl Wolfgang Waldmüller als auch Dietmar Eifler von der CDU-Landtagsfraktion einig. Das Erdölmuseum Reinkenhagen war Station eins der diesjährigen Sommertour ihres Arbeitskreises Wirtschaft, Bau und Tourismus. Aufgesucht hatten es die Landespolitiker, weil sie sich hier eine Menge Aufklärungsarbeit in Sachen Erdölexploration in Mecklenburg-Vorpommern erhoffen.

Denn zu oft, stellte Waldmüller gestern fest, werde in der öffentlichen Debatte hinsichtlich des aktuellen Erdöl-Projektes in Saal bei Barth noch „mit gezinkten Karten gespielt.“

Dort will das deutsch-kanadische Unternehmen Central European Petroleum (CEP) eigenen Angaben zufolge ab 2017 Öl fördern. Etwa 1500 Kubikmeter Flüssigkeit will man zuvor in ein Bohrloch pumpen.

Durch den entstehenden Druck sollen sich dann Poren und Fugen im Gestein, die sich durch Schlammablagerungen verschlossen haben, wieder öffnen. Anschließend soll das im Speichergestein gebundene Öl unter hohem Eigendruck ins Bohrloch fließen.

„Ob Fracking-Unterstellungen von Greenpeace oder Quecksilber-Hysterie von den Grünen: Im Erdölmuseum Reinkenhagen lassen sich die allermeisten Bedenken vollkommen sachlich ausräumen“, bekannte Waldmüller gestern. Deshalb wolle er auch für mehr Besuche hier werben. Das Museum sei Gold wert.

Auf 6400 Quadratmetern Fläche ist hier regionale Erdölgeschichte erlebbar. Highlight ist das Original-Bohrloch, aus dem Jahr 1961 erstes DDR- Erdöl gefördert wurde. Bis 1996 kam in Reinkenhagen das schwarze Gold aus der Erde. Weil aber der Ölpreis im Keller war, wurde die Förderung eingestellt.

Heute sieht man die Sache wieder anders. Denn erst kürzlich hatte der Wirtschaftsausschuss des Landtages nach einer Anhörung zur Onshore-Ölfeldentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur auf wirtschaftliche, sondern auch fiskalische Chancen fürs Land hingewiesen. Wichtig sei dazu aber intensive Aufklärungsarbeit, heißt es in der Beschlussempfehlung.

Dietmar Eifler, der als Bürgermeister des keine 15 Kilometer entfernten Steinhagens bekennen musste, selbst noch nie im Erdölmuseum gewesen zu sein, sagte nach seinem Besuch, dass es eine Bildungsstätte sei, die zu intensiver und aktiver Auseinandersetzung einlädt. Neben der geballten Fachkenntnis von mehreren Experten aus dem Verein gibt es hier auch ein wichtiges Stück vorpommerscher Geschichte zu erleben, betonte Eifler. Er halte es deshalb für sinnvoll, das Erdölmuseum als Ausflugsziel in die „Richtline zur Förderung von Klassenfahrten“ einzubeziehen, betonte er.

Denn bislang habe man wenig Erfolg, wenn man in den Schulen auf Werbetour ist, erklärte der Vereinsvorsitzende von Erdöl und Heimat, Dieter Landes. Auch die Tourismusinformationen in Stralsund und Greifswald täten sich schwer, selbst bei so banalen Dingen, wie dem Auslegen von Flyern, erklärte er. Allein im Pommerschen Landesmuseum sowie bei Geologen an der Greifswalder Uni hätten sie Unterstützung erfahren. Aber das reiche nicht, wenn es darum geht, möglichst auch Urlauber in die Region zu locken. Reinkenhagen böte sich als Schlechtwettervariante geradezu an, so Landes.

Neben den Außenflächen gibt es hier auch eine Museumsbaracke, die zu DDR-Zeiten als sogenannter Schwarzbau von einem Grimmener Betrieb errichtet wurde. Sie beherbergt jede Menge Kostbarkeiten.

Darunter auch einen Bohrmeißel, der mit Diamanten aus Südafrika bestückt ist.

2300 Menschen waren zu DDR-Zeiten im VEB Erdöl-Erdgas Grimmen beschäftigt. In Hochzeiten sogar 2600, informierte Landes. 16 Bohrungen hatte es in der Region gegeben.

Dem Verein sei bewusst, dass Reinkenhagen nicht zentral liegt. Dennoch erreicht man den Ort auch ohne Auto. Sowohl von Stralsund als auch Greifswald fahren Züge bis Miltzow. Vom Bahnhof läuft man 15 Minuten.

Die zu geringe Resonanz des Museums war auch Thema der jüngsten Gemeindevertretersitzung von Sundhagen, wozu Reinkenhagen gehört. Bürgermeister Helmut Krüger (CDU) sagte, dass die Gemeinde, in deren Trägerschaft sich das Museum befindet, einen Antrag auf Förderung gestellt hat, um das Museum touristisch besser vermarkten zu können. Bislang sei er aber noch nicht genehmigt. Erst am 5. Juli hatte auf dem Gelände ein Dorffest stattgefunden, auf dem auch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und Landrat Ralf Drescher (CDU) waren. Auch sie versprachen Hilfe. Inwieweit diese nun kommt, bleibt abzuwarten. Für heute haben sich Europapolitiker der Linken angesagt.

Erdölmuseum
Das Museum ist das einzige seiner Art in Ostdeutschland. Bundesweit gibt es ähnliche Einrichtungen noch in Celle und Twist bei Meppen (beides Niedersachsen).


Geöffnet ist Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr. Zu sehen gibt es hier neben Originalanlagen zur Erdölförderung aus der DDR-Zeit viele weitere Gegenstände, die die damalige Produktion symbolisieren.


Erdöl wurde in Reinkenhagen von 1961 bis 1996 gefördert. 1990 war der VEB an die Treuhand übergeben worden, die ihn ans staatliche Gasunternehmen Frankreichs veräußerte. Vor zwei Jahren hat dieses auch Grundstücke an die Gemeinde überschrieben.
Seit über 50 Jahren wird hier Erdöl gefördert. Ich kann den jetzigen Aufschrei nicht verstehen.“ Wolfgang Waldmüller, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion



Reinhard Amler

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