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Grimmen Pommersche Heimathymnen
Vorpommern Grimmen Pommersche Heimathymnen
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11:54 04.03.2019
Adolf Pompe als Mitglied des Hallenser Wingolf Quelle: Von unbekannt - Unser Pommerland, Heft 2 1927,
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Vorpommern

“Weiße Segel fliegen auf der blauen See, weiße Möwen wiegen in der blauen Höh’. Blaue Wälder krönen weißer Dünen Sand: Vaterland mein Sehnen ist die zugewandt“ heißt es in dem ersten Druck des Pommernliedes Adolf Pompes (1831 bis 1889) im Jahre 1853. Die Dichtung knüpfte an die pommerschen Farben an, erinnerte Norbert Buske, 1994 als Vorsitzender des Rechtsausschusses des Landtages in seinem Buch „Wappen, Farben und Hymnen des Landes Mecklenburg-Vorpommern.“ Über zwei Jahrzehnte später ist es bei der Suche nach einer Landeshymne für MV eine sehr aktuelle Lektüre.

Gesungen wird das Pommernlied nach der Karl Groos Melodie von „Freiheit die ich meine“. Pompe knüpfte mit der Wahl der Melodie an die enge Verbindung der Romantik mit dem nationalen Aufbruch an, schätzt Buske ein. Pompe, ein gebürtiger Stettiner, schrieb es als Theologiestudent in Halle. Er war Mitglied der christlichen Studentenverbindung „Wingolf“. Das Lied soll auf einer Wanderung im Harz entstanden sein und wurde demnach gemeinsam mit Landsleuten intoniert. Heute besingt man im Text bekanntlich das Pommern- und nicht mehr das Heimatland.

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Ähnliche Stücke wie „Schleswig-Holstein meerumschlungen“ oder „Gott mit dir, du Land der Bayern“ gehören auch in diese Zeit. Natürlich wurde im Pommern des 19. Jahrhunderts auch das Preußenlied von 1831 „Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben? Die Fahne schwebt mir weiß und schwarz voran...“ gesungen. Laut Buske hatten die Mecklenburger weniger Erfolg mit ihren Farbenliedern wie dem vom Preußenlied inspirierten Stück von Friedrich Bardt „Ein Mecklenburger bin ich, meine Farben sie wehen mir in Lust und Leid voran...“

Heimatlieder hätten sich in den Herzen der Landeskinder eher festgesetzt als solche, die auf politische Ereignisse Bezug nehmen. „Wo eine ursprüngliche Landschaftserfahrung zum Ausdruck gebracht wurde, wo Patriotismus, das Bekenntnis zum Vaterland, in eine Heimatverbundenheit eingebettet war, da gelangen Lieder, die als Landeshymnen aufgegriffen wurden“, schreibt Buske heutigen Liedschöpfern ins Stammbuch.

Er geht auch der Frage nach, ob es eine mecklenburgische Landeshymne gibt. Das könnte Fritz Reuters „De Eikbom“ sein. Allerdings hätten schon im 19. Jahrhundert nicht mehr alle Mecklenburger Niederdeutsch gesprochen und das grenze aus. Eine Landeshymne muss alle Bürger einbinden. Einer Landeshymne nahe komme dank seiner Bekanntheit Martha Müller-Grählerts Lied „Wo de Ostseewellen trecken an den Strand“, das bekanntlich die Anwohner der Nordsee gern auch für sich reklamieren.

Eckhard Oberdörfer

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