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Grimmen Post aus Florida zum Abtshagener Jubiläum
Vorpommern Grimmen Post aus Florida zum Abtshagener Jubiläum
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18:00 25.08.2019
Eine der Erinnerungen, die Jürgen Kroos an Abtshagen hat: Die Hochzeit seiner Tante, die den Ingenieur Kurt Wunderlich heiratete. Der rechte Blumenjunge vorn ist Jürgen Kroos. Quelle: privat
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Abtshagen

Dass am Sonnabend ein kleines Volksfest im Pfarrgarten in Abtshagen gefeiert werden konnte, hatten die Gäste schlichtweg den Mitgliedern des Fördervereins „Heilgeistkirche zu Abtshagen“ zu verdanken. Denn das war vor nicht ganz 25 Jahren das erste Projekt, das die Ehrenamtler in Angriff nahmen – nach der Gründung des Vereins.

Lange hatten sich dessen Mitglieder mit der Organisation des Festes beschäftigt. Ende Juli fehlten für einen Streifzug durch die Geschichte der Kirche nur noch alte Aufnahmen aus dem Ort. Gerd Dürkoop, seit rund zwei Jahren Vorsitzender des Vereins, startetein der Grimmener OSTSEE-ZEITUNG einen Aufruf. Und erhielt Post aus Florida.

Nach OZ-Artikel Anrufe aus Amerika

„Zunächst klingelte Anfang August mein Telefon immer wieder. Es waren Anrufe aus Amerika. Irgendwann hatte ich eine Nachricht auf der Mailbox“, berichtet er. Schließlich erhielt der Förderverein auch eine E-Mail aus Florida: „Sehr geehrter Herr Duerkoop, mit Interesse las ich Ihren Brief in der Ostsee-Zeitung ...“ Angehängt hatte er das Foto von der Hochzeit seiner Tante, auf dem er als Blumenjunge zu sehen ist.

1945 aus der Heimat vertrieben

Jürgen Kroos ist in Glashagen geboren, als eines von insgesamt acht Kindern des ehemaligen Landwirtes Bruno Kroos aus Glashagen. „Wir wurden bei der Bodenreform im Jahre 1945 enteignet und mussten Glashagen verlassen. Meine Eltern hatten sich um den Pfarrhof in Abtshagen beworben und konnten ihn pachten, er hatte weniger als 100 ha“, berichtet er in einer E-Mail an den Förderverein. Nur einen Monat nach dem Einzug ins Pfarrhaus in Abtshagen sei die Familie in ein Lager gebracht worden, das unter russischer Aufsicht gestanden habe. „Wir konnten nur mitnehmen, was wir tragen konnten“, schreibt er.

Erinnern sich noch vage an die Familie Kroos: Gisela Krumbier (85) und Franz Sievert (83). Quelle: Anja Krüger

An die tragische Geschichte der Familie Kroos erinnern sich auch noch Gisela Krumbier (85) und Franz Sievert (83) aus Abtshagen vage. „Die Familie hatte bei uns Sachen untergestellt. Später hat sie mein Vater an Flüchtlinge gegeben“, erzählt Franz Sievert. Die Kroos’ seien tüchtige Landwirte gewesen.

Idee „Förderverein“ wird 1994 geboren

Tüchtig waren auch die Mitglieder des Fördervereins, der sich nicht nur für die Kirche, sondern für alle Denkmäler im Ort verantwortlich fühlt, in den vergangenen 25 Jahren. Genau genommen wurde der Verein erst 1995 gegründet. Aber die Idee dazu, die hatte der einstige Bürgermeister und erster Vorsitzender des Fördervereins Klaus Weißbrodt schon 1994, wie er selbst erzählt. „Alle waren misstrauisch, was ich da als Heide durch und durch vorhatte“, erinnert sich der heute 76-Jährige. Bis das einstige Pastorenehepaar Piehl auf ihn zukam. Sie konnte er überzeugen und am 6. April 1995 wurde der Verein offiziell gegründet.

Erstes Projekt war dann der Pfarrgarten. Dort, wo am Sonnabend Hüpfburg und Festzelt aufgebaut waren, gab es vor rund 25 Jahren nur Wildwuchs, berichtet Weißbrodt. Es folgten eine neue Eindeckung des Kirchturms, „der dann drei Jahre später brannte“, erzählt Dürkoops Vorgänger. Im Jahr 2000 wurde der neue Turm samt neuer Glocke eingeweiht, 2002 erklang die Buchholz-Orgel nach Restaurierung in alter Schönheit, 2009 wurde die Friedhofsmauer erneuert. Es sind nur einige Projekte, die sich der Verein schon auf die Fahnen schreiben konnte.

Neuer Vorstand, neuer Schwung

Eine Überraschungstorte zum Jubiläum gab es von Kirchenratsmitglied Veronika Degler. Quelle: privat

Und trotzdem drohte die Auflösung. „Die Entscheidung stand vor rund zwei Jahren fest. Die Luft war einfach raus“, erinnert sich Weißbrodt zurück. Doch es kam anders. Gerd Dürkoop übernahm das Zepter. Mittlerweile hat der Verein über 50 Mitglieder und auch in den beiden Jahren viel geschafft. Sei es die Beleuchtung der Kirche, der neue Weg auf dem Friedhof oder die freigelegte obere Belüftung.

Und auch die nächsten Pläne wurden schon geschmiedet. „Die untere Belüftung von Außen um die Kirche herum soll als Nächstes angegangen werden. Und der Containerplatz neu gestaltet werden“, berichtet Dürkoop, der sich bei allen Helfern und Beteiligten für das gelungene Fest bedanken möchte.

Von Anja Krüger

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