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Grimmen Gebühren für Wasser und Abwasser bleiben stabil
Vorpommern Grimmen Gebühren für Wasser und Abwasser bleiben stabil
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09:25 28.12.2018
Mitarbeiter der Firma RESD verlegten im Auftrag des ZWAG neue Wasserleitungen in der Jahn-Straße in Grimmen. Im nächsten jahr wird unter anderem an den Trinkwasserleitungen in der Grellenberger und der Dr. Kurt-Fischer- Straße gearbeitet. Quelle: Anja Krüger
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Grimmen

Auch im nächsten Jahr investiert der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Grimmen (Zwag) in Millionenhöhe. Das beschloss kurz vor Weihnachten die Verbandsversammlung. Außerdem steht seitdem endgültig fest, dass es 2019 keine Preis- und Gebührenerhöhungen geben wird. „Obwohl die Einwohnerzahlen nach wie vor leicht fallen“, sagt Verbandsgeschäftsführer Eckhart Zobel. Jährlich verliere das Gebiet zwischen einem und zwei Prozent. Beschlossen wurde während der Verbandsversammlung auch der erfolgreiche Jahresabschluss 2017.

1,9 Millionen Euro werden ab Januar im Jahr 2019 in Investitionen im Schmutz- und Regenwasserbereich des Zwag fließen. Mit der größten Summe wird der Reinwasserbehälter im Wasserwerk Hohenwarth fertiggestellt. Zobel: „Das allein sind noch einmal 750000 Euro. 1,6 Millionen Euro wird der sogenannte Reinwasserbehälter mit zwei Kammern und jeweils 1000 Kubikmeter Inhalt insgesamt kosten, zwei Millionen Liter Trinkwasser wird er fassen können. Notwendig ist der Neubau, weil aufgrund von Umwelteinflüssen der Kalzidgehalt im Grundwasser zu hoch ist. So hoch, dass die Gefahr besteht, dass technische Anlagen darunter leiden könnten. „Für den Menschen ist Kalzid nicht gefährlich“, informierte der Geschäftsführer bereits im Vorjahr. Gemeinsam mit der Uni Greifswald und einem Labor wurden 2016 verschiedene Untersuchungen und Tests dazu durchgeführt.

Investiert wird in die Trinkwasserleitungen

Investiert wird 2019 auch wieder in Trinkwasserleitungen, diesmal ist das ausschließlich in Grimmen notwendig, sagt Zobel. Das betrifft die Grellenberger Straße, die Dr.-Kurt-Fischer-Straße, wo die Bahn unterquert wird und die Straße der Solidarität von der Kreuzung bis zur Katholischen Kirche, wobei das Flüsschen Jarpenbeek unterquert werden muss.

„Im Wasserwerk Müggenwalde werden wir einen Probebetrieb mit einer Aktivkohlefilterstation starten“, plant der Geschäftsführer. Aufgrund von Pflanzenschutzmitteln, die im Grundwasser gefunden werden würden, müsse man etwas unternehmen. Es sei möglich, dass solche Schadstoffe auch schon früher im Grundwasser gewesen sind, meint Zobel. Die Analytik sei mittlerweile so genau geworden, das nun eben auch diese wenigen Mikrogramm pro Liter, die in dieser Konzentration noch nicht schädlich seien, nachgewiesen werden könnten. „Wir wollen jetzt schon etwas tun und nicht warten bis die Grenzwerte erreicht sind“, begründet Zobel, warum dieser Versuch beginnt. Teilweise dauere es auch sehr lange, bis Schadstoffe im Grundwasser ankommen, ergänzt er. Deshalb wisse niemand, was noch dorthin unterwegs sei. Auf jeden Fall sei er zu dieser Problematik mit Landwirten der gesamten Region im Gespräch.

Absetzbecken in Kläranlage Leyerhof wird erneuert

Im Schmutzwasserbereich wird 2019 auf dem Gelände des ehemaligen Erdöl/Erdgasbetriebes Grimmen in der Stoltenhäger Straße eine 300 Meter lange Leitung saniert. „Und in der Kläranlage Leyerhof erneuern wir ein Absetzbecken“, sagt Zobel weiter. Technische Einrichtungen, wie beispielsweise Gebläse, müssen in der Grimmener Kläranage ersetzt werden.

Vollständig erneuert wird auch die Regenwasserleitung auf etwa 160 Metern in der Stralsunder Straße in Grimmen, die marode ist.

Regenwasserleitung ist marode

Zusätzlich zu den Investitionskosten plant der Zwag etwa eine halbe Millionen Euro für Reparaturen im Trink- und Abwasserbereich und eine weitere halbe Million für Energiekosten ein. Allein 91000 Euro werden für Wasseranalysen veranschlagt. Zobel betont: „Trotz der aktuellen Nitrat-Problematik sind alle gegenwärtige Maßnahmen nur vorbeugend. Unser Trinkwasser wird sehr gut überwacht und hat eine ausgezeichnete Qualität.“

Derzeit lernen zwei Auszubildende beim Zwag in Grimmen. Der zukünftige Elektriker und der Facharbeiter in spe für das Rohrnetz haben so bei Interesse eine berufliche Zukunft beim Zwag, verspricht der Geschäftsführer. Gesucht wird gegenwärtig noch ein Lehrling für das kommende Jahr, der im Abwasserbereich tätig sein wird. Außerdem werde ab März eine Fachkraft für Abwassertechnik aufgrund des Renteneintritts eines Kollegen gesucht.

Almut Jaekel