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Grimmen Reinberger Schüler gehen gesund in die Ferien
Vorpommern Grimmen Reinberger Schüler gehen gesund in die Ferien
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14:45 25.06.2019
Felix Heyn (l.) und Piet Kortus (beide 11) beim Workshop Gewaltprävention.
Felix Heyn (l.) und Piet Kortus (beide 11) beim Workshop Gewaltprävention. Quelle: Almut Jaekel
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Reinberg

Enzo Köpp wird die Lautstärke an seinem Handy, wenn er damit Musik hört, wohl in Zukunft etwas runterregeln. Der Schüler der 9. Klasse an der Regionalschule Reinberg, weiß jetzt, dass die 90 Dezibel, mit denen er die Songs direkt auf die Ohren legt, zu laut sind und seiner Gesundheit schaden können. Gemessen wurde die Lautstärke beim Gesundheitstag an der Schule am Dienstag.

Bei Marvin Csinyi aus dem gleichen Jahrgang ist der „Lärm“ – so hieß dieser Workshop – mit gut 80 Dezibel gerade noch ok, bei einigen anderen bei 110 Dezibel aber gefährlich hoch. „Zuerst mussten wir verschiedene Lautstärken schätzen, haben ein bisschen was über die Messungen erfahren und schließlich ein eigenes Hörspiel aufgenommen. „Das war cool“, erzählen die beiden Schüler von dieser Station des Gesundheitstages.

Der Gesundheitstag gehört – ebenso wie das Sportfest – traditionell zum Schuljahresabschluss an der Regionalschule Reinberg dazu.

Jugendliche aus Klasse 7 sind zur gleichen Zeit bei der Gewaltprävention von Holger Kickhefel, der mehrere Kampfkunst-Schulen in der Region betreibt. Bei ihm lernen sie, wie sie mit Selbstsicherheit und einem gesunden Ego auf Aggressionen reagieren, wie sie deeskalieren oder sie ganz vermeiden können. „So könnt ihr auch eure eigenen Schwächen verringern, dabei nicht den anderen die Schuld geben und euch stärken“, gab er den Schülern mit auf den Weg.

Ebenfalls um Gewaltprävention ging es in einer fünften Klasse: Gunnar Leesch, ehrenamtlich für diesen Tag in Reinberg an der Schule, lehrte die Schüler, sich zu verteidigen. „Mit klaren Ansagen: Lass mich in Ruhe! Und mit erhobenen Armen zur Abwehr“, fordert er die Kinder auf. Felix Heyn und Piet Kortus (beide 11 Jahre alt) kennen ähnliche Situationen bisher nicht. „Nur aus Spaß ringen wir manchmal so miteinander“, erzählen sie.

Diejenigen, die die Seminare und Workshops an diesem Tag leiten, sind teilweise Ehrenamtler, teilweise Honorarkräfte oder sie werden über Krankenkassen, Bund oder Land finanziert, informiert Stefanie Rittmann. Sie ist Gesundheitsbeauftragte an der Schule und gemeinsam mit Kimberly Arthur, der Verantwortlichen für Verkehrserziehung, für die perfekte Organisation des Tages zuständig.

„Einen Gesundheitstag gibt es seit vielen Jahren hier. In diesem Jahr haben wir versucht, durch externe Anbieter, Neues zu probieren. Und das kommt bei den Schülern gut an“, sagt Stefanie Rittman. Begonnen hatte der Tag bereits mit einem gesunden Frühstück, dann gab es verschiedene altersgerechte Angebote – von 1. Hilfe bei Bienenstichen und Sonnenstich für die Jüngsten, über Anti-Gewalt-Kurse für alle, Aufklärung über psychische Erkrankungen und gesunde Ernährung bis zur Suchtprävention in Klasse acht und neun bis zur Verkehrserziehung auf dem Schulhof mit der Verkehrswacht um Wilfried Hafenmeister aus Stralsund und der Polizei.

Fritz Franke, 14, Schüler an der Reinberger Regionalschule. Quelle: Almut Jaekel

Der 14-Jährige Fritz Franke aus Brandshagen kommt gerade vom Fahrradparcours. „Das war nicht schwer“, sagt er. Auch den Quiz, bei dem zehn Fragen zu Regeln beantwortet werden müssen, hätte er gut gemeistert. Das sei nicht bei allen Schülern so, berichten die Helfer vor Ort. Einige wenige Schüler hätten bei zehn Fragen nur drei richtige Antworten parat gehabt, erzählen sie. „Ich finde es gut, dass wir die Verkehrsregeln für Fahrradfahrer, die wir ja schon in der 4. Klasse hier gelernt haben, wieder auffrischen“, sagt Fritz Franke. Und so gerüstet, will er gemeinsam mit einem Freund am Mittwoch den Schulweg mit dem Fahrrad antreten.

Neben dem Parcours und dem Quiz, bei dem es immerhin einen 50-Euro-Gutschein fürs Kino zu gewinnen gibt – stehen bei der Verkehrserziehung ein Sicherheitscheck und ein Reaktionstest an, informiert Kimberly Arthur.

Almut Jaekel