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Grimmen SOS-Dorfgemeinschaft in Hohenwieden wächst
Vorpommern Grimmen SOS-Dorfgemeinschaft in Hohenwieden wächst
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16:11 29.05.2019
Das SOS-Dorf wird größer: Zwei weitere Dorfgemeinschaftshäuser werden gebaut. Im gleichen Stil, wie die bereits vier Existierenden. Quelle: Anja Krüger
Hohenwieden

Kaum mehr als das alte Gutshaus und einen Misthaufen gab es vor 21 Jahren noch in Hohenwieden. Heute leben in dem Grimmener Ortsteil wieder 42 Menschen. Es gibt unter anderem eine Käserei, eine Weberei, eine Holzwerkstatt, eine Gärtnerei, einen Bioladen und ein Café. Aufgebaut vom Verein SOS-Kinderdorf. Der Ort, dem drohte, von der Landkarte zu verschwinden, ist seit der Grundsteinlegung im Mai 1998 zum Wohn- und Arbeitsort von behinderten Menschen – Frauen und Männer mit Lern- und Denkbeeinträchtigungen – geworden. Aber auch zum Anlaufpunkt für Kulturinteressierte sowie zum Wochenendausflugsziel hat sich das Dörfchen gemausert. Nun soll die SOS-Dorfgemeinschaft, in der vor 20 Jahren mit sechs Betreuten anfangen wurde, weiter wachsen. Zwei weitere Gemeinschaftshäuser sind geplant.

Hohenwieden soll auch im Rentenalter ein Zuhause bieten

Der Grund für die neuen Häuser ist naheliegend. Nach 20 Jahren SOS-Dorfgemeinschaft gehen die ersten Betreuten aufs Rentenalter zu, wie der Leiter Hans-Peter Fromm erklärt. „Den ersten Rentner in unserem Dorf gibt es bereits“, erzählt er. Aber nicht erst mit der Geburtstagsfeier jenes Bewohners sei die Überlegung gekommen, wo und wie er und die zukünftigen Rentner ihren wohlverdienten Ruhestand verbringen werden. „Konzeptionelle Überlegungen gibt es bereits seit 2014“, berichtet Fromm, der seit 2012 die Dorfgemeinschaft leitet. Mittlerweile sei man in der sogenannten heißen Planungsphase. Begonnen werden soll mit dem Bau im Frühjahr des kommenden Jahres. Die Fertigstellung ist für das zweite oder dritte Quartal 2021 geplant. Über Kosten redet Fromm nur ungern. Nur so viel: „Sie werden im siebenstelligen Bereich liegen.“

Noch guckt Hans-Peter Fromm aus dem Fenster seines Büros heraus in nordwestlicher Richtung auf eine Wiese entlang des Skulpturenpfades. „Genau dort entstehen die beiden neuen Hausgemeinschaften mit jeweils neun Plätzen im Stil der bereits bestehenden vier“, berichtet Fromm. Nicht nur behinderte Senioren und jeweils eine Betreuerfamilie werden in diese Häuser einziehen. Geplant sei eine Mischung aus jüngeren und älteren Bewohnern. Der Bedarf an Plätzen sei für alle Altersgruppen da. Zusätzlich zu den beiden Wohnhäusern wird ein drittes Gebäude zwischen den beiden gebaut – für sogenannte Tagesstrukturangebote, wie der Leiter berichtet. „Nicht nur für unsere Bewohner, sondern auch für geistig Behinderte aus der Umgebung“, sagt Fromm.

Neuer Kuhstall ist fast fertig, neue Kühe gibt es schon

Das SOS-Dorf wird größer: Kürzlich erst, wurde auch der Tierbestand erweitert. Vier Fleckvieh-Färsen sind jetzt in Hohenwieden zu Hause. Landwirtin Christina Drewing zeigt Dorfgemeinschaftsleiter Hans-Peter Fromm, wie gut sich Färse Vivian führen lässt. Quelle: Anja Krueger

Während für die neuen Gemeinschaftshäuser die heiße Phase der Planung läuft, steht der neue Kuhstall kurz vor der Fertigstellung. Ende des vergangenen Jahres begannen die Bauarbeiten für den Stall. „Mitte, Ende Juni wird er fertig sein“, berichtet Fromm. Für die behinderten Mitarbeiter bedeutet dieser eine wesentliche Arbeitserleichterung. Denn neben einer Mistschiebeanlage habe der Stall einen modernen Melkstand. Aber er bietet auch mehr Kuhplätze. Bislang sind lediglich Schwarzbunte, wie die Rasse heißt, in Hohenwieden gehalten worden. Sie haben nun Gesellschaft bekommen. „Wir haben kürzlich vier Fleckvieh-Färsen erworben – alle tragend“, erzählt Hans-Peter Fromm. Landwirtin Christina Drewing ist ganz vernarrt in die Tiere. „Sie sind sehr zutraulich“, erzählt sie. Ab August würden die Tiere, die allesamt einen Namen haben, kalben. Pünktlich also zum traditionellen Michaeli-Kulturfest im September in der SOS-Dorfgemeinschaft, wo dann sicher auch das 20-jährige Bestehen gefeiert wird.

Hohenwieden: Ein Dorf für Behinderte zum Wohnen und Arbeiten

Im Mai 1998 wurde der Grundstein für die heutige SOS-Dorfgemeinschaft in Hohenwieden gelegt.

Seit 1999 werden dort Menschen mit Denk- und Lernbeeinträchtigungen betreut. Sie arbeiten und wohnen zum Teil auch dort.

33 Wohnplätze in familienähnlichen Hausgemeinschaften, 38 Wohnplätze im Trainingswohnbereich, fünf Plätze im Übergangswohnen sowie das Angebot des ambulant Betreuten Wohnens stehen zur Verfügung.

Neben der Landwirtschaft unterhält die Dorfgemeinschaft eine Gärtnerei, eine Hofkäserei, eine Dorfmeisterei, eine Textil- und eine Holzwerkstatt sowie einen Bioladen und ein Café mit Küchen- und Hauswirtschaftsbetrieb.

In Grimmen betreibt der Verein SOS-Kinderdorf in der Stadt Grimmen die Kita „Herman Gmeiner“ sowie das SOS-Familienzentrum.

Anja Krüger

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