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Salz aus dem Harz macht Grimmens Straßen sicher

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18:00 16.11.2020
Frank Denker, Leiter der Straßenmeisterei Grimmen, vor den 700 Tonnen Streusalz aus dem Harz.
Frank Denker, Leiter der Straßenmeisterei Grimmen, vor den 700 Tonnen Streusalz aus dem Harz. Quelle: Carolin Riemer
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Grimmen

In den vergangenen Jahren wurde die große Halle mit dem Streusalz nie ganz leer. 700 Tonnen lagern aktuell auf dem Gelände der Straßenmeisterei Grimmen und warten auf ihren Einsatz. Doch einen Winter mit Schneefall und langanhaltendem Frost gab es so lange nicht mehr, dass der Leiter der Straßenmeisterei sagt: „Es wird mal wieder Zeit. Schließlich möchte jeder sein Handwerk praktizieren und seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.“

Außerdem sei es nicht einfach, mit einem Schneepflug über die schmalen Straßen der Region zu fahren – vor allem dann nicht, wenn der Gegenverkehr sich nicht unbedingt rücksichtsvoll verhält. „Ein bisschen Training wäre also mal wieder gut“, ist sich Frank Denker sicher. Doch die Kontakte des Straßenmeisterei-Chefs zum Wetterfrosch sind genauso schlecht wie die eines jeden anderen Menschen auch. Vorbereitet ist das 21-köpfige Team allemal.

Alle Prüfungen bestanden

Ende Oktober überprüfte das Straßenbauamt, ob die Grimmener Straßenmeisterei auf den Winter vorbereitet ist. Die vier Räum- und Streufahrzeuge sowie die Kleingeräteträger, die die Radwege von Schnee und Eis befreien, wurden vorgeführt und die Ausrüstung überprüft. Zu den eigenen Fahrzeugen nahm die Straßenmeisterei auch wieder vier einheimische Firmen und drei Landwirte unter Vertrag. Die Unternehmen Resd, Papenburg, Baase und Liesen springen ein, falls es zu starkem Schneefall kommt.

Das Straßen- und Radwegenetz, das die Männer betreuen, ist groß. 50 Kilometer Bundesstraße, 150 Kilometer Landesstraße und 100 Kilometer Kreisstraße müssen im Winter geräumt werden. Dazu kommen noch 35 Kilometer Radweg. „Klingt gar nicht so viel, aber es ist kaum zu schaffen, da es sich nicht um einen zusammenhängenden Radweg, sondern um etliche Teilstücke handelt“, sagt Frank Denker. Zwischen Stahlbrode und Bad Sülze und zwischen Steinhagen und Poggendorf teilen sich die Wege auf und sorgen dafür, dass das Team an Wintertagen bereits um 3 Uhr Früh zum Dienst ausrückt. Die Anforderungen des Landes besagen, dass Straßen zwischen 6 und 22 Uhr betreut werden müssen.

Das letzte Schneechaos in Grimmen herrschte Ostern im April 2018. Quelle: Raik Mielke

Tourenplan mit Ausnahmen

Doch Denker und sein Team können nicht überall gleichzeitig sein und so hagelt es oft Kritik von Anwohnern. Die Männer der Straßenmeisterei handeln nach einem abgestimmten Tourenplan. Zunächst werden die Bundesstraße, dann die Landesstraße und zuletzt die Kreisstraße bearbeitet. Aber es gibt Ausnahmen, berichtet der Chef: „Beispielsweise liegt das Krankenhaus in Bartmannshagen an einer Landesstraße, gehört für uns von der Wichtigkeit aber zur ersten Kategorie.“ Sind die Hauptstraßen frei, kümmert sich das Team um sogenannte „Personenaufstellflächen“ – also um Bushaltestellen.

Hier werden Schneezäune aufgestellt

Sechs Kilometer Schneezäune werden in den kommenden 14 Tagen in der Region aufgestellt: An der Bundesstraße 194 zwischen Barkow und Poggendorf und zwischen Schönenwalde in Richtung Stralsund. Ebenfalls an der Landesstraße 30 zwischen Willerswalde und dem Rügenzubringer. Der längste Abschnitt befindet sich zwischen Brandshagen und dem Rügenzubringer an der Bundesstraße 105.

Streusalz aus dem Harz

In den vergangenen Wintern war es lediglich die Reifglätte, die die Männer durch das Streuen von Salz ungefährlicher machten. In einem normalen Winter werden in der Region rund um Grimmen zwischen 800 und 1000 Tonnen verstreut. In einem harten Winter mit viel Schnee können es aber auch zwischen 2000 und 3000 Tonnen werden. Dass diese Variante nicht die umweltfreundlichste ist, weiß natürlich auch Frank Denker: „Aber es gibt keine Alternative. Außerdem macht die moderne Technik es möglich, die Salzdosierung genau einzustellen.“ Fünf bis 20 Gramm Salz werden in der Regel pro Quadratmeter verstreut. Im Extremfall sind es 40 Gramm pro Quadratmeter. „Niemand sollte vergessen, dass wir damit die Verkehrssicherheit gewährleisten“, sagt Denker.

Das Streusalz sei etwa zehn Jahre lang haltbar. Der Chef der Straßenmeisterei passt auf, dass auch der letzte Krumen aus der hintersten Ecke der Lagerhalle nicht länger dort aufbewahrt wird. Älteres Salz werde mit einem Anti-Backmittel besprüht, damit das Salz rieselfähig bleibt. In diesem Jahr stammt es aus dem Harz und kostet etwa 90 Euro pro Tonne. Zum Vergleich: Vor 20 Jahren lag der Preis für diese Menge bei etwa 40 Euro. In extremen Wintern stieg er schon auf 120 Euro pro Tonne an.

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Von Carolin Riemer