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Grimmen Sanierung in Grimmen: 455 000 Euro für Marienkirche
Vorpommern Grimmen Sanierung in Grimmen: 455 000 Euro für Marienkirche
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16:08 26.08.2019
Pfarrer Wolfgang Schmidt vor der Marienkirche in Grimmen. Einige Fenster und auch das Mauerwerk sind mittlerweile stark beschädigt und müssen saniert werden. Quelle: Flemming Goldbecher
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Grimmen

Man muss schon genauer hinsehen, um zu erkennen, warum Pfarrer Wolfgang Schmidt so sehr darum bemüht ist, Fördergelder und Spenden für die Sanierung der Marienkirche in Grimmen zu sammeln. Dann allerdings begreift man, dass hier etwas getan werden muss: Überall bröckeln Putz und Gestein von den Außenwänden der Marienkirche. Von einigen Fenstergittern sind nur noch die Rahmen erhalten. Mit der Folge, dass ein paar Fenster bereits von Steinen und anderen Wurfgeschossen durchlöchert wurden. Der frühgotische Bau verfällt Stück für Stück.

Fünfstellige Beträge von Bund und Land

Am 22. August erhielt Schmidt jedoch eine freudige Nachricht aus Schwerin: Man habe seinen Antrag auf Förderung genehmigt und werde die Sanierungsarbeiten mit 345 000 Euro unterstützen. Damit, so Schmidt, sei die benötigte Summe von 455 000 Euro für die dringendsten Arbeiten abgedeckt. Zuvor hatte das Kulturministerium des Bundes der Pfarrei bereits eine Fördersumme von 155 000 Euro zugesichert. 110 000 Euro für die Marienkirche und 45 000 Euro für Innensanierungsarbeiten in der Kapelle in Klevenow.

In weniger als zwei Wochen soll der Förderbescheid des Landes vorliegen, meint Schmidt, der mit der Sanierung lieber heute als morgen beginnen würde. „Die Kirche ist in einem schlechten Zustand“, sagt er, während er mit der Hand auf die zahlreichen beschädigten Stellen im Mauerwerk zeigt. Bei vergangenen Sanierungsarbeiten habe man keine gute Arbeit geleistet und mit Zement statt mit Kalk gemauert. „So kann das Mauerwerk nicht atmen und verfällt schneller“, erklärt Schmidt.

Glaskünstler für neue Fenster zuständig

Mit der finanziellen Unterstützung durch Land und Bund sei nun die Grundvoraussetzung für die Erneuerung erfüllt. Die Sanierungsmaßnahmen umfassten das gesamte Mauerwerk des Mittelschiffs. Außerdem sollen elf neue Fenster eingesetzt werden, denn „die alten Fenster erzeugen eine sehr düstere Atmosphäre.“ Einige von ihnen wurden vor wenigen Jahren erneuert. Bei ihnen wandte der Glaskünstler Thomas Kuzio die sogenannte Opalkunstverglasung an. Für die restlichen Fenster habe man Kuzio ebenfalls gewinnen können, meint Schmidt zufrieden. „Die Kirche wird dadurch einen neuen Ausdruck erhalten.“

Bis mit den Arbeiten begonnen werden könne, werde es wahrscheinlich noch eine Zeit dauern. Zunächst müsse das Landesamt für Denkmalpflege die Sanierungspläne absegnen, wofür es auf alle Details eingehen werde, sagt Schmidt. Erst im Anschluss würden die Ausschreibungen vorbereitet, auf die sich die einzelnen Baufirmen mit ihren Angeboten bewerben können. In den folgenden Verhandlungen werde man den Baustart und die Bauphasen besprechen. „Es ist ein komplizierter und langer Vorgang“, so der Pfarrer. „Es ist unklar, ob die Arbeiten noch in diesem Jahr oder erst im kommenden Frühjahr beginnen.“

Verständnis für Missmut der Leute

Wenn es nach ihm geht, ist die Sanierung des Mauerwerks nur der Anfang. In den kommenden Jahren müsse noch viel mehr erneuert werden, meint Schmidt. Zum Beispiel die Mauritius-Kapelle. Bereits jetzt sammle er Spenden, um die notwendige Summe von 21 000 Euro für die Arbeiten an dem Anbau auf der Nordseite aufzubringen. Im Inneren der Kirche gebe es ebenfalls Handlungsbedarf. Auch hier bricht überall Gestein ab, fällt Putz von den Innenwänden.

„Wenn jetzt nichts getan wird, werden die Sanierungskosten in einigen Jahren noch höher sein. Die Folgen für die Kirche wären kaum absehbar“, begründet Schmidt seinen Eifer, den jedoch nicht jeder teilt. Hin und wieder höre er vom Missmut einiger Grimmer, die meinen, die Bauprojekte verschlängen zu viel Geld. Bereits in der Vergangenheit wurde die Pfarrei durch den Bund mit fünfstelligen Summen gefördert, so unter anderem für die Erneuerung des Dachstuhl für 200 000 Euro. „Ich habe Verständnis für die Meinung der Leute. Wenn man sich nicht damit beschäftigt, versteht man nur schwer, warum Sanierungen notwendig sind. Auf den ersten Blick sieht die Kirche ja gut aus.“

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