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Grimmen Schlosssanierung Griebenow: Am interessantesten ist es im Keller
Vorpommern Grimmen Schlosssanierung Griebenow: Am interessantesten ist es im Keller
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18:00 13.07.2019
Der Vorsitzende des Schlossvereins Griebenow Uwe Schwarz vor dem Barockschloss. Quelle: Almut Jaekel
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Griebenow

 Wer den Vorsitzenden des Vereins Barockschloss zu Griebenow zur Zeit im Schloss sucht, hat keine Chance. Dort regieren die Bauleute, das Schloss wird saniert.

„Bauherr ist die Gemeinde Süderholz“, sagt der Vorsitzende Uwe Schwarz. Der Verein selbst hat ein Übergangsdomizil im nebenstehenden ehemaligen Marstall des Diakonievereins gefunden, bietet dort auch eine Baustellenversorgung, also unter anderem Kaffee und Kuchen an. Zwei große Zelte – eines vom Dorfverein Neuendorf, das zweite gesponsert vom ansässigen Windanlagenbetreiber – werden für Veranstaltungen genutzt. Am Sonnabend erklangen dort zum Beispiel Walzerklänge. „Wir sind froh, überhaupt weiterarbeiten zu können, sonst würde es um unseren Verein schlecht aussehen“, sagt Schwarz. Schließlich hängen am Verein und an dessen Arbeit auch Arbeitsplätze – summa sumarum acht an der Zahl.

Schloss und Verein Griebenow

Das Griebenower Schlosswurde 1709 errichtet und gilt als eines der größten nichtköniglichen Schlösser der spätkarolinischen Zeit. Es zählt zu den bedeutendsten baulichen Zeugnissen der schwedischen Zeit im Norden Deutschlands.

Mit der Privatisierung der etwa 14 Hektar großen Schlossanlage im Herbst 1998 gründete sich der erste Schlossverein.

Unter Leitungdes eingetragenen Verein „Barockschloß zu Griebenow e.V.“ avancierte das Haus zu einem kulturellen Zentrum von überregionaler Bedeutung.

Nach der gescheiterten Privatisierung, kaufte am 01. Mai 2003 der oben genannte Verein die wesentlichen Gebäude der Schlossanlage mit der gesamten Parkanlage. Erste Sanierungen fanden statt. Viele kulturelle Höhepunkte prägen seitdem das Schlossleben.

So ganz „vertreiben“ lassen will sich Uwe Schwarz aus dem 1709 gebauten Schloss nicht – auch wenn es nur auf Zeit ist. Er weiß genau Bescheid darüber, was gerade im Schloss vor sich geht. „Momentan wird immer noch entkernt und freigelegt“, sagt er. Zum Beispiel für die Balkenkopfsanierung zwischen Ober- und Dachgeschoss. Die alten Balken können so jetzt genau untersucht werden, man sieht, wie in die Hohlräume Latten mit Lehmwickel als Dämmung eingeschoben worden sind. Auch andere Balkenköpfe wurden angeschaut, viele sind extrem korrodiert und müssen ersetzt werden.

Die Balken in der oberen Etage sind komplett freigelegt und deren Zustand untersucht worden. Quelle: Almut Jaekel

„Am interessantesten ist es im Moment im Keller“, sagt Uwe Schwarz. Und wer die engen schmalen und dunklen Kellerräume vielleicht von Märkten und Ausstellungen kennt, findet sich kaum zurecht: Quer durchs ganze Gebäude kann man jetzt blicken, nachdem später errichtete Wände wieder entfernt sind. Im Keller werden unter anderem die Tourismuszentrale und eine Ausstellung Platz finden, erklärt Schwarz.

Bevor das soweit ist, haben aber nicht nur die Bauleute jede Menge und sicherlich auch noch eine ganze Weile zu tun. Der Archäologe schaut sich alles Mögliche an; Putzstellen, Heizstellen – alles wird unter die Lupe genommen. Gefunden hat er beispielsweise im Keller eine Feuerstelle, von der niemand wusste und auch bisher nicht klar ist, wozu sie genau diente.

Im August kommen die neuen Fenster. Fenster gab es zwar schon einmal bei einer der vorangegangenen Renovierungen, aber die entsprachen nicht denen, die einst in diesem Gebäude waren. „Und so werden es diesmal welche sein, die sich genau in die neue, sanierte Fassade einpassen und nach außen öffnen lassen“, informiert der Vereinsvorsitzende. Schwedisch eben, wie das Schloss.

Auch wenn einiges ersetzt, erneuert und saniert wird - Einiges soll auch genauso erhalten bleiben, wie es ist. „Verschiedene Türöffnungen zum Beispiel“, sagt Schwarz. Dass nichts zerstört wird, dafür sorgen die Bauleute. „Ganz gewissenhaft und ordentlich werden diese Teile geschützt“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Bisher ist am und im Schloss jede Menge freigelegt worden, auch Wände im bisher sehr engen Keller sind verschwunden.

Ganz wichtig ist es, mit der Sanierung Notausgänge zu schaffen. Zwei Spindeltreppen werden zusätzlich zur Freitreppe von außen angebracht. An den Haupteingang kommt außerdem ein Lift für Rollstuhlfahrer und damit ein behindertengerechter Zugang. Die einst hufeisenförmige Freitreppe wird nach alten Fotografien wiederaufgebaut.

Ursprünglich sei 2020 als Fertigstellungstermin genannt worden, sagt Schwarz. Das sei aber gegenwärtig nicht mehr aktuell, zwei Jahre werden für die Arbeiten eingeplant. Soweit er informiert ist, werde demnächst ein neuer Bauzeitenplan bekannt gegeben.

3,84 Millionen Euro kostet die gesamte Maßnahme am Schloss unter dem Projektnamen „Touristisches Zentrum Griebenow“. Das Gros der finanziellen Mittel kommt mit 3,45 Millionen Euro über das Wirtschaftsministerium aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE). Das Innenministerium gibt zur Verstärkung der Eigenmittel rund 263 100 EUR dazu. Den Rest trägt die Gemeinde.Bereits Anfang April hatte es den offiziellen Startschuss für die Sanierung gegeben.

Almut Jaekel

Das Barockschloss Griebenow lädt zu Walzerklängen ein, um archäologische Funde geht es in Rolofshagen. Und auch die nahen Hansestädte halten am Wochenende Kulturelles bereit.

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