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Grimmen Schnelles Internet auch für die hinterste Ecke der Gemeinde Sundhagen
Vorpommern Grimmen Schnelles Internet auch für die hinterste Ecke der Gemeinde Sundhagen
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10:00 29.11.2019
Stefan Husfeldt, Ingrid Müller-Neuhof, Gonzalo Huidobro Foncillas, Patrick Pingel, Dr. Horst Müller-Neuhof, Helmut Krüger, Wolfram Roehl und Holger Schmidt beim ersten Spatenstich für den Breitbandausbau in Neuhof. Quelle: Anja Krüger
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Neuhof

Kalter Wind, nasse Luft: Es ist kein Wetter für eine Feier unter freiem Himmel. Und trotzdem steht Ingrid Müller-Neuhof die Freude über ihre Gäste in der Marina Neuhof sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben. Helmut Krüger, Bürgermeister der Gemeinde Sundhagen, zu der der abgelegene Ort Neuhof gehört, Mitarbeiter der Telekom und Bauleute gehören dazu.

Und auch der Breitbandbeauftragte des Landkreises Vorpommern-Rügen, Wolfram Roehl, ist da. Gefeiert wird der Spatenstich für den Breitbandausbau im Telefon-Vorwahlbereich 038328 – präzise gesagt, in insgesamt 23 Orten in der Gemeinde Sundhagen.

Lahmes Internet schreckte bislang Kunden ab

„Für uns ist das wirklich ein Grund zur Freude. Weil es ein sichtbarer Anfang des Breitbandausbaus hier am letzten Zipfel der Gemeinde ist“, sagt die Hafenbüroleiterin Ingrid Müller-Neuhof. Der Tourismus ist ihr Geschäft. Eine nicht vorhandene beziehungsweise schlechte Internetverbindung ein Grund für Bootstouristen, die Marina nicht anzufahren oder sich dort einen Liegeplatz zu mieten. „Nicht jeder möchte Entschleunigung. Und erklären Sie mal einem Großstädter, dass er hier keine Videos streamen, nicht einmal Fotos verschicken kann“, sagt sie. Die schlechte Internetverbindung habe tatsächlich Kunden abgehalten, in der Marina anzulegen beziehungsweise wiederzukommen.

Teures LTE als Notlösung

Seit rund einem Jahr laufe deshalb das Internet in ihrem Büro und der Hotspot für die Gäste über Funk. „Dafür mussten wir einen teuren LTE-Vertrag abschließen“, erzählt sie. In diesen Spatenstich setzt sie nun große Hoffnung, zum einen Betriebskosten senken zu können und natürlich auch noch an Attraktivität für Bootstouristen zu gewinnen.

Anschluss gibt’s frühestens Ende 2020

Ein wenig gedulden wird sich die Hafenbüroleiterin aber noch müssen. Wie lange genau, da will sich Stefan Husfeldt von der Deutschen Telekom Technik GmbH nicht festlegen. „Wir planen die Fertigstellung dieses Gebietes zum Ende 2020“, sagt er.

Der Technikverantwortliche bei der Telekom weist aber im gleichen Atemzug darauf hin, dass sich der Fertigstellungstermin durchaus auch ins Jahr 2021 verschieben könne. „Wir müssen im Abschnitt zur Marina eine Trasse von vier Kilometern Länge komplett neu bauen. Auf den restlichen vier Kilometern zur Marina liegen Leerrohre aus dem Jahr 1992. Es kann also einiges für Verzögerung sorgen “, begründet er.

140 Unternehmen und 3500 Haushalte profitieren

Nichtsdestotrotz: Auch Bürgermeister Helmut Krüger freut sich, dass es vorangeht mit dem Glasfaser-Ausbau in Sundhagen. „Und jetzt auch an einem der schönsten und entferntsten Orte losgeht“, sagt er. Er wisse, dass die Bevölkerung darauf warte, endlich die schnelle Internetverbindung nutzen zu können. Und nicht nur die Bevölkerung, sondern vor allem auch die Unternehmen. Von dem jetzt gestarteten Ausbau profitieren über 140 Unternehmen und rund 3500 Haushalte.

Immerhin sind in den Sundhagener Ortsteilen Kirchdorf und Tremt bereits die ersten rund 100 Anschlüsse buchbar, weitere 130 folgen. In Horst und Wilmshagen befinden sich außerdem rund 450 Anschlüsse im Bau und werden im ersten Quartal des kommenden Jahres bereitgestellt.

Glasfaser-Netz im Landkreis Mitte 2021 komplett

Auf dem gesamten Festland des Landkreises Vorpommern-Rügen schreite der Breitbandausbau gut voran, informiert der Breitbandbeauftragte Wolfram Roehl. „60 Prozent der Tiefbau- und Montageleistungen sind bereits erledigt“, sagt er. Roehl geht davon aus, dass Mitte des Jahres 2021 der Breitbandausbau im Landkreis abgeschlossen sein wird.

Alle der rund 38 000 Haushalte im Landkreis, die im Ausbaugebiet liegen und die einen Auftrag bei der Telekom ausgelöst, diesen auch bestätigt bekommen haben, sollen dann einen Glasfaser-Anschluss haben. Etwa 70 Prozent der Haushalte seien das. „Zu jenen Haushalten, die keinen Auftrag ausgelöst haben, werden Leerrohre verlegt. So kann dann noch im Nachhinein, etwa bei einem Eigentümerwechsel, unkompliziert ein Anschluss verlegt werden. Dann allerdings kostenpflichtig“, informiert Wolfram Roehl.

Übrigens: Wer wissen möchte, wann er mit einem Glasfaseranschluss rechnen kann, kann den Baustatus auf der Internetseite des Landkreises unter www.lk-vr.de/Kreisportrait/Breitband/Baumaßnahmen abfragen.

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Von Anja Krüger

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