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Grimmen Schülerwettbewerb: In Abtshagen leben kleine Plattsnacker
Vorpommern Grimmen

Schülerwettbewerb: In Abtshagen leben kleine Plattsnacker

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21:27 23.01.2020
Emma und Laurens aus der dritten Klasse gewannen in ihrem Jahrgang mit dem Beitrag „Wenn der Pott awer nu een Loch hett“. Quelle: Carolin Riemer
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Abtshagen

Emma und Laurens sind richtige kleine Plattsnacker. Selbstbewusst betreten sie die Bühne in der Grundschule in Abtshagen bei Grimmen und legen los: „Wenn de Pott awer nu een Loch hett“, singt Emma mit klarem Stimmchen. Ihre Mitschüler kringeln sich vor Lachen, als sie ihrem Heinrich immer wieder neue Fragen stellt.

Es ist der erste Plattdeutsch-Wettbewerb seit einigen Jahren, den die Grundschule an diesem Donnerstagvormittag organisiert. Erst mit Lehrerin Franziska Podszuck ist das Niederdeutsche wieder in die Klassenzimmer eingezogen. 31 Mädchen und Jungen aus den Klassen eins bis vier qualifizierten sich für den Schulwettbewerb. „Ihr seid unsere besten Plattsnacker und habt euch in euren Klassen qualifiziert“, lobt Schulleiterin Karin Ruthenberg. Die Kinder tragen kleine Sketche, Verse und Lieder vor. Die Juroren sind zufrieden mit dem Nachwuchs und verteilen eifrig Punkte.

Prominente Gast-Jurorin verteilt Punkte

Nicht nur Schulleiterin Karin Ruthenberg, Plattsnackerin Gertrud Schlegel und Lehrerin Franziska Podszuck bewerten die Schüler. Es gibt auch eine prominente Gast-Jurorin. Susanne Bliemel ist bekannt aus der NDR-Radiosendung „De Plappermoehl“ und moderiert sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Thomas Lenz. Bliemel ist aber auch Autorin und stellt den Kindern in einer kurzen Lesung während des Wettbewerbs ihr Kinderbuch „Kaspar un de Klabauterkatt“ vor. Die Klabauterkatze Käthe hat sie in ihrer Tasche mit in die Schule nach Abtshagen gebracht.

Susanne Bliemel ist Lehrerin, Autorin, Radio-Moderatorin und bewertete als Jurymitglied die Kinder der Abtshäger Grundschule. Sie brachte Klabauterkatze Käthe mit nach Abtshagen. Quelle: Carolin Riemer

Als Beauftragte für die Umsetzung des Heimatprogramms und die sechs Profilschulen in Mecklenburg-Vorpommern hat Susanne Bliemel beobachtet, dass die plattdeutsche Sprache vor allem an Grundschulen ein sehr beliebtes Unterrichtsfach ist. „Es ist die Schulart, in der wir die meiste Kontinuität beobachten können – und das seit den 1990er Jahren.“ Erst in der fünften Klasse, an weiterführenden Schulen, gibt es dann meistens einen Bruch und die niederdeutsche Sprache wird von anderen Fremdsprachen verdrängt.

Heimatschatzkiste für Kitas und Horte

Doch das soll sich bald ändern: In den vergangenen Monaten bekamen Kindergärten und Horte im ganzen Bundesland eine „Heimatschatzkiste“ vom „Heimatverband MV“ geschenkt. Darin befinden sich Bücher, Spiele, CDs und DVD – up Platt, versteht sich. Die Aktion wird vom Bildungs- und Sozialministerium gefördert. „So erwerben die Kinder schon in ganz jungen Jahren Vorkenntnisse im Plattdeutschen“, sagt Susanne Bliemel, die aktuell auch junge Lehrer und Erzieher in der Sprache unterrichtet. An sechs Schulen im Bundesland sei es mittlerweile möglich, bis zum Abitur im Plattdeutschen unterrichtet zu werden. Es sind Schulen in Demmin, Laage, Stavenhagen, Wismar, Krivitz und in Dömitz.

Sieben Kinder aus der Klasse 2b betreten die kleine Bühne und singen das wohl bekannteste plattdeutsche Lied, „Dat du min leevsten büst“. Auch sie werden am Ende des Wettbewerbs in ihrer Altersklasse gewinnen und mit einer Urkunde ausgezeichnet. In der ersten Klasse holt sich die kleine Adele mit ihrem Beitrag den Sieg.

Die Klasse 4a bringt den längsten Beitrag auf die Bühne. Verkleidet und voller Eifer zeigen sie das Märchen „Vom Fischer un sin Fru“ und werden dafür ebenfalls mit einem ersten Platz ausgezeichnet. Auch die Leistung der kleinen Madita aus der Klasse 4b lobt die Schulleiterin besonders. Trotz Krankheit überredete das Mädchen ihre Mutter, sie zu dem Wettbewerb in die Schule zu fahren. Dort stellte sie ihren Mitschülern nicht nur ihr Gedicht vor, sondern bewies ihnen auch, wie wichtig ihr das Plattdeutsch ist. Madita bekam einen extragroßen Applaus für ihre Tapferkeit.

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Von Carolin Riemer

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