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Grimmen Seit 20 Jahren ein Herz und eine Seele
Vorpommern Grimmen Seit 20 Jahren ein Herz und eine Seele
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16:27 08.08.2019
Angela Schramm und René Stein bieten seit 20 Jahren in Grimmen die verschiedensten Hilfs- und Betreuungsangebote an.
Angela Schramm und René Stein bieten seit 20 Jahren in Grimmen die verschiedensten Hilfs- und Betreuungsangebote an. Quelle: Raik Mielke
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Grimmen

„Man lobt sich ja ungerne selber, aber was wir in den letzten 20 Jahren geschafft haben ist eine wahnsinnige Leistung“, freut sich Angela Schramm. Gemeinsam mit René Stein, Geschäftsführer des Jugendprojektes Nordvorpommern (JuPro), bieten die Sozialpädagogen seit zwei Jahrzehnten die verschiedensten Hilfs- und Betreuungsangebote an.

Angefangen hatte alles, wie kann es in Grimmen auch anders sein, mit Stock-Car. „Wir bekamen 1998 damals noch unter dem Namen ’1. Grimmener Stock Car Legion’ die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe“, erklärt René Stein. Bereits ein Jahr später, um genau zu sein am 1. August 1999, wird in der ehemaligen Großbäckerei der Stadt eine Fahrrad- und Stock-Car-Werkstatt eröffnet. Zugleich der Startschuss für die Hilfen zur Erziehung. „ Es gab anfänglich Angebote, wie das Ableisten von gemeinnützigen Arbeitsstunden, soziale Kurse und ein facettenreiches Freizeitangebot für junge Leute“, informiert der Geschäftsführer des JuPro und erklärt: „Um damals die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe zu bekommen, brauchten wir einen Sozialpädagogen.“

Diese Aufgabe übernahm Angela Schramm. „Ich hatte bereits zu DDR-Zeiten eine Erzieherausbildung absolviert und als Erzieher in einem Lehrlingswohnheim gearbeitet. Von 1994 bis 1997 absolvierte die sympathische Frau ein berufsbegleitendes Studium zur Sozialpädagogin und war in der Folge in den verschiedensten Bereichen, wie dem „Jugendwohnen“, in „berufsbegleitenden Maßnahmen“ oder dem Modell der „Mutter-Kind-Kur“ tätig.

Am 1. August 1999 trat sie dann die Stelle bei der 1. Grimmener Stock-Car-Legion an. „Ich muss ehrlich sein, es war für mich ein Kulturschock. Damals kam ich in ein Team voller Männer. Zuvor hatte ich einen sehr strukturierten Arbeitstag mit klaren Vorgaben. Nun wurde mir freie Hand gelassen und jeder im Team war für alles verantwortlich“, beschreibt sie.

Im Jahre 2002 gab es dann die Trennung des Jugendprojektes von der „Stock-Car-Legion“. Ein neuer Verein wurde gegründet: Das Jugendprojekt Nordvorpommern. Vier Jahre später folgte der Umzug an den Rand des Stadtgebiets Südwest. Hier hat das JuPro neben Geschäftsräumen eine Werkstatt und einen großen Garten zur Verfügung. „Aus heutiger Sicht der größte und wichtigste Schritt“, betont Angela Schramm und erklärt: „Für René und mich stand alles auf der Kippe und alle Optionen waren offen. Dass René den Mut hatte diesen Schritt zu gehen und binnen kürzestes Zeit in die Rolle eines Geschäftsführers hineinzuwachsen, rechne ich ihm bis heute hoch an.“

Dabei mussten sich beide erst zusammenraufen. „Anfänglich hagelte es Blitze“, beschreibt Angela Schramm bildlich. Aber schnell entsteht bei beiden das Gefühl, dass sie als Team super funktionieren.

Der Startschuss einer wahren Erfolgsgeschichte. Inzwischen sind die Hilfen zur Erziehung, bei denen sich René Stein und Angela Schramm derzeit um 17 Familien kümmern, zum wichtigsten Standbein geworden. Zudem bietet der Verein sehr erfolgreich anonyme Erziehungs- und Trennungsberatungen, sowie Bewährungshilfen und Suchtberatungen an. Desweiteren ist in den Räumlichkeiten die Berufsmanufaktur beheimatet, in der sich junge Erwachsene orientieren und beruflich auszuprobieren können, um das Selbstwertgefühl zu steigern und zu lernen, im Team zu arbeiten.

Von Raik Mielke