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Grimmen Senioren immer wieder Opfer von Betrügern
Vorpommern Grimmen Senioren immer wieder Opfer von Betrügern
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10:57 07.10.2019
Udo Nowacki (Mitte), selbst fast 80 Jahre alt, unterrichtet seit 2015 Senioren in Sachen Umgang mit Computern und Internet. Dr. Hanns-Michael Schwarz (l.), Vorsitzender des Seniorenbeirates Nordvorpommern, und Jürgen Csallner, Vorsitzender des Seniorenbeirates Vorpommern-Rügen bedachten sein Engagement mit Blumen, einer Urkunde und einem Gutschein. Quelle: Anja Krüger
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Mehr als 1200 älteren Menschen hat Udo Nowacki aus Grimmen schon den sicheren Umgang mit Computern und dem Internet vermittelt. Dabei ist der Endsiebziger nicht selten älter als seine Kursteilnehmer. Seit 2015 leitet er die mehrwöchigen Lehrgänge „Senioren sicher ans Netz“ in Grimmen.

Bei einer Veranstaltung aus Anlass des Internationalen Tages älterer Menschen, zu dem der Seniorenbeirat Nordvorpommern eingeladen hatte, ist der Grimmener für sein Engagement ausgezeichnet worden.

Seniorenbeiräte des Landkreises aktiv für ältere Menschen

Udo Nowacki gehört dem Grimmener Seniorenbeirat an, ist einer vieler Senioren, die sich im Landkreis für seine älteren Mitmenschen einsetzen. Die Mitglieder des Grimmener Vereins und der übergeordneten Institutionen stehen ein für die Bedürfnisse älterer Menschen, haben sich unter anderem die Beratung und Hilfeleistung für diese Personengruppe auf die Fahnen geschrieben.

Das Thema „Schutz vor Kriminalität“ steht da derzeit ganz oben. Zu oft hören die Senioren in den Medien von Betrügereien, denen ältere Frauen und Männer zum Opfer fallen. Einem unseriösen Onlineshop auf den Leim zu gehen, vor dem Udo Nowacki unter anderem versucht, seine Kursteilnehmer zu bewahren, ist nur eine davon.

Sieben Seniorensicherheitsberater touren durch den Landkreis

Gewinnspielversprechen, Enkeltrick, dubiose Besucher an der Haustür: Von solchen Fällen können die Seniorensicherheitsberater im Landkreis Vorpommern-Rügen zu Hauf erzählen. Insgesamt 1865 Betrugsstraftaten sind im vergangenen Jahr im Landkreis Vorpommern-Rügen registriert worden. Erst in der vergangenen Woche ist der Fall einer 88-jährigen Rentnerin aus der Nähe von Grimmen bekannt geworden. Ein angeblicher Enkel hat sie um 14 000 Euro gebracht.

Herbert Sett, einer von insgesamt sieben Seniorensicherheitsberater im Landkreis, hat eine Erklärung, warum vor allem Frauen und Männer der älteren Generation Betrügern zum Opfer fallen. „Es ist die alte Schule, in der Werte wie Gutgläubigkeit, Höflichkeit und Gutmütigkeit vermittelt wurden“, meint er. Deshalb touren er und seine Kollegen, bis auf einen allesamt Polizisten im Ruhestand, durch den Landkreis, halten Vorträge beispielsweise bei Kaffeenachmittagen. „Unsere Aufgabe ist es, ältere Menschen vor Kriminalität zu schützen und für mögliche Gefahren zu sensibilisieren“, erklärt er.

Prävention auf amüsante Weise: Das Projekt „Senioren als Opfer“

Seit 2010 engagiert sich Fritz Barthel (l.) in dem Projekt "Senioren als Opfer". Dafür gab es eine Auszeichnung von Dr. Hanns-Michael Schwarz, dem Vorsitzenden des Seniorenbeirates Nordvorpommern. Quelle: Anja Krüger

Gleiches haben sich auch die Akteure des Projektes „Senioren als Opfer“ vorgenommen. Fritz Barthel, der wie Nowacki ebenfalls ausgezeichnet worden ist, und Gerd Slowy gehören dazu. Die beiden Rügener betreuen das Projekt, das bereits vor der Kreisgebietsreform vom Seniorenbeirat Rügen ins Leben gerufen wurde. Mittlerweile findet es im gesamten Landkreis statt.

Gerd Slowy als pensionierter Bundespolizist weiß ziemlich genau, wovon er spricht, wenn er deutlich macht, wie beispielsweise Betrüger an persönliche Daten ihrer Opfer kommen. Mit kleinen Sketschen bringen sie das auf zum Teil amüsante Weise rüber. „Seit rund zehn Jahren gibt es das Projekt. Mehr als 90 Veranstaltungen haben wir durchgeführt und konnten so mehr als 3000 Menschen erreichen“, berichtete Slowy. Dennoch würden immer noch – beinahe täglich – Senioren auf vermeintliche Enkel, plötzlich an der Tür klingelnde Handwerker oder falsche Polizisten reinfallen.

„Senioren sicher ans Netzt“: Weitere Lehrgänge fürs im kommende Jahr geplant

Erika Böhle ist Vorsitzende des Grimmener Seniorenbeirates. Seit 2015 werden in der Trebelstadt Kurse "Senioren sicher ans Netz" durchgeführt. Quelle: Anja Krueger

Deshalb folgen sowohl Slowy und Barthel, als auch die Seniorensicherheitsbeauftragten des Landkreises gern den Einladungen zu Veranstaltungen. Und auch beim Seniorenbeirat der Stadt Grimmen steht fest: „Auch im kommenden Jahr werden wir wieder unsere Lehrgänge ’Senioren sicher ans Netz’ durchführen“, informiert die Vorsitzende Erika Böhle.

Kontakte:

Seniorenbeirat Grimmen (Vorsitzende Erika Böhle) Tel. 038326 / 40 78 10

Seniorenbeirat Nordvorpommern (Vorsitzender Dr. Hanns-Michael Schwarz) Tel. 038326 / 40 56 79

Seniorensicherheitsberater des Landkreises: über Kati Bischoff, Tel. 03831 / 357 12 31

Polizeiliche Prävention der Polizeiinspektion Stralsund: Tel. 03831 / 24 5 -294

Von Anja Krüger

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