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Grimmen So kurios sind Facebook-Gruppen in Vorpommern
Vorpommern Grimmen

So kurios sind Facebook-Gruppen in Vorpommern

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12:00 14.01.2020
Zu Silvester konnten Urlauber auf Rügen Wünsche für das neue Jahr finden. Quelle: Stephanie Lieschke
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Stralsund/Greifwald

Es gibt nichts, was es nicht gibt: Nach diesem Motto finden sich im weiten Internet Foren, Artikel und Webseiten zu jeglichen vorstellbaren Themen. Wie relevant auch soziale Netzwerke geworden sind, zeigt die Facebook-Seite der OSTSEE-ZEITUNG. Dort diskutieren inzwischen über 100­ 000 Abonnenten intensiv über das aktuelle Tagesgeschehen.

Ein besonderer Bestandteil von Facebook ist die Funktion, Gruppen und Seiten zu erstellen oder diesen beizutreten. Diese ermöglichen es, sich mit anderen Menschen auszutauschen, die die gleichen Interessen verfolgen, wie man selbst. Auch in Vorpommern ist das Angebot groß. Wir stellen kuriose Gruppen und Seiten vor.

Bemalte Steine von der Insel Rügen

Hühnergötter, Feuersteine und Donnerkeile sind beliebte Souvenirs von der Küste. Einen besonderen Twist schaffen nun Facebook-Gruppen in ganz Deutschland, deren Mitglieder diese Steine bemalen und wieder „auswildern“. Auf den meisten Steinen findet sich auch die Aufforderung, ein Foto des Fundstücks auf dem sozialen Netzwerk zu teilen.

Sandra Lemp bekam die Idee, eine eigene Gruppe für Rügen zu gründen, nachdem sie selber im Urlaub einen bemalten Stein gefunden hatte. Dieser Spruch auf dem Stein, „Es wird vielleicht nicht alles gut, aber es wird besser“, habe ihr in einer sehr schwierigen Zeit Halt gegeben. „Solche kleinen banalen Dinge wie ein Spruchstein können bei manchen Menschen viel bewegen“, erzählt die Sammlerin aus ihrer eigenen Erfahrung.

Der Kreativität sind bei dem Bemalen der Steine keine Grenzen gesetzt. Motive von Tieren und Sprüche seien aber besonders beliebt. Urlauber, die zu Silvester auf Rügen waren, konnten bei einem Spaziergang über die Insel ganz besondere Steine finden. „Jeder der Steine hatte eine Botschaft für das neue Jahr 2020. Damit möchte ich den Menschen eine Freude bereiten und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, so Stephanie Lieschke aus Binz. Einer dieser Glückssteine sei in Berlin gelandet, andere haben es sogar bis nach Österreich und in die Schweiz geschafft. Laut Sandra Lemp ist es aber nicht wichtig, ob die Steine weiterreisen oder behalten werden. „Hauptsache sie machen Freude.“

Diese Glückskäfer sollen vor allem Freude verbreiten. Quelle: Sina Bigger

Fischdosen und andere DDR-Produkte

Für DDR-Nostalgiker gibt es bei Facebook etwas ganz Besonderes: „www.virtuelle-ddrsammlung.de“ lautet der Name der Facebook-Seite, die Patrick Wernicke 2015 ins Leben gerufen hat. An die 1000 Fotos diverser Produkte aus der DDR hat der 27-Jährige bereits ins Netz gestellt. Ob die Fischkonserve aus Barth, das Feinwaschmittel Fewa oder der Aprikosenlikör „Kreuz des Südens“ – jedes Kind der DDR sollte seinen Lieblingsartikel aus der Vergangenheit wiederfinden.

Wernicke bestückt seine Seite regelmäßig mit neuem Material, lädt täglich ein bis drei Fotos hoch. Ein zeitaufwendiges Hobby, dabei ist der Mann, der in der Nähe von Stralsund lebt, erst nach dem Fall der Mauer geboren worden. Er selbst kam also gar nicht mehr in den Genuss vieler DDR-Produkte. Aber sein Interesse für Geschichte treibt ihn an, seine mittlerweile 5812 Abonnenten auch weiterhin zu erfreuen.

Eine Fischkonserve aus Barth ist eines der Lieblingsprodukte des "virtuelle-ddrsammlung.de"-Gründers Patrick Wernicke. Quelle: Patrick Wernicke

„Ich finde diesen ganzen alten Kram sehr cool und denke, man sollte solche Sachen für die Menschen erhalten.“ Seine Facebook-Seite sei weder kommerziell noch politisch motiviert. Ihm gehe es einfach um den historischen Wert der Produkte. „Man muss solche Dinge bewahren können, ohne zu verurteilen.“

Doch wo kriegt er Fischdosen, Puddingpulver und Rindfleischsuppe für seine Fotos her? „Einen Großteil kaufe ich auf Flohmärkten“, so Wernicke. Hin und wieder erstehe er Produkte auch im Internet. Das sei aber meist zu teuer. Ganz besonders freue er sich, wenn ihm Leute aus seiner Facebook-Gemeinschaft eigene Produkte für seine Sammlung zuschicken, die sonst bei ihnen zu Hause verstauben würden.

Seine Lieblingsprodukte sind die Fischkonserven. 34 verschiedene hat er mittlerweile. Teilweise, so vermutet er, sei deren Inhalt sogar noch essbar. Einmal sei ihm eine Fischdose runtergefallen. „Die musste ich öffnen, weil sie so verbeult war.“ Probiert habe er nicht. Aber: „Der Fisch hat zumindest nicht gestunken.“

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