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Sport Grimmen Debütanten staunen bei Vorpommern-Cup über Tanztalente
Vorpommern Grimmen Sport Grimmen Debütanten staunen bei Vorpommern-Cup über Tanztalente
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18:43 24.06.2019
Dagmar Heilmann und Jörg Filipponi wagten sich beim 4. Vorpommern-Cup für den TSC Blau-Weiß Stralsund erstmals auf das Turnierparkett.
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Grimmen

Dagmar Heilmann und Jörg Filipponi strahlten um die Wette, als sie am Sonnabend über das Parkett des Kulturhauses Treffpunkt Europa in Grimmen schwebten. „Echt, er lächelt? Ich seh’ ihn ja während das Tanzens nicht. Toll!“, freute sich Heilmann über ihren Partner. Die Leidenschaft zum Tanz begann bei beiden zur Schulzeit, seit 24 Jahren tanzen sie gemeinsam. Doch erst beim 4. Vorpommern-Cup des TSC Grimmen und TSV Blau-Weiß Stralsund am vergangenen Wochenende machten Heilmann und Filipponi ihre ersten Schritte auf Turnierparkett. Die Freude über die Premiere stand ihnen während der drei Standard- (Langsamer Walzer, Tango, Quickstep) und drei Lateinamerikanischen Tänzen (Cha Cha Cha, Rumba, Jive) ins Gesicht geschrieben.

In ihrer Altersklasse Ü 35, in der fünf Paare aus Stralsund, Rostock und Neubrandenburg an den Start gingen, wurden Heilmann und Filipponi Dritter (Standard) und Zweiter (Latein). „Wir sind sehr zufrieden, stets Beste unserer Trainingsgruppe“, sagte der 54-Jährige. Die Debütanten stapelten tief: „Wir wollten bei einem Tanz nicht Letzter werden“, erklärte Filipponi. Geschafft. Und das ist bemerkenswert, denn obwohl die Beiden seit ihrem Kennenlernen jede Gelegenheit zum Tanzen nutzen, trainieren sie erst seit einem halben Jahr für den Turniertanz. 2018 hatten sie sich dem TSC Blau-Weiß angeschlossen und wurden dann von in Trainern Kirsten Gründel und Peter Habla ermutigt, sich im Wettkampf auszuprobieren.

„Wir sind sehr stolz auf unsere Teilnehmer. Wir freuen uns über die ersten, die es gewagt haben“, bestätigt Tanzlehrerin und Vorpommern-Cup-Organisatorin Gründel.

Talente schwingen auf hohem Niveau

In ihren Tanzpausen staunten Heilmann und Filipponi über die jüngeren Teilnehmer des Cups, der Teil der 7. Kinder- und Jugendsportspiele vom Landkreis war. „Wir bewundern sie absolut. Sowas kriegen wir nicht mehr hin. Sie tanzen auch auf einem ganz anderem Niveau als wir früher“, zollt die 49-Jährige den Kindern ab acht Jahren Respekt.

Nele Holtz und Theo Zeise sind so ein Paar, dass ihren älteren Tanzkollegen schon einiges voraus haben. Die beiden Elfjährigen aus Stralsund waren sowohl im Standard als auch im Latein unschlagbar. Beide Male verwiesen sie ihre Hauptkonkurrenten Helena Lengkeit und Jonas Stel knapp auf das Silbertreppchen. „Unser Ziel war natürlich die Titelverteidigung im Latein“, platzte es aus der überglücklichen Nele raus. „Und dabei Spaß haben.“

Nele Holtz und Theo Zeise gewannen die Altersklasse bis elf Jahre beim 4. Vorpommerncup im Standard- und Lateintanz. Quelle: Horst Schreiber

Bei den Nachwuchstänzern ging das aber noch nicht so leicht über die Lippen, wie bei den erfahrenen Heilmann und Filipponi. „Wir vergessen wohl einfach zu lächeln, weil wir uns so konzentrieren“, gesteht Nele. Die Schülerin tanzt bereits ihre ganzes Leben lang – erst Discotanz, nun seit 7,5 Jahren klassisch. Beim dem Wechsel kam Theo ins Spiel. Beide kennen sich aus Grundschulzeiten. Sehr lange überlegen musste Theo nicht: „Erst war ich skeptisch, weil ich Schwimmsport gemacht hatte und Breakdance machen wollte.“

Die Träume Discotanz und Breakdance sind verworfen, zu gut ist das Duett mittlerweile bei Walzer und Co. Nele und Theo sind inzwischen eingespielt. Die Outfits werden stets abgestimmt. „Ich frage Theo immer, ob das gut aussieht“, bestätigt Nele, die aus „voll vielen“ Outfits wählen kann. Der Partner hat nie etwas auszusetzen.

Nele und Theo gewinnen auch auf internationaler Bühne

Gegenseitig auf die Füße treten sie sich nur noch selten. „Nele tritt sich eher selbst“, kicherte Theo. Weil das mit den Tanzschritten so gut klappt, waren die Beiden jüngst beim internationalen Turnier in Berlin und gewannen dort beide Breitensportwertungen. Der Aufstieg in die niedrigste Lizenzklasse D könnte bald erfolgen.

Der war Anfang holprig, gestand Theo: „In den ersten Stunden, sah das noch nicht nach Tanz aus. Wir haben immer wieder die Grundschritte verfeinert, dann lief’s.“ Drei- bis viermal pro Woche üben die Talente. „Die Stralsunder Kindergruppe ist unheimlich ehrgeizig und fleißig. Nele und Theo nehmen jeden Wettkampf sehr ernst“, bescheinigte Trainerin Gründel.

Am liebsten führt Theo seine Nele zum Cha Cha Cha. „Da kann man ordentlich seine Hüfte bewegen. Das sieht toll aus“, strahlte der Elfjährige. Nele liebt die Rumba: „Bei dem Tanz kann man die Gefühle so schön zeigen und die Musik ist toll.“ Auch bei Dagmar Heilmann steht der lateinamerikanische Tanz hoch im Kurs. „Da sind wir zwar nicht gut drin, aber er macht Spaß“, lachte die Verwaltungsdirektorin.

Auch wenn nach 24 Jahren gemeinsamen Tanzens noch nicht alles klappt, Heilmann und Filipponi sind ähnlich eingegroovt wie Nele und Theo. Beide Frauen bescheinigen ihren Partner eine tolle Führung auf dem Parkett. „Das ist das einzige, wo er führen darf. Das mach ich ihm nicht streitig“, scherzte Heilmann. „Wenn sie führt, trete ich“, drohte Filipponi mit einem Augenzwinkern an. Beim Vorpommern-Cup blieb es beim Paar (fast) ohne Tritte. Nur beim Walzer berührten sich die Füße kurz. Beim Turnierdebüt aber halb so wild.

Horst Schreiber

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