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Sport Grimmen Ein Jahr auf der Wettkampfmatte: „Ich bin immer noch on fire“
Vorpommern Grimmen Sport Grimmen Ein Jahr auf der Wettkampfmatte: „Ich bin immer noch on fire“
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18:19 27.06.2019
Jubel bei den Ringern von Athletic Energy Grimmen über die positive Entwicklung im ersten Wettkampfjahr des Vereins. Quelle: Foto: Athletic Energy Grimmen
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Grimmen

Vor knapp einem Jahr starteten die Grimmener Ringer das neue Wettkampfkapitel der traditionsreichen Sportart in der Trebelstadt. Beim Anfängerturnier in Stralsund belebte Athletic Energy Grimmen unter der Leitung von Mathias Schuck den Kampfsport nach 22 Jahren wieder. Am Freitag jährt sich der Wettkampfstart zum ersten Mal. Der Hanseatische Athletik Club Stralsund lädt erneut zum Beginnercup und eine Grimmener Delegation ist dabei. „Das ist ein besonderes Datum für uns“, freut sich Schuck. „Im vergangenen Jahr waren wir blutjunge Anfänger. Jetzt sind wir eingenordet, wissen wie der Hase läuft.“

Denn seit Juli 2018 waren die Grimmener viel unterwegs. Bei zwölf Turnieren hat die Truppe mitgemacht und konnte dabei erste Erfolge verbuchen. Zwei Teamwertungen hat Athletic Energy bereits gewonnen. Der Premierensieg gelang in Demmin. Zuletzt siegte der junge Verein beim Opelpokal in Torgelow. Beim internationalen Boddenpokal in Greifswald eroberten sie Platz fünf. „Da bin ich mit Bauchschmerzen hingefahren, weil das so stark besetzt war“, gesteht Trainer Schuck, dessen Freude über das überraschend starke Abschneiden auch einen Monat nach dem Wettkampf immer noch anhält.

„Man konnte schon beim Boddenpokal oder beim Pfingstcup der Damen in Berlin einen deutlichen Aufwärtstrend erkennen. Und jetzt beim letzten Turnier vor der Sommerpause in Torgelow war die Überraschung für Trainer, Betreuer, Eltern und Funktionäre perfekt. So einen Abschluss mit so vielen tollen Ergebnissen und dem ersten Platz in der Mannschaftswertung haben wir uns gewünscht! Das macht uns sehr stolz und zeigt, dass wir alle zusammen in die richtige Richtung gehen“, beschreibt Schuck.

Der 2017 gegründete Club wächst steil an, immer mehr Kinder wollen sich in der Sportart ausprobieren. „Wir gehen Richtung 70 Nachwuchsathleten, darunter viele talentierte Mädchen“, bestätigt der Initiator des Projekts. Nach den Sommerferien will Schuck zusätzlich zu sechs Nachwuchseinheiten einmal wöchentlich mit Erwachsenen trainieren. „Einige Eltern wollen wissen, was ihre Kinder machen.“

Mathias Schuck hat im vergangenen Jahr keinen Tag ohne Ringen verbracht, seine Frau Djamila muss ihn mitunter bremsen. „Ich schlafe ja schon fast auf der Ringermatte“, lacht der leidenschaftliche Kampfsportler.

Bei der Weihnachts-Spendenaktion der OSTSEE-ZEITUNG kamen rund 23 000 Euro für Athletic Energy zusammen. Die Hälfte ging für dringend benötigte Trainingsutensilien drauf. Beispielsweise können die Kämpfer endlich auf einer richtigen Ringermatte üben. „Die ist natürlich der Oberhammer!“, staunt Schuck und ergänzt: „Die Kinder merken, es geht voran. Sie geben Vollgas. Das Vereinsleben ist so geil! Schön, dass ich das miterleben darf.“ Der Ausbau des Vereinsheims soll 2020 weitergehen. „Wir brauchen unbedingt den Platz“, blickt Schuck voraus.

Die anhaltende Euphorie um die Wiederbelebung des Ringersports in Grimmen spiegelt sich in den jüngsten sportlichen Erfolgen wider. Beispielhaft für die Entwicklung steht die junge Abby Lahs. „Seit dem Anfängerturnier vor einem Jahr hat sie alle Turniere gerungen, hat immer auf die Mütze bekommen. Was haben wir für Tränen vergossen“, erinnert sich Schuck und kommt dann ins Schwärmen: „Beim Turnier in Berlin hat sie sieben Beinangriffe abgewehrt. Junge, habe ich sie vor Stolz in die Luft geschmissen! Und in Torgelow hat sie ihren ersten Turniersieg geholt, ihre Konkurrentin technisch sauber ausgepunktet. Ich habe vor Freude einen Rückwärtssalto auf der Matte gemacht. Abby hat richtig was drauf!“

Bei aller Entwicklung in Grimmen, eins ist geblieben: Mathias Schuck kämpft mit Leib und Seele für sein Projekt. „Absolut! Ich bin immer noch on fire, einfach sehr emotional bei der Sache. Die Kinder brauchen das. Es ist schon eine Art Markenzeichen von mir. Und meine Stimme hat sich schon daran gewöhnt, ich werde nicht mehr so schnell heiser“, lacht der 39-Jährige, der Anfang des Jahres die Trainer-C-Lizenz erworben hat. Und er will sich weiter bilden, hat die B-Lizenz vor Augen. Eltern und Athleten sollen sich bei ihm gut aufgehoben fühlen. „Ich will Sportschulen-Charakter erzeugen. Alles, was ich früher nicht hatte, bekommen sie jetzt doppelt und dreifach zurück“, droht Schuck scherzhaft an.

Die ersten Früchte tragen er und sein Team schon jetzt. „Aber ohne Trainer, Betreuer, Sponsoren und Eltern geht natürlich gar nichts. Großen Dank für die Unterstützung!“, sagt Schuck und blickt auf die folgende Generation: „Jetzt kommen die richtigen Sprünge. Die, die jetzt nachkommen, bekommen gleich das Selbstvertrauen und die Unterstützung von den ersten Nachwuchsringern ab.“ Seine nächsten Anfänger stehen schon in den Startlöchern und wollen in Stralsund das Grimmener Ringerkapitel ein Jahr nach Wiederbeginn fortführen.

Horst Schreiber

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