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Vorpommern Grimmen Sport Grimmen Stralsunder Sportlerball: „Integration ist so vielfältig“
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14:52 25.04.2019
Georg Weckbach (l.) und Eckhardt Wallmuth engagieren sich in ihren Vereinen für Integration aller Art.
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Stralsund

Drei Wochen bleiben bis zum 1. Stralsunder Sportlerball, bei dem vier Preise an Vereine aus Vorpommern-Rügen verliehen werden. Neben den Nominierten in den Kategorien Aufsteigerleistung des Jahres, bestes Nachwuchskonzept und SWS Leuchtturmprojekt, die bereits in der OSTSEE-ZEITUNG vorgestellt wurden, wird am 17. Mai die beste Integrationsarbeit im Landkreis gewürdigt. Um diese Auszeichnung haben sich der SV Medizin Stralsund, PSV Stralsund und Hanseatische Athletik Club Stralsund (HAC) beworben.

Rollstuhlbasketball als Vorzeigeprojekt

„Integration ist so vielfältig“, meint Georg Weckbach und blickt dabei auf das breitgefächerte Angebot seines SV Medizin. Beim Stralsunder Club werden Ausländer, Behinderte und erkrankte Menschen in das Sport- und Vereinsleben integriert. Angefangen hat das schon 1977, erinnert sich Weckbach: „Wir haben Reha-Patienten zu uns geholt. Das war damals noch sehr ungewöhnlich, mit Herzinfarkt-Patienten Sport zu machen.“ 1988 kamen geistig Behinderte dazu. Eine Kindergruppe gibt es noch heute.

„Nach der Wende wurde die Integrationsarbeit sehr viel breiter aufgestellt“, weiß Weckbach. So gibt es neben der Tanzgruppe Viva, in der viele Athleten einen Migrationshintergrund haben, auch die Rollstuhlbasketball-Abteilung beim SV Medizin. „Das ist für mich das Paradebeispiel für Integration, denn da spielen behinderte und nicht-behinderte Sportler zusammen“, verdeutlicht der Vereinsvorsitzende. Zudem spielen an Parkinson oder Demenz Erkrankte im Verein Tischtennis. Bis vor Kurzem hatte der SV Medizin sogar einen Integrationscoach.

„Integration aller Art war von Anfang an unsere Grundidee“, versichert Weckbach, der 2018 stellvertretend für seinen Club bereits den Präventionspreis von MV entgegennehmen durfte. Nun soll der Stralsunder Sportlerball die Arbeit erneut würdigen. Das Sieges-Argument: „Wir verfolgen diese Philosophie schon so lange und sind so breit aufgestellt.“

Tschetschenen bringen Stralsunder Ringer voran

Mit Adam Azulukaev hat es angefangen, sein einer Bruder, Ashab, trainiert auch, sein anderer, Ibrahim, leitet die Einheiten beim Hanseatischen Athletik Club Stralsund. Bei den Ringern aus der Hansestadt sind viele Sportler mit Wurzeln in Tschetschenien dabei. Bei den Jungs aus der autonomen Kaukasus-Region in Russland ist Ringen Nationalsport, meint Eckhardt Wallmuth. „Sie bringen unsere Sportler voran“, ist sich der Chef des HAC sicher und verweist auf die Kämpfer-Mentalität der Tschetschenen: „Sie sind sich nicht zu schade, wenn am Sonnabendmorgen Training ansteht. Sie wollen! Das stimmt mich positiv.“

Wallmuth kümmert sich auch persönlich um die Integration der jungen Ringer mit Migrationshintergrund. Er ist Integrationscoach und hilft beispielsweise bei Schulaufgaben. „Das ist bei den deutschen Kindern aber genauso“, bemerkt Wallmuth. Ein Sieg beim Sportlerball wäre für ihn die Bestätigung für die Trainingsarbeit des Vereins. Aber: Ob mit oder ohne Integrationspreis, die Arbeit wird auch danach weitergehen. Denn Wallmuth sagt: „Obwohl sich die Tschetschenen und die Familien viel von selbst einbringen, ist Integration kein Selbstläufer.“

PSV-Handicapschwimmer in Deutschland spitze

Die Schwimm-Abteilung des PSV Stralsund hat sich die Integration von Menschen mit Behinderung auf die Fahne geschrieben. Seit über 15 Jahren bietet der Pommersche Sportverein ein breitgefächertes Sportangebot. „Dabei wurden viele Menschen über den Sport erstmals mit körperlichen und geistigen Behinderungen konfrontiert. Das trägt dazu bei, Brücken zu bauen und Vorurteile abzureißen“, meint PSV-Chef Stefan Faulenbach.

Er hebt die Arbeit seiner Trainerin Kristina Schotte hervor. Schotte kümmert sich ehrenamtlich um die Handicapschwimmer und brachte die Wassersportler bereits zu einigen nationalen Siegen. „Kristina leistet wirklich hervorragende Arbeit“, lobt Faulenbach.

Horst Schreiber

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