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Grimmen Staatliches Amt: Stilllegung des Kompostwerkes Reinberg ist nicht verhältnismäßig
Vorpommern Grimmen Staatliches Amt: Stilllegung des Kompostwerkes Reinberg ist nicht verhältnismäßig
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10:36 24.04.2019
Gegen das Kompostwerk in Reinberg und die dortigen Zustände richtet sich die Bürgerinitiative Falkenhagen. Quelle: Alexander Müller
Falkenhagen

Seit Monaten versucht die „Bürgerinitiative für umweltgerechtes Kompostieren in Falkenhagen“ gegen für sie unzumutbare Zustände im Kompostwerk Reinberg vorzugehen. „Es stinkt, Tiere tragen Biomüll von der Deponie auf die Straße, Wiesen, Felder und in den Ort“, hatten die Initiatoren um Hajo Hahn bereits vor Monaten gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG gesagt. Im Februar hatte die Bürgerinitiative ihre Stellungnahme und Forderungen an das Staatliche Amt für Umwelt und Landwirtschaft (Stalu) in Stralsund zusammengefasst – eine Antwort haben die Falkenhagener bisher nicht.

Die Bürgerinitiative stellt unter anderem die Forderung, den Betrieb unter den gegenwärtigen Bedingungen einzustellen. Er sei nicht von einer Genehmigung abgedeckt und es bestünden Gefahren für Tier und Mensch, heißt es in den Schreiben an das Stalu. Die Falkenhagener fordern deshalb die Einhausung des Kompostierprozesses und bis dahin die Stilllegung der Anlage. Das Kompostwerk gehört der Ostmecklenburgisch-Vorpommersche Verwertungs- und Deponie GmbH (OVVD), die es erworben hat, um die Verarbeitung des Bioabfalls sicherzustellen.

„Gegenüber der Genehmigungsbehörde sind bislang lediglich ein Mieter beziehungsweise der Eigentümer des Anwesens eingangs Falkenhagens sowie ein Bürger Reinbergs mit Hinweisen über Geruchsbelästigungen aufgetreten“, teilte der Stalu-Amtsleiter Matthias Wolters auf OZ-Nachfrage mit. „Aber ich selbst habe mehrere Jahre hintereinander immer wieder an das Amt geschrieben und um Maßnahmen gegen den Gestank gebeten“, sagt jedoch Hajo Hahn. Das Amt hätte seiner Meinung nach längst handeln müssen. Und auch Wolters betont, dass seine Behörde unabhängig von der Anzahl der Beschwerden auf die Einhaltung der Festlegungen drängen müsse. Das Kompostwerk sei deshalb in den vergangenen Monaten ein halbes Dutzend Mal kontrolliert worden. Daraufhin seien die Biomüll-Mieten beispielsweise unter Berücksichtigung der für die Wohnbebauung günstigsten Windrichtung umgebaut worden. Im Ergebnis der Stalu-Maßnahmen habe es seit eineinhalb Monaten keine weitere Beschwerde über Geruchsbelästigungen gegeben.

Kompostwerk Reinberg

Die Ostmecklenburgisch Vorpommersche Verwertungs- und Deponie GmbH (OVVD) hat 2016 die Kompostanlage in Reinberg erworben, um den Biomüll des Landkreises Vorpommern-Rügen zu verwerten.

Das Kompostwerk Reinberg ist in der Lage, 20000 Tonnen Bioabfall im Jahr zu Kompost zu verarbeiten.

Der Landkreis Vorpommern-Rügen mit dem Kompostwerk Reinberg stellt für die OVVD eine Pilotanlage dar, in der die Entwicklung der Bioabfallmengen ermittelt werden können.

Die Bürgerinitiative Falkenhagen ist seit Ende 2018 aktiv, um gegen Belästigungen aus dem Kompostwerk vorzugehen.

Entgegen der Schilderung der Bürgerinitiative sei die Betreiberin des Kompostwerkes in Besitz einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung, welche die Herstellung von bis zu 20000 Tonnen Kompost im Jahr zulässt, betont der Amtsleiter. Wolters: „Insofern ist der aktuelle Anlagenbetrieb sehr wohl durch die vorliegende Genehmigung gedeckt.“ Wolters räumt aber ein, dass beispielsweise die Umzäunung der Anlage punktuell reparaturbedürftig war und einige der zur Abdeckungen der Kompostmieten eingesetzten Goretex-Membranen ausgetauscht werden mussten. Die Stilllegung der Anlage wäre jedoch zu keinem Zeitpunkt verhältnismäßig gewesen, betont er. Ob sich die Forderung der Bürgerinitiative nach der baulichen Einhausung der Kompostmieten behördlich durchsetzen lasse, sei gegenwärtig Gegenstand intensiver fachrechtlicher Erörterungen.

Nachdem die Bürgerinitiative bisher vergeblich auf Antwort aus dem Amt wartete, hat sie jetzt einen Anwalt eingeschaltet, der sie rechtlich vertritt. Außerdem wollen die Initiatoren die Einwohner Reinbergs und Falkenhagens über ihre Bemühungen informieren und laden deshalb zu einer Info-Veranstaltung am 15. Mai um 19 Uhr nach Oberhinrichshagen in das Hotel „ÜberLand“ ein.

Mehr Infos zur Bürgerinitiative in Falkenhagen

Almut Jaekel

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