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Grimmen Feuerwehr setzt auf Nachwuchs
Vorpommern Grimmen Feuerwehr setzt auf Nachwuchs
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09:48 20.02.2019
Mit Spaß und Eifer dabei: Luna (8), Finn-Luca (9), Stella (7), Oskar (7), Arne (7) und Betreuerin Janette Walter (v. l.) von der Kinderfeuerwehr Sundhagen bei einer Übung. Quelle: Anja Krüger
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Bremerhagen

„Der Feuerwehr fehlen die Einsatzkräfte“, fand kürzlich Gerd Scharmberg, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes deutliche Worte. Die Lage sei prekär (die OZ berichtete). Einzig probates Mittel scheint die Jugendarbeit, die Ausbildung von Nachwuchs für die in den Gemeinden der Region freiwillige Arbeit. Nicht nur in Sundhagen lautet deshalb die Devise: „Feuerwehr ohne Jugendfeuerwehr ist möglich, aber sinnlos!!!“

In der Großgemeinde Sundhagen haben Frank Schröder und Frank Nüske in der Jugendfeuerwehr den Helm auf. „Insgesamt sind wir 15 Betreuer“, erzählt Schröder. Breit aufgestellt zu sein in der Ausbildung sei wichtig. Denn sie würden die Ausbildung der Nachwuchskräfte ehrenamtlich leisten – in ihrer Freizeit neben Beruf und Familie. „925 Stunden waren im Jahr 2018 alle Betreuer zusammen für Ausbildung, Sitzungen, eigene Fortbildung sowie Vor- und Nachbereitung für die Jugendwehr im Einsatz“, nennt er eine beachtliche Zahl. Hinzu kommen die Tage, an denen die Mädchen und Jugendlichen mit ihren Betreuern an Wettkämpfen, wie dem Kreisausscheid, teilnehmen. „Insgesamt 14 Tage waren das im vergangenen Jahr“, berichtet der Sundhagener Jugendwart. Bereits ab einem Alter von sechs Jahren können Kinder bei der Kinderfeuerwehr in der Gemeinde Sundhagen mitmachen – in die Jugendfeuerwehr geht es ab zehn Jahren. „Wir müssen schon bei Kindern ab sechs Jahren anfangen, im Alter von zehn Jahren haben sie sich sonst schon an ein anderes Hobby gebunden“, erklärt Schröder.

Frank Schröder (r.) ist Jugendwart in der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Sundhagen, Frank Nüske sein Stellvertreter. Quelle: Anja Krüger

Alle 14 Tage treffen sich die Nachwuchskräfte – 17 zählt die Jugendfeuerwehr, elf die Kinderfeuerwehr - mit ihren Betreuern an ihrem Gerätehaus in Bartmannshagen. Ein eigenes Gebäude samt Übungsgelände zur Verfügung zu haben, sei ein riesiger Vorteil. „Und ohne die Unterstützung von allen Seiten, sei es von der Gemeinde oder unseren Sponsoren, wären wir nicht so gut aufgestellt“, fügt sein Stellvertreter hinzu. Und trotzdem: Mehr als zwei Jugendliche wechseln pro Jahr nicht von Jugendwehr in den aktiven Dienst. Ein Grund: Viele Jugendliche verlassen nach der Schulzeit für die berufliche Ausbildung die Heimat. Und das ist nicht nur in Sundhagen so. In den wenigsten Fällen würden sich die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen bei einer anderen Freiwilligen Wehr anmelden.

Im Landkreis bereiten sich die Mädchen und Jungen der Kinder- und Jugendwehren derzeit auf den Kreisausscheid im Mai in Altenkirchen auf Rügen vor. Einen 75 Meter langen Parcours haben die Jugendlichen dort zu absolvieren. Und da wird ihnen einiges abverlangt. Über den Wassergraben und die Hürde, durch den Kriechtunnel auf einem Balken zur Spritzwand muss die Mannschaft Schläuche ausrollen und verbinden, um letztlich an der Spritzwand auch gezielt einen Behälter mit Wasser befüllen zu können. Letztlich haben die Jugendlichen noch ihre Fähigkeiten beim Knotenbinden unter Beweis zu stellen. Etwas einfacher haben es die Kinder. „Bei ihnen liegt der Fokus mehr darauf, spielerisch erste Grundlagen zu vermitteln und das Interesse an der Arbeit in der Feuerwehr zu wahren“, erklärt Betreuerin Janette Walter.

Weil den Freiwilligen Feuerwehren die Einsatzkräfte fehlen: In der Gemeinde Sundhagen wird sehr viel Wert auf die Jugendarbeit gelegt. Quelle: Anja Krueger

Während die Sundhagener bereits am letzten Ferienwochenende in die neue Saison gestartet sind, beginnen die Nachwuchsretter aus der Gemeinde Süderholz am kommenden Sonntag mit der Vorbereitung auf den Kreisausscheid. 12 Jungen und Mädchen zählt die Jugendwehr in der Gemeinde. „Zu wenig“, wie der amtierende Jugendwart Falko Sachs meint. Es werde immer schwerer, die jungen Menschen zu motivieren, sich körperlich zu bewegen, anzupacken und auch das Handy mal beiseite zu legen. Denn viel mehr bedarf es gar nicht, in der Jugendfeuerwehr mitzumachen: „Offenheit, Interesse und Zeit“, fasst Sachs zusammen.

Anja Krüger

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