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Grimmen Toiletten haben noch DDR-Niveau
Vorpommern Grimmen Toiletten haben noch DDR-Niveau
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00:00 17.06.2016
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Grimmen

Grimmens Ärztehaus in der Carl-von-Ossietzky-Straße 1 versprüht einen eigenen Charme. Den der 1990 verblichenen DDR: Die Fassade ist ungedämmt. Im Keller wellt sich das Linoleum. Will man aufs Klo, wird man schon mal vorsorglich gewarnt, weil die sanitären Anlagen noch so aussehen wie früher. Und das 26 Jahre nach der Wende. Ärzte und Patienten sind sich einig: Im Haus muss dringend was getan werden. Eigentümer ist der Landkreis Vorpommern-Rügen.

Dessen Sprecher Olaf Manzke bestätigt den Zustand und spricht von einem Sanierungsstau. „Wir haben das Haus in die Verwaltung gegeben und versuchen, Schäden so gut und schnell wie möglich zu reparieren“, beschwichtigt er. Im letzten Jahr habe es beispielsweise Stockflecken im Eingangsbereich gegeben. Es wurde festgestellt, dass Wasser hinter die Fensterbänke und die Verkleidung gelaufen war. Inzwischen ist zwar alles wieder dicht, dafür gibt es aber andere Baustellen. Und das nicht zu gering.

„Das Allerwichtigste, was wir in den Griff bekommen müssen, ist der Fahrstuhl“, sagt Bernd Lüdemann. Er arbeitet bei der Wohnungsbaugesellschaft Richtenberg, die seit vielen Jahren die Immobilie im Auftrag des Landkreises verwaltet. „Es ist schon ein besonderes Haus“, gesteht Lüdemann und meint damit, dass es hier an allen Ecken und Enden Probleme gibt. Mit dem Fahrstuhl müsse ganz schnell etwas geschehen. Denn es gebe viele Patienten, die darauf angewiesen seien, sagt er. In Grimmen leben halt nicht nur junge Leute. Genauso wichtig wie der Lift sind auch die Gehwege vorm Haus. Sie müssen in Ordnung kommen. Ebenso kämpft Lüdemann darum, die Mülltonnen einzuhausen. Denn einige Nachbarn rund ums Ärztehaus meinen, ihre Abfälle dort kostengünstig entsorgen zu können.

„Ich habe alle Probleme an den Landkreis weitergegeben, sagt der Verwalter. Er hofft auf positive Entscheidungen. In dem einen oder anderen Fall gibt es sie bereits, denn es seien schon Aufträge raus, sagt er. Wenn alles erledigt ist, müsste man eigentlich ans nächste Problem ran, meint Lüdemann: die Sanierung der Heizung. Die lasse sich seines Erachtens nicht mehr auf die lange Bank schieben. Sie ist heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen.

Lüdemann lobt allerdings die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in der Immobilienverwaltung des Landkreises. Alle kleinere oder mittleren Mängel, die er dort gemeldet hat, konnten in der Regel schnell behoben werden. Kreissprecher Olaf Manzke betont deshalb auch: „Wir fahren das Haus auf keinen Fall auf Verschleiß.“ Was der Landkreis mit der Immobilie vorhat, lässt er offen. 2015 hieß es einmal, sie stehe zum Verkauf. Eine Ausschreibung hat es aber nicht gegeben.

Allerdings, und das bestätigen befragte Ärzte, gibt es kaum Beschwerden von Patienten. Ältere hätten sich an den Zustand gewöhnt, neue würde man darauf hinweisen, erklärt Chirurg Dr. Thomas Rüting.

Für ihn sind die Toiletten allerdings ein großes Problem. Seit 2004 betreibt Rüting seine Praxis im Ärztehaus. Mit 200 Quadratmeter ist sie eine der großen im Gebäude. Weil er die komplette Fläche selber nicht mehr auslastet, hat Rüting einen Teil an den Augenarzt Dr. Jaques Darman abgegeben. Der führt hier ambulante Operationen durch.

Das Grimmener Ärztehaus ist gut ausgelastet. „Lediglich in der ersten Etage steht eine Praxis leer, die zur Vermietung steht“, erklärt Lüdemann. Für die Stadt ist die alte Kreispoliklinik immens wichtig. Das ist allen klar. Sie bietet Platz für dringend benötigte Arztpraxen und liegt zentral. Auch Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Außerdem arbeiten hier Allgemeinmediziner und Fachärzte Tür an Tür, was für Patienten kurze Wege bedeutet. Auch zwei Praxen für Physiotherapie sind vorhanden. „Eine davon wird aber in Kürze umziehen“, erklärt Lüdemann. „Vom Keller ins Erdgeschoss.“ Weil im Keller die Schäden am größten sind, wird der nun freigezogen.

Reinhard Amler

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