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Grimmen Tremt: Einziger Küstenstrand im Land mit Badeverbot
Vorpommern Grimmen Tremt: Einziger Küstenstrand im Land mit Badeverbot
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00:00 31.05.2018
Auch in der Saison 2018 ist das Baden in Tremt tabu. Bereits zur Saison 2017 war die kleine Badestelle am Strelasund wegen verunreinigten Wassers gesperrt worden. Quelle: Foto: Reinhard Amler
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Tremt

Die Sonne brennt erbarmungslos. Auch in Tremt. Aber Abkühlung gibt es hier nicht. Zumindest nicht am kleinen Strand, denn dort warnt auch in diesem Jahr ein Schild: „Baden verboten!“

Überprüfungen finden regelmäßig statt

497 Badegewässer werden in MV hygienisch überwacht. Mindestens alle vier Wochen besichtigen die Gesundheitsämter jedes Gewässer, entnehmen Proben, messen Sichttiefe und pH-Wert.

Zugleich wird geprüft, ob Algen, Cyanobakterien oder andere Verunreinigungen das Gewässer belasten. Die Wasserproben werden auf die Indikatorkeime Intestinale Enterokokken und E.coli untersucht.

„Es ist leider nicht zu ändern“, so Bürgermeister Helmut Krüger (CDU), wohlwissend, dass vor allem Familien mit Kindern aus der Gemeinde Sundhagen den kleinen Strand gern genutzt haben. Bereits zur Saison 2017 war das Verbot für die Badestelle am Strelasund ausgesprochen worden. Es konnte in diesem Jahr leider nicht aufgehoben werden, so der Bürgermeister.

Tremt ist somit der einzige Strand an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns, für den eine solche Maßnahme gilt. 97 Prozent der Badegewässer im Land haben ausgezeichnete bis gute Qualität, heißt es in dem jetzt erschienenen Informationsbericht des Schweriner Gesundheitsministeriums Grund fürs Badeverbot in Tremt sind höhere Werte der Fäkalkeime E.coli und Enterokokken. Beide gelten als gesundheitsschädigend und können Entzündungen hervorrufen, wenn sie in die Blutbahn, ins Gehirn oder Teile der Lunge gelangen. Die negativen Untersuchungsergebnisse wurden allerdings schon bei Wasserproben zwischen den Jahren 2013 und 2016 festgestellt. Leider haben sich diese auch bei Proben 2017 bestätigt. Das besagt ein aktueller Bericht, an dem mehrere Institutionen des Landkreises mitgearbeitet haben.

Fatal ist, dass die Keime sowohl im Badegewässer als auch in den einleitenden Gräben zu finden sind. Insbesondere der sogenannte Graben 10, der durch die Kläranlage Tremt gespeist wird, weist den Fäkalkeim E.coli und Enterokokken in höheren Konzentrationen auf. Im Verlauf dieses Grabens nehmen die Konzentrationen zwischen Ablauf Kläranlage und Einlauf in den Strelasund zwar ab, so dass unterm Strich die Kläranlage als einzige Ursache für die Wasserverunreinigung bestehen bleibt. Allerdings wurde bei weiteren Tests festgestellt, dass die Abwasserparameter eingehalten werden. Eine illegale Verklappung konnte somit nicht nachgewiesen werden.

Wann in Tremt wieder ohne Bedenken gebadet werden kann, kann derzeit niemand sagen. Für die laufende Badesaison sind weitere Maßnahmen geplant. Die Rede ist von einer „engmaschigen Beprobung im Abstand von 14 Tagen“. Danach wird man weiter sehen.

Interessant ist auch, dass nur Tremt vom Badeverbot betroffen ist. Denn im benachbarten Stahlbrode, das ebenfalls zur Gemeinde Sundhagen gehört, wird die Badequalität im Badewasserbericht des Gesundheitsministeriums sogar mit zwei Sternen bewertet. Allerdings gibt es hier auch keine Einleitungen. Aber auch am Stahlbroder Strand gibt es ein Problem, denn er ist nach wie vor nicht über die Strandtreppen erreichbar, was vor allem die Nutzer der angrenzenden Bungalowsiedlung beklagen. Die Treppen waren beim Sturmhochwasser 2017 beschädigt worden. Bürgermeister Krüger informierte jetzt, dass man mit den Planern in den Abstimmungsrunden sei. Problematischer sei es, Firmen zu finden. Der Bürgermeister hofft, dass die drei Strandzugänge im Herbst fertig sein werden.

Reinhard Amler

Sie sind ein Ärgernis für Gaststätten und Hotels, ja sogar Fahrradverleiher: Gäste, die nicht bezahlen. Doch die Polizei kommt ihnen meistens auf die Schliche.

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