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Grimmen Turmfalke nistet im Kirchturm
Vorpommern Grimmen Turmfalke nistet im Kirchturm
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00:00 28.02.2013
Vom Kirchturm bietet sich ein herrlicher Blick �ber die Grimmener Altstadt. Fotos (2): Walter Scholz
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Grimmen

Der Zugang zum Kirchturm nicht öffentlich zugänglich.

Erlaubt ist der Aufstieg zweimal im Jahr den Mitgliedern der Ortsgruppe Tribsees des Naturschutzbundes Nabu. Anlass ist eine wichtige Aufgabe, die die Naturschützer regelmäßig erfüllen — sie kümmern sich in Marienkirche um die dort wohnenden Vögel. Und nebenbei können sie einen herrlichen Blick auf die Stadt genießen. Seit vielen Jahren — genau seit 1997 — ist die Ortsgruppe in der Kirche in Grimmen tätig, die Naturschützer bringen Nisthilfen für die Vögel an. „Wir haben hier neben Dohlen auch den Turmfalken“, berichtet Margit Schneider, die Ortsvorsitzende, über die in der Kirche beheimateten Vögel. „In Sankt Marien sind es nur wenige Nistkästen. In Tribsees haben wir im Turm der Thomaskirche 40 Kästen. Da liegt Tribsees gleich mit dem Doberaner Münster“, erzählt die Vorsitzende. Sehr traurig ist sie, dass es seit 2009 keine Schleiereule mehr im Grimmener Kirchturm gibt. „Sie lag tot im Kasten und bisher hat sich nie wieder einer Schleiereule hierher verirrt“, erzählt Margit Schneider. Ein Turmfalke hat sein Domizil übrigens im höchsten Teil des Turmes errichtet. Vor 14 Tagen waren Mitglieder des Vereines auf dem Turm, haben die Nistkästen gesäubert. Ein wenig traurig sind die Nabu-Aktivisten, dass im Turm ein Marder sein Unwesen treibt. Er hat schon manchen Vogel getötet, mussten sie feststellen.

Ende Mai wird Margit Schneider wieder den Turm besteigen, dann wird der Vogelnachwuchs beringt. Wenn dies erfolgt ist, werden die Ergebnisse an die Zentrale Erfassungsstelle der Vogelwarte auf Hiddensee gemeldet.

„Natürlich freuen wir uns über die Untermieter im Kirchturm. Wunderbar, dass die Vögel unser Gotteshaus als Brutplatz ausgesucht haben“, meint Pfarrer Wolfgang Schmidt. Dass Besucher den Turm nicht besteigen können, bedauert der Pastor. Die Sicherheit der Kirchenbesucher gehe aber vor. Zu den Vorhaben der Kirchgemeinde zählt übrigens die Dachsanierung der Kirche. Das würde, so die Planung, rund 250 000 Euro kosten.

Bis die Beringung der Jungvögel erfolgt, kehrt im Kirchturm nun wieder eine gewisse Ruhe ein, nur unterbrochen vom Geläut der Glocken des Turmes...

Zahlen und Fakten zur Kirche
Die Marienkirche Grimmen gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Schon bevor Grimmen 1287 Stadtrecht erhielt, wurde bereits eine Kirche errichtet. Die bis heute erhaltene fünfjochige Halle wurde im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts errichtet.

1400 ist nach Erkenntnissen der Historiker spätestens mit dem Bau des Kirchturmes begonnen worden, der 51,40 Meter hoch ist.
Zur Marienkirche gehört eine teils historisch sehr interessante Ausstattung. Dies betrifft unter anderem die reich geschnitzte barocke Kanzel, die im Jahr 1707 entstand. Das Ratsgestühl stammt aus dem Jahre 1590.

1976 begann eine Renovierung im Inneren der Marienkirche. Nach der Wende erfolgte unter anderem die Restaurierung der Orgel. 1996 konnten die Kirchenfenster saniert werden, auch die Außenhaut wurde Stück für Stück saniert.

Walter Scholz

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